Darum gehts
- Prinz Harry verliert Prozess gegen «Dailymail» wegen fehlender Beweise in London
- Kläger müssen 54 Millionen Franken Gerichtskosten zurückzahlen
- Kolumnist nennt Urteil einen «Triumph für die Pressefreiheit»
Er kam, klagte – und scheiterte kläglich. Prinz Harry (41) hatte – mit anderen Nebenklägern wie Elton John (79) und Liz Hurley (61) – gegen den Herausgeber der «Daily Mail» geklagt. Der Vorwurf: Unrechtmässige Beschaffung von Informationen, Abhören von Telefonen und Engagieren eines Privatdetektivs.
Vor Gericht wollten die Kläger die Associated Newspapers Limited zur Rechenschaft ziehen, doch stattdessen dürfte bald bei ihnen eine saftige Rechnung ins Haus flattern. Die Klägerinnen und Kläger haben verloren, ein Gericht entschied jedoch, dass nicht ausreichend Beweise vorlagen, um den Vorwurf zu belegen.
54 Millionen Franken
Ein Sprecher der Associated Newspapers sagt gegenüber der «Daily Mail», die Kläger hätten «viel wertvolle Zeit des Gerichts und mehr als 50 Millionen Pfund an rechtlichen Kosten verschwendet». Die Kosten – etwa die Gerichtskosten – müssten nun zurückerstattet werden.
Dabei handelt es sich um keine kleine Summe. Laut dem «Guardian» kommt auf die Klägerinnen und Kläger eine Rechnung in Höhe von bis zu 50 Millionen britischen Pfund zu – das entspricht knapp 54 Millionen Franken.
Es ist nicht das erste Mal, dass Prinz Harry gegen die britische Presse vorgeht. Er klagte bereits gegen «The Sun» und gegen den «Mirror». Mit beiden Zeitungen einigte er sich am Ende aussergerichtlich.
«Triumph für die Pressefreiheit»
Während der Herzog von Sussex ins Schwitzen kommen dürfte und tief in die Tasche greifen muss, jubelt die «Daily Mail». Der Kolumnist Stephen Glover der «Daily Mail» sagt, dass die Klage nichts anderes als eine Verschwörung gewesen sei mit dem Versuch, die «Daily Mail» zu zerstören. Er spricht von einem «Triumph für die Pressefreiheit», befürchtet jedoch, dass die «Gegner der freien Presse» nicht verschwinden werden.
Mit der Niederlage vor Gericht muss Prinz Harry diese Woche direkt zwei Schlappen einstecken. Denn sein Vater König Charles III. (77) lud ihn dazu ein, während seines Besuchs in London im Buckingham-Palast zu wohnen, was als Zeichen der Annäherung gesehen wurde. Da Prinz Harry jedoch die Zusage zu spät tätigte, sagte der Palast ihm kurzerhand ab – es sei nicht mehr genug Zeit, den Besuch des Prinzen vorzubereiten.