Darum gehts
- Aurel und Julia Hassler wurden 2016 trotz Gegensätzen ein Paar
- Indien prägte sie; heute leben sie mit zwei Söhnen in Sins
- Aurels Band bringt «Hände höch!»; Julia plant eigen Projekte
Als sich Aurel (41) und Julia Hassler (45) 2016 zum ersten Mal begegneten, standen sie an höchst unterschiedlichen Punkten im Leben: Aurel Hassler, der heute als Frontmann der Stubete Gäng bekannt ist, war verzweifelt auf der Suche nach Liebe und nach seinem Lebensweg. Seit einer gescheiterten Beziehung lebte er wieder bei seinen Eltern, zudem wollte er nicht mehr Lehrer sein, sondern Musiker werden. Dass ihn gleich mehrere Musikhochschulen ablehnten, warf ihn aus der Bahn. Julia Hassler dagegen, die damals noch Koch hiess, hatte ihre Erfüllung gefunden: Zehn Jahre zuvor war sie nach einer längeren Asien-Reise in Südindien hängen geblieben. Dort führte sie erst ein Beauty-Studio und dann eine therapeutische Praxis. Daneben modelte sie und spielte Filmnebenrollen. Während der Sommerhitze reiste sie jeweils für einige Monate in die Schweiz, um Geld zu verdienen. Für die Single-Frau war klar: «Einen Lehrer oder einen Musiker will ich nie an meiner Seite.» Dann traf sie Aurel. Beide besuchten mit ihren Vätern einen Anlass. Diese kannten einander; man kam ins Gespräch. «Kurz darauf hatten wir unser erstes Date, und ab da lebten wir quasi zusammen in Aurels Auto», erzählt sie. In einer Nacht im Neuenburger Jura bewunderten sie Sternschnuppen. «Die Sterne sagten mir, dass Julia die Richtige für mich ist», schwärmt Aurel Hassler.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!
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Eigentlich hätten sie sich schon viel früher kennenlernen können. Schliesslich wuchsen beide um Cham ZG herum auf. Später fanden sie heraus, dass Julia einmal bei Hasslers zu Besuch gewesen war. Aurel war damals ungefähr 14 Jahre alt und nahm die junge Frau, die mit seiner Schwester im Garten Yoga machte, durchaus wahr.
Eine Kobra im Garten
Nach drei Monaten kehrte Julia nach Indien zurück. Bald darauf besuchte Aurel sie. In ihrer Wahlheimat war für ihn vieles sehr herausfordernd: etwa die Kobra, die in ihrem Garten lebte. Doch auch hier gab ihm das Schicksal mittels zahlreicher Zeichen klar zu verstehen, dass er mit der richtigen Person am richtigen Ort ist. So fand er zum Beispiel am Meer einen Flip-Flop wieder, der ihm anderswo abhandengekommen war.
Bei seinem nächsten Besuch hatte Aurel Hassler kein Rückflugticket. «Wir wurden geplant schwanger, hatten aber noch keinen genauen Lebensplan», sagt Julia Hassler. Eigentlich wollte sie in Indien gebären, doch nach einem Abstecher in die Schweiz schaffte sie es, inzwischen hochschwanger, nicht mehr zurück. Einmal mehr hatte das Schicksal entschieden.
Heute leben Julia und Aurel Hassler mit ihren Söhnen Adeo (7) und Menoa (5) in Sins AG. «Als Adeo geboren wurde, hatten wir noch nicht einmal eine Wohnung, und Aurel hatte noch keinen Job», erzählt Julia Hassler. Dass er nun regelmässig nach Zürich fuhr, um Lieder zu komponieren, überzeugte sie als «Geschäftsidee» noch nicht. Doch Aurel Hassler hatte einen Plan. Er gründete mit seinen Familienmitgliedern die Stubete Gäng und kreierte das Genre «Örbn Ländler», indem er traditionelle Volksmusik mit modernen Beats vermischte. Das schlug sofort ein.
Das erste Lied auf dem Debütalbum widmete Aurel seiner Julia: «So eini wie du». Später folgte die Ballade «Stärnschnuppe», in der er jene magische Nacht im Neuenburger Jura beschreibt. Trotz aller Romantik war der Raketenstart der Stubete Gäng für die frischgebackene Mutter eine Herausforderung: «Als Aurel ein Videointerview gab, während ich im Hintergrund auf dem Sofa am Stillen war, wurde es mir zu viel.»
«Ich muss nicht eifersüchtig sein»
Damals wie heute könne es zwischen ihnen hie und da mal «explodiere». «Das dauert aber nie lange», sagt Aurel Hassler. Sie hätten gelernt, schwierige Themen auszudiskutieren: «Wir sagen uns alles und lieben beide diese tiefen Gespräche.» Da könne es um verflossene Beziehungen gehen oder um einen Zettel eines weiblichen Fans, den Julia in Aurels Hose gefunden hat. Sie habe lernen müssen, damit umzugehen, dass Aurel eine bekannte Persönlichkeit ist. Aber: «Wir haben so eine starke und schöne eigene Welt zusammen, dass ich nicht eifersüchtig sein muss.»
Bei der Stubete Gäng läuft es wie gewohnt rund: Letzte Woche ist mit «Hände höch!» das fünfte Album erschienen, und ab Ende Oktober geht es auf die Samichlaus-Tour 2026. Auch Julia Hassler hat unterdessen mehr Zeit für eigene Projekte. Gerade bildet sie sich in Alternativmedizin und Therapeutik weiter. Letztes Jahr realisierte sie ein Puppentheater für Kinder und schrieb eine Weihnachtsgeschichte: «Ich habe immer 1000 Ideen und mache das, was sich gerade gut anfühlt.» Nach sieben Jahren in der Schweiz hat Julia Hassler nicht mehr das Bedürfnis, in Indien zu leben. Doch sowohl sie als auch ihr Mann sagen: «In uns steckt noch viel Indien.» Ihre Hochzeit feierten sie 2020 im indischen Pondicherry im Beisein des zweijährigen Söhnchens Adeo. Standesamtlich heirateten sie später in Schwyz, als auch Menoa schon auf der Welt war.
Was sie ihren Kindern weitergeben
Inzwischen waren schon beide Söhne in Indien. «Das Land wird immer ein wichtiger Teil von mir sein», sagt Julia Hassler. Unverändert stark prägen sie die Spiritualität, die Naturverbundenheit und das Unkomplizierte. «Wenn ich mit den Buben backe, tun wir das nicht etwa am Küchentisch, sondern wie in Indien üblich auf dem Boden.» Aurel Hassler sagt: «Wenn ich irgendwo nicht weiterkomme, helfen mir meine Erlebnisse, gelassen zu bleiben.» Auch die Werte, die sie ihren Söhnen mit auf den Weg geben wollen, sind durch ihre reiche Lebenserfahrung geprägt. Julia Hassler sagt: «Geborgenheit, Präsenz und Vertrauen, auch in sich selbst, sind wichtig. Und zu wissen, dass es mehr gibt als das, was man sieht.» Aurel Hassler will ihnen vermitteln, dass diese Werte nicht nur in sich selbst, sondern auch im Gegenüber zu finden sind: «Alles ist eins. Und über allem muss die Liebe schweben!»
Das Paar spürt, dass es sich in einer Übergangsphase befindet: «Wir sind nicht mehr jugendlich und beschäftigen uns vermehrt mit Gesundheitsthemen», sagt Aurel Hassler. «Wir wollen vorausschauen, aber das Schmecken des Moments nicht verlieren.» Sie seien offen für alles: Vielleicht noch einmal im Ausland leben? Oder mit den Buben ein paar Jahre lang auf Reisen gehen? Er sei enorm dankbar für die Karriere, die er mit der Stubete Gäng erleben dürfe. Doch: «Ich würde mit Julia überallhin mitgehen!»