Darum gehts
- Audrey Priscilla Marquard und Paul Joly heirateten im Dolder Hotel in Zürich vor engem Kreis
- Ihr Vater Jürg Marquard war wenige Wochen zuvor gestorben, bei der Trauung stand sein Foto
- Das Paar lernte sich im Oktober 2024 in Zürich kennen, nach zwei Monaten zog Paul bei ihr ein
Am Morgen des grossen Tages fühlt sich Audrey Priscilla Marquard wie an Weihnachten: «Ich dachte: Wow! Alle Menschen, die ich liebe, sind hier. Das ist ein so seltenes, ein so schönes Gefühl.»
Ihre Hochzeit mit Paul Joly findet im Dolder in Zürich statt. Die Gruppe von handverlesenen Gästen trudelt schon am Vorabend im Hotel ein: ihre Trauzeugin und ältere Halbschwester Aline, ihre Drillingsschwestern Alexandra und Caroline, Freunde, Liebste – und natürlich Audreys Mama Priscilla. Die 59-Jährige ist mit ihrem Mann Joseph J. Louro aus ihrer Heimat New Jersey, USA, angereist, voller Vorfreude. «Kaum etwas könnte mich glücklicher machen, als zu sehen, wie meine Tochter die Liebe ihres Lebens heiratet», schwärmt sie an diesem Samstagvormittag, an dem später die Sonne durch die Wolken blinzeln wird. «Es ist für unsere Familie ein sehr emotionaler Tag.»
Audreys magische Welt
Einer der wichtigsten Menschen fehlt: Audreys Vater, Jürg Marquard. Der Schweizer Medienunternehmer ist vor wenigen Wochen nach längerer Krankheit verstorben. Audrey und Paul haben ihre Hochzeit innerhalb von drei Monaten geplant. «Wir hatten gedacht, dass es reichen würde, wenn wir im Oktober heiraten. Die Nachricht von seinem Tod war ein Riesenschock.» Die 30-Jährige ist vor ein paar Jahren aus den USA in die Schweiz gezogen, um in seiner Nähe zu sein. «Ich war immer überzeugt, dass ich seine Lieblingstochter bin», sagt sie lachend. «Aber natürlich denken das alle seine Töchter.»
An der Trauerfeier in der Fraumünsterkirche in Zürich konnte sie bei ihrer Rede die Tränen kaum zurückhalten. «Nun, an meiner Hochzeit will ich unbedingt, dass die Leute hören, was ich zu sagen habe. Ich bin vorbereitet.» Als sie und Paul sich in der Bibliothek des Dolder das Jawort geben, steht ein Foto von Jürg Marquard vor ihnen auf dem Tisch. Im Anschluss erklingt das Gospellied «Oh Happy Day».
Audrey und Paul treffen sich zum ersten Mal im Café Monocle in Zürich: «Am 13. Oktober 2024 um 16.25», präzisiert Audrey. «Ich träumte von Paul, lange bevor ich wusste, welchen Mann ich an meiner Seite brauche.» Paul Joly stammt aus Lille in Frankreich. Der Personalberater, der derzeit ein KI-Start-up aufbaut, ist wegen der Arbeit nach Zürich gezogen. Über seine Braut sagt er: «Audrey trägt diese reiche, wunderbare Welt in sich. Sie besitzt die Fähigkeit, alles um sich schöner zu machen.»
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Neckereien und Emotionen
Dabei merken die beiden anfangs, dass sie unterschiedlich ticken: «Ich liebe es, an Silvester bis zum Morgen zu feiern», sagt der 30-Jährige. «Sie geht um 11 schlafen.» Audrey ergänzt: «Pauls französische Familie zeigt Zuneigung mit Neckereien. In unserer amerikanisch-schweizerischen Familie weinen wir vor Rührung bei jeder Gelegenheit.» Dennoch zieht Paul nach zwei Monaten bei Audrey ein. Vor ein paar Monaten macht er ihr bei einem Besuch von Schloss Versailles einen Antrag. Audrey, Kommunikationsexpertin, die ein Business für Matcha gründen will, erinnert sich lächelnd: «Wir streiften durch den Garten, er packte mich und schwang mich zu klassischer Musik im Kreis. Sehr romantisch!»
Am Tag ihrer Hochzeit trinken die beiden erst mal gemütlich Kaffee im Bett. «Paul spielte ein Lied von Chopin ab, einem Lieblingskomponisten meines Vaters.» Später bereitet sich Audrey in der Hochzeitssuite vor, umgeben von ihren Schwestern und Mama Priscilla. Sie möchte leichtes Make-up, hat sich für ein Kleid von Emilia Wickstead entschieden; ihre Freundin Lara Pincus, Stylistin für Brautkleider, hat bei der Wahl geholfen. Plötzlich wird es doch noch hektisch: Die Trauung soll in wenigen Momenten losgehen, die Braut steckt noch nicht in der Robe. «Paul kam ins Zimmer und half mir, den Reissverschluss zu schliessen – er bemühte sich, dabei nicht genau hinzuschauen, um das Kleid nicht zu sehen.» Mama Priscilla führt ihre Tochter zum Altar – begleitet von ihrem Mann Joseph. «Mein Stiefvater ist ein gefühlvoller Familienmensch», sagt Audrey. «Es bedeutete ihm sehr viel, mich zu begleiten.»
Auch für Mama Priscilla ist der Moment gross: «Ich habe dich nach Audrey Hepburn benannt», sagt sie später in ihrer Rede. «Ich bewunderte ihre Grazie, ihre Liebenswürdigkeit. Ich bin unglaublich stolz auf die Frau, die du, meine Tochter, geworden bist, mit genau diesen Eigenschaften.» Audreys ältere Halbschwester Aline ergänzt: «Was ich an dir besonders liebe, ist, dass du an Wunder glaubst.» Und Alexandra schwärmt: «Wir sind Drillinge. Aber wir sind auch beste Freundinnen.» Zu Paul sagt sie scherzend: «Ich habe anfangs heimlich Erkundungen über dich eingeholt. Aber ich kann dir versichern: Ich konnte absolut nichts Negatives finden. Ihr zwei passt schlicht perfekt zueinander.»
Auf das Brautpaar warten nun Flitterwochen in Ägypten. «Paul liebt Abenteuer, ich Wellness-Spas.» Die Flussfahrt auf dem Nil dürfte beiden gefallen. Im Gepäck reisen Erinnerungen mit. «Ich weiss, dass Papa an meiner Seite ist», sagt Audrey. Sie spüre ihn nah und spreche mit ihm: «Ich sage ihm, dass ich stolz auf ihn bin. Und er sagt mir: Und ich bin stolz auf dich.»