Model-Ikone Heidi Klum (53) glänzt mit ihrer jüngsten Tochter Lou (16), Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman (59) besucht die Chanel-Show mit Faith (16). Sie sitzen in der ersten Reihe und sehen zu, wie Ella Bleu (26), die Tochter von Schauspieler John Travolta (72), bei Miu Miu defiliert und Apple Martin (22), die Tochter von Hollywoodstar Gwyneth Paltrow (54), für Chloé läuft.
Was hier passiert, ist mehr als eine hübsche Familienrunde für den Fotografen. Die Kinder treten in die Fussstapfen ihrer Eltern – und übernehmen deren Bühnen, Netzwerke und Aufmerksamkeit. Aus der persönlichen Erfolgsgeschichte wird eine familiäre und umgekehrt.
Wertgefühl der Eltern
Warum präsentieren Eltern ihre Kinder so gerne? In der Psychologie gibt es dafür den Begriff «kindbezogener Selbstwert». Gemeint ist, dass Eltern einen Teil ihres eigenen Selbstwertgefühls daraus beziehen können, wie erfolgreich, attraktiv oder angesehen ihre Kinder sind. Eine Studie zeigt sogar einen Zusammenhang zwischen dem eigenen Wertgefühl von Eltern und der äusseren Erscheinung ihrer Kinder.
Die Psychologin Lisa Firestone beschreibt das Prinzip sinngemäss: Eltern können sich am Erfolg ihrer Kinder mitfreuen, weil dieser Erfolg auf sie selbst zurückstrahlt. Zugespitzt lautet die Botschaft: Mein Kind ist schön, erfolgreich und begehrt – also habe auch ich etwas richtig gemacht. Das Kind wird zum Beweisstück gelungener Elternschaft.
Die nächste Generation, die sogenannten Nepo-Babys, wächst damit direkt in die Position hinein, die ihre Eltern geschaffen haben. Model-Mutter und Model-Tochter, Hollywood-Eltern und Schauspieler-Kinder, Designerin und Nachwuchs-Designer: Der Erfolg wird vererbt – zumindest teilweise.
Nepo-Baby ist «schrecklich»
Michael Douglas (82), dessen Vater Kirk Douglas eine Hollywood-Legende war, wehrt sich vehement gegen den Begriff «Nepo-Baby», die nur dank ihrer Eltern heute im Rampenlicht stehen. Auch seine Kinder Dylan Douglas (26) und Carys Zeta Douglas (23) versuchen, in der Unterhaltungsbranche Fuss zu fassen.
Seine Frau Catherine Zeta-Jones (57) bezeichnete den Begriff kürzlich sogar als schrecklich. Die Kinder könnten schliesslich nichts dafür, in eine berühmte Familie geboren worden zu sein. Zudem würden doch alle Eltern ihre Kinder unterstützen.
So geht es bei den perfekten Familienbildern aus Paris auch um weit mehr als um Mode, es geht um Vermächtnis. Um die Hoffnung, dass das eigene Leben in den Kindern weitergeht.
Doch die glänzende Fassade offenbarte in diesem Herbst auch den bitteren Kontrast. Ex-Supermodel Cindy Crawford (60) musste am 20. September den Tod ihres Sohnes Presley Gerber verkraften. Der 27-Jährige war selbst Model. Die offizielle Todesursache ist bislang nicht bekannt.
Kinder können den Namen, das Talent und die Bühne der Eltern weitertragen. Was sie nicht übernehmen können, ist die Kontrolle über deren eigenes Leben. Mal brilliert und mal zerbricht es.