Bob Dylan trifft Leo XIV. in Hoodie und mit Regenschirm
«In diesem Outfit vor den Papst zu treten ist respektlos»

Er ist Musiklegende, Freigeist und einer, der sich noch nie besonders viel um Konventionen gekümmert hat. Doch diesmal sorgt Bob Dylan (85) nicht mit seiner Musik, sondern mit seinem Outfit für Gesprächsstoff.
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Musiklegende Bob Dylan trifft am 4. November Papst Leo XIV. im Vatikan.
Foto: Dukas

Darum gehts

  • Bob Dylan traf Papst Leo XIV. im Vatikan im schwarzen Hoodie
  • Sie tauschten Rosenkranz und Dylans Autobiografie aus
  • Alf Heller kritisiert den Look, Luisa Rossi verteidigt ihn
Flavia Schlittler Ringier Verlag
Flavia SchlittlerRoyal- und People-Expertin

Am Mittwoch empfing Papst Leo XIV. (71) den amerikanischen Sänger und Literaturnobelpreisträger zu einer privaten Audienz im Apostolischen Palast im Vatikan. Dylan erschien in einem schwarzen Hoodie mit aufgesetzter Kapuze, dazu einer dunklen Jacke, einer locker sitzenden Krawatte, schwarzen Handschuhen und mit einem Schirm.

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Ein völlig ungewohnter Anblick ist das allerdings nicht. Dylan ist derzeit im Rahmen seiner «Rough and Rowdy Ways»-Tournee unterwegs und tritt am Donnerstag in Rom auf. Auch auf der Bühne setzt er seit Jahren auf einen ähnlichen Look. Die dunkle Kleidung mit Kopfbedeckung gehört längst zu seinem Erscheinungsbild.

Dylans Verbindung zum Papst

Dylan wäre nicht Dylan, wenn er sich um Konventionen kümmern würde. Schon 2016 sorgte er mit seinem Umgang mit dem Literaturnobelpreis für Schlagzeilen. Obwohl ihm die höchste literarische Auszeichnung verliehen wurde, blieb er der Preisverleihung in Stockholm fern. Als Grund nannte er bereits bestehende Verpflichtungen. Erst im April 2017 holte er Medaille und Urkunde ab.

Mit Papst Leo verbindet ihn weit mehr als diese Begegnung. Im Juli zitierte das Kirchenoberhaupt in einem Vorwort zu seinem Friedensbuch eine Zeile aus Dylans bislang unveröffentlichtem Antikriegslied «Go Away You Bomb» aus dem Jahr 1963:

«Ich hasse dich, weil du von Menschen gemacht, von Menschen besessen und von Menschen gehandhabt wirst.» Am Mittwoch tauschten sie auch Geschenke aus. Der Papst überreichte Dylan einen Rosenkranz, der Musiker schenkte Leo XIV. ein Exemplar seiner Autobiografie «Chronicles – Volume One».

Styling-Experte ist entsetzt

Doch bei aller künstlerischen Freiheit: Ist ein Hoodie samt Kapuze und Regenschirm für eine Audienz beim Papst angemessen? Für Stil-Experte Alf Heller (50) ist klar: Nein. Er findet deutliche Worte:

«Bob Dylan mag ein Ausnahmekünstler, eine Ikone und ein Freigeist sein, der sich wenig um Konventionen schert. Das gestehe ich ihm uneingeschränkt zu. Aber selbst ein Bob Dylan sollte wissen, dass es Anlässe gibt, bei denen persönliche Lässigkeit ihre Grenzen hat. In Hoodie und Kapuze einer Audienz beim Papst beizuwohnen, empfinde ich schlicht als stillos und respektlos.»

Es gehe nicht um Luxuslabels oder einen massgeschneiderten Anzug, sondern um Haltung, Wertschätzung und Respekt gegenüber einem besonderen Moment und seinem Gastgeber, so Heller. «Mode ist immer auch Kommunikation. Ein Künstler darf ein Freak sein. Aber auch ein Genie ist nicht von jedem Dresscode befreit. Denn wahrer Stil zeigt sich nicht darin, jede Regel zu brechen, sondern darin, zu wissen, wann man sie respektieren sollte.»

Expertin denkt an Mönch

Styling-Expertin Luisa Rossi sieht das deutlich entspannter. «Mein erster Eindruck war: Bob Dylan sieht aus wie ein Mönch. Das hat sich vielleicht auch der Papst gedacht. Dass sein Outfit polarisiert, ist klar. Ich finde es aber legitim, weil Dylan sich so zeigt, wie er ist, und seine Identität nicht verstellt. Er wirkt dabei auch nicht schmuddelig. Wäre er in Rot zum Papst gegangen, hätte ich das aufdringlich gefunden. So nicht. Zudem bin ich sicher, dass der Papst kulant genug ist, Dylans Auftritt so zu akzeptieren.»

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