Darum gehts
- Andrew Mountbatten-Windsor wurde am Donnerstag auf Sandringham wegen Amtsmissbrauch verhaftet
- Über drei Millionen Epstein-Files und Mails belasten den Ex-Prinzen
- Andrew bleibt Thronfolger auf Platz acht – trotz Prinzentitelverlust und Skandalen
Am frühen Donnerstagmorgen ist Andrew Mountbatten-Windsor (66) verhaftet worden. Zu Hause auf dem royalen Landsitz Sandringham, in der englischen Grafschaft Norfolk. Da, wo der geschasste Ex-Prinz seit drei Wochen lebt. Ein Anwesen, das im Privatbesitz seines Bruders König Charles III. (76) ist. Fünf Zimmer hat das Haus, in der Royal Lodge waren es 30.
Abgeschoben von der britischen Königsfamilie und gehasst von den Nachbarn. An seinem Geburtstag wurde der ehemalige Partyprinz verhaftet. Sechs zivile Autos seien vorgefahren, sieben Personen ausgestiegen und teils mit Laptops ausgestattet ins Haus gegangen, wie britische Medien übereinstimmend berichten.
Der Verdacht: Amtsmissbrauch! Der damalige Prinz soll 2010 in seiner Rolle als Handelsbeauftragter im Auftrag der Regierung vertrauliche Dokumente an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (1953–2019) weitergeleitet haben.
Täglich kommen weitere Details ans Tageslicht, durch die über drei Millionen Epstein-Files und geleakten E-Mails. Die sexuellen Gräueltaten von Andrew Mountbatten-Windsor haben ihn schon sämtliche Ehren sowie den Prinzentitel gekostet und den Verstoss aus der Familie bewirkt.
Das Volk will Antworten. Auch seine vermeintlichen Opfer, die er für seine Taten, welche er immer bestritten hat, bezahlen muss. Die Weltöffentlichkeit verlangt Konsequenz. Noch ist vieles nicht geklärt. Klar ist: Das Volk schaut genau hin. Zu lange wurden die sexuellen Übergriffe des Briten vertuscht.
Blick beantwortet die brennendsten fünf Fragen, die sich in dieser Situation stellen.
Bleibt Andrew Mountbatten-Windsor in Haft?
Aktuell ja. Laut Angaben der «Thames Valley Police» befindet er sich weiterhin in Gewahrsam, während die Ermittlungen laufen. Es laufen Durchsuchungen an Adressen in Norfolk, wo der Ex-Prinz wohnt, und in Berkshire, auf dem Gelände von Schloss Windsor, wo er rund 20 Jahre lang in der Royal Lodge lebte. In Grossbritannien dürfen Verdächtige nach einer Festnahme bis zu 24 Stunden in Gewahrsam gehalten werden. Die Dauer kann bis auf 96 Stunden verlängert werden. Dies hängt von der Schwere der Ermittlungen ab. Stand jetzt ist er weder entlassen noch auf Kaution freigelassen oder angeklagt worden. Bis zu einer Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.
Wie reagiert das Königshaus?
König Charles III. hat rund fünf Stunden nach der Verhaftung seines Bruders dem Sender BBC folgende Erklärung gegeben: «Mit grosser Besorgnis habe ich die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. Was nun folgt, ist ein vollständiger, fairer und ordnungsgemässer Prozess, in dem diese Angelegenheit in angemessener Weise und durch die zuständigen Behörden untersucht wird. Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit. Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen. Solange dieser Prozess andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äussern würde. In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflicht und unseren Dienst an Ihnen allen fortsetzen. Charles R.» Am Nachmittag haben sich auch Prinz William (43) und Prinzessin Kate gemeldet. So schreiben die britischen Medien Folgendes: «Der Prinz und die Prinzessin von Wales unterstützen die Erklärung des Königs nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor.»
Was bedeutet die Verhaftung für die britischen Royals?
Auch wenn bekanntermassen der König immer wieder seine schützende Hand über seinem Bruder hielt, ihn privat finanziert und in seinem privaten Anwesen wohnen lässt: Öffentlich distanziert er sich von ihm. Etwas anderes bleibt ihm nicht übrig. Den Prinzentitel und damit verbundene Privilegien hat er seinem Bruder aberkannt. Der Ex-Prinz Andrew darf weder bei Familienfeiern dabei sein, die von der Presse begleitet werden, noch ist er in der Gunst von Thronfolger Prinz William (43). William und Gattin Kate (43) sollen grosse Treiber im Bestreben gewesen sein, Andrew fallen zu lassen. Für sie steht Transparenz und Wahrheit über dem familiären Schutz.
Ist die Monarchie in Gefahr?
Die Stimmung im Volk kippt massiv gegen die Monarchie, auch wenn sie noch mehr Befürwortende als gegnerische Stimmen hat. Doch einfach wäre eine Abschaffung ohnehin nicht. Die britische Verfassung regelt es klar: Die Monarchie könnte nur durch einen parlamentarischen Entscheid abgeschafft werden. Dies ist Stand heute kein Thema. König Charles III. geniesst nach wie vor Beliebtheit, auch durch seine, wenn auch späte öffentliche Abkehr von seinem Bruder Andrew. Kritische Stimmen sprechen von einem Kulturwandel und einer sinkenden Identifikation mit der Krone. Doch ein Weg hin zu einer anderen Staatsform ginge nur durch den politischen Weg.
Bleibt der Grüsel-Prinz in der Thronfolge?
Ja, er steht nach wie vor auf Platz acht. Auch wenn er offiziell kein Prinz mehr ist – sein Geburtsrecht bleibt bestehen. Auch seine Skandale und der Titelentzug als Prinz sind unabhängig von der Thronfolge. Dass er einst König vom Vereinigten Königreich wird, gilt aber als absolut aussichtslos, da vor ihm sieben Personen stehen. Ihn von der Thronfolge auszuschliessen, würde ebenfalls eine Gesetzesänderung durch das Parlament bedingen.