Für diese Ecke schämt sie sich am meisten
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Mona Vetsch zeigt ihren Garten:Für diese Ecke schämt sie sich am meisten

Bienen, Blüten und Hühner
Zu Hause blüht Mona Vetsch im Schrebergarten auf

Insekten findet sie süss, ihre Hühner füttert sie von Hand: Die beliebte TV-Moderatorin Mona Vetsch zeigt ihren Schrebergarten. Hier wird sie zum «schlimmen Nerd» und erfüllt sich ihre grössten Träume im Kleinformat.
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Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mona Vetsch pflegt ihren 200-m²-Garten am Stadtrand von Zürich
  • Ihre Hühner und Insekten stehen im Fokus ihrer Naturprojekte
  • Seit 2019 setzt sie auf Biodiversität, inspiriert von SRF-Projekt
Text: Sylvie Kempa Fotos: Fabienne Bühler
Schweizer Illustrierte

Es ist früh. Die Nachtkerze hat ihre gelben Blüten noch nicht geschlossen, aber Mona Vetsch steht bereits mitten in ihrem Schrebergarten am Zürcher Stadtrand und grinst. Gerade hat sie eine Hummel beobachtet, die auf einem roten Klatschmohnblatt landen wollte. Dabei unterschätzte der Brummer offenbar sein Eigengewicht; kaum liess er sich nieder, kippte die feine Blüte zur Seite. «Das passiert Hummeln ständig. Sehr herzig!», findet die SRF-Moderatorin. «Ich könnte ihnen stundenlang zuschauen. Es macht mich einfach glücklich.»

Gartenarbeit: Mona schreibt an einem Buch über Fragen zum mittleren Alter, das im Herbst erscheinen wird.
Foto: Fabienne Bühler

Zuerst versorgt sie aber die Hühner – der eigentliche Grund, warum sie jeden Morgen so früh in den Garten kommt. «Cookie, Pepper! Kommt!», ruft sie ins Dickicht aus Schwarzdorn, Hasel und Kletterrosen. Die beiden Zwergwyandotten lassen sich nicht zweimal bitten. Sie wissen genau, dass diese Stimme Futter ankündigt. «Leider haben auch die Schnecken begriffen, dass es hier täglich etwas abzustauben gibt», seufzt Mona. Damit ihre Hennen genug zu picken kriegen, verfüttert sie ein paar getrocknete Mehlwürmer direkt aus der Hand. «Dieser Garten ernährt eben ganz viele – nur nicht meine Familie.»

Süsse Premiere: Dieses Jahr konnte Mona Vetsch Holunderblütensirup vom eigenen Strauch herstellen.
Foto: Fabienne Bühler

Zumindest nicht planbar. Als sie vor zehn Jahren die Pacht übernahm, träumte sie von knackigen Rüebli direkt aus dem Beet. Aber die lehmige Erde holte sie schnell auf den Boden der Tatsachen. «Vorsicht vor romantischen Vorstellungen», warnt die mittlerweile geübte Gärtnerin. «Einen Garten kann man nicht komplett neu gestalten, man muss ihn kennenlernen und mit der Natur zusammenarbeiten.» Eine Haltung, die sie auch beruflich einnimmt. Als Reporterin in der Dokureihe «Mona mittendrin» taucht sie in fremde Lebenswelten ein. «Ob auf einer Kinderkrebsstation oder bei den Mineuren im Gotthard – auch hier haben vorgefertigte Erwartungen nichts zu suchen. Es braucht die Offenheit, sich voll darauf einzulassen.»

Die Spuren ihrer Familie

In ihrem Garten bedeutet das: Den Rüebli gefällt es hier gar nicht. Auch Feldblumen mögen den fetten Boden nicht. «Dafür habe ich jetzt dort, wo ich meine Blumenwiese plante, ein Heugümper-Paradies.» Hingegen fühlen sich Tomaten wohl. Sie gehören seit Jahren fest zu Monas Anbau-Repertoire. Auch Erbsen und Kohlrabi, die ihre Teenagersöhne als Setzlinge heranzogen, gedeihen prächtig. Es sind nicht die einzigen Spuren der Familie im Reich von Cookie und Pepper: Unter ihrem Hühnerhäuschen liegt eine alte Plastikmuschel – der ausgediente Sandkasten der Buben. Dort können sie nach Lust und Laune scharren.

Pragmatisch: Ihre Sehnsucht nach einem Häuschen am See hat sich Mona erfüllt, indem sie einen Miniteich vor ihren Gartenschuppen stellte.
Foto: Fabienne Bühler

Kaum sind die Hennen versorgt, setzt sich Mona Vetsch auf die Bank vor ihrem Schuppen und beobachtet, was um sie herum passiert. Ihr Garten ist klein, knapp 200 Quadratmeter. Aber zu sehen gibt es viel. Über der Färberkamille kreuzt eine blauschwarze Holzbiene, die grösste Wildbiene der Schweiz. «Ein echter Darth Vader unter den Bienen.» Schnell zückt sie das Handy. «Ich musste schon zusätzlichen Cloud-Speicherplatz kaufen, so viele Fotos mache ich. Was Insekten angeht, bin ich ein schlimmer Nerd.»

Lebens(t)raum im Kleinformat

Monas rot-weisses Häuschen wirkt wie ein schwedisches Postkartenmotiv. Sie hat es selbst so angestrichen. «Skandinavien ist mein Sehnsuchtsort. Mein Traum: ein Haus am See, wie es manche unserer ‹Auf und davon›-Auswanderer haben.» Diesen Wunsch – samt Gewässer – hat sich Mona nun zumindest im Kleinformat erfüllt: Eine wassergefüllte Betonschüssel dient als Teich und Tränke für alles, was in diesem Dschungel kreucht und fleucht.

Leckerbissen: Cookie liebt Mehlwürmer. Damit die Schnecken sie nicht wegfressen, füttert Mona Vetsch die Henne von Hand.
Foto: Fabienne Bühler

Seit Mona Vetsch 2019 für SRF eine Serie über Biodiversität umsetzte, entfernt sie nicht einmal mehr das Unkraut zwischen den Steinplatten. «Damals wurde mir bewusst, dass die Ritzen vielen Lebewesen ein Zuhause sind.» Ihre Nachbarn seien zum Glück tolerant. Und obwohl ihre Wildnis sich von den gemähten Rasenflächen der Umgebung abhebt, hält sich Mona Vetsch für eine bünzlige Gartenbesitzerin. «Bünzlig bedeutet für mich, dass man sich kümmert und Verantwortung übernimmt. Und das tun wir hier alle. Das schätze ich sehr.»

Stadtoase: Auf 200 Quadratmetern am Zürcher Stadtrand lässt Bauerntochter Mona Vetsch ihren grünen Daumen walten.
Foto: Fabienne Bühler

Nur wenn ihr wirklich alles über den Kopf wächst, greift sie ein – mit natürlichen Massnahmen. Als Läuse ihre Rosen belagerten, bestellte sie Marienkäferlarven und setzte die Nützlinge sorgfältig mit einem Pinsel auf die betroffenen Pflanzen. «Den Landwirten fehlt dafür natürlich die Kapazität», sagt die Bauerntochter aus dem Thurgau. Ihr Bruder führt bis heute den Biohof der Familie. «Aber auf so kleinem Raum funktioniert das wunderbar.»

Biodivers: Die gelbe Nachtkerze ist nur eine von vielen Blütenpflanzen, die Mona Vetsch wuchern lässt, weil sie zahlreiche Insekten auf ihre Parzelle lockt.
Foto: Fabienne Bühler

Nun schliesst die Nachtkerze langsam ihre Blüten. Mona Vetsch muss los. Am Abend wird sie wiederkommen, um Cookie und Pepper in Sicherheit zu bringen und den Scherenbienen zuzuschauen, wie sie sich in den Glockenblumen zum Schlafen legen. «Allerliebst», findet sie das.

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