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Don Toliver im Hallenstadion:Hier gehen die Fans ab

Pfefferspray-Attacke bei Rap-Konzert im Zürcher Hallenstadion – Fans in Todesangst
«Ich dachte, ich sterbe!»

Pfefferspray, maskierte Fans, geklaute Goldketten: Nach dem Konzert von US-Rapper Don Toliver im Zürcher Hallenstadion berichten Besucher von chaotischen Zuständen bei den Stehplätzen.
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Rapstar Don Toliver war am Montagabend zu Gast in Zürich.
Foto: Damian Seiler

Darum gehts

  • Bei Don Toliver im Hallenstadion kam Pfefferspray zum Einsatz
  • Fans klagten über Platzverhältnisse, Maskierte, Moshpits und Diebstähle
  • Vier Personen wurden festgenommen, das Hallenstadion prüft die Sicherheit

Die Augen brennen, die Luft wird dünn, ringsum drängen sich die Menschen. «Ich dachte, ich sterbe!», klagt ein Besucher in seinem Instagram-Video. Er schildert die Szenen des Konzerts von Rapper Don Toliver (32) am Montagabend im Hallenstadion in Zürich. Bei den Stehplätzen soll es zu einer fiesen Pfefferspray-Attacke gekommen sein.

Zahlreiche Fans im Stehbereich hätten Masken getragen. Einige hätten zudem Goldschmuck geklaut, vor allem Ketten. Viele von ihnen hätten es auf die Handgelenke der anwesenden Frauen abgesehen.

Unter einem Video auf dem Account vom Hallenstadion häufen sich kritische Kommentare. «Dass jemand Pfefferspray hereinbekommen hat und benutzt hat, war wirklich seltsam», kommentiert ein User. «Nächstes Mal besser nach Pfefferspray kontrollieren», klagt ein anderer Fan. Eine dritte Nutzerin schildert die Situation so: «Es ist alles so schnell gegangen, ich habe nichts mehr gesehen und keine Luft bekommen.»

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«Chaotische Zustände»

Ein anderer Besucher wird besonders deutlich: «Chaotische Zustände auf den Stehplätzen beim Konzert und offensichtlich unzureichende Sicherheitsmassnahmen!» Weiter schreibt er, Fans seien mit Skimasken, mit Fahnen auf Stangen und in Kostümen hineingelassen worden. Schon am Eingang habe Chaos geherrscht. Dazu stellt er die Frage: «Wie kann es sein, dass mehrere unkontrollierte Moshpits entstehen, in denen Menschen beinahe erdrückt werden?» Und weiter: «Während solchen Moshpits wurden mehreren Bekannten die Goldhalsketten vom Hals gerissen und gestohlen.»

Zur Erklärung: Ein Moshpit ist ein Kreis im Stehplatzbereich, der oftmals kurz vor einem sehr energischen Song aufgemacht wird. Beim sogenannten «Drop», also dann, wenn der Bass einsetzt, springen die Besucher ineinander. Vor allem bei den jungen Leuten ist dieses Phänomen bei fast allen Rap-Konzerten präsent.

Partykönig war auch da

Einer, der sich das Konzert nicht hat entgehen lassen, ist der Zürcher Partykönig Reto Hanselmann (45). Er hatte Sitzplätze. Von einer Massenpanik hat er nichts mitbekommen, aber: «Ich habe viele maskierte Leute im Publikum gesehen.» Ausserdem habe das Konzert deutlich später angefangen, als ursprünglich geplant. Erst nach 22 Uhr sei der US-Amerikaner auf die Bühne gekommen. «Der Einlass war extrem unkoordiniert. Die Leute haben gedrängelt und die Securitys mussten teilweise eingreifen.»

Das sagen die Verantwortlichen

Blick hat das Hallenstadion um eine Stellungnahme gebeten. Direktor Philipp Musshafen bestätigt gegenüber Blick: Der Vorfall ist bekannt. «Die Gesundheit und Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher haben für uns oberste Priorität», schreibt er. Und weiter: «Wir bedauern sehr, dass durch den Einsatz von Pfefferspray Menschen betroffen waren.»

Der Sicherheitsdienst sei sofort zur Stelle gewesen. Die Betroffenen seien an die frische Luft geführt und von der Sanität betreut worden. Nach kurzer Zeit hätten alle wieder zurück in die Arena gekonnt.

Vierköpfige Gruppe festgenommen

Die Polizei hat mit Unterstützung des Sicherheitsdiensts eine vierköpfige Gruppe festgenommen und mutmassliches Diebesgut sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen liegen bei den Behörden.

Zu den Diebstählen sagt Musshafen: «Leider kommt es bei solchen Konzerten immer wieder vor, dass Personen das Gedränge, insbesondere in Moshpits, für Diebstähle ausnutzen.» Das Hallenstadion warne seine Besucherinnen und Besucher deshalb aktiv vor dieser Gefahr und weise auf Vorsichtsmassnahmen hin.

Wie geht es jetzt weiter? «Gemeinsam mit unserer Sicherheitsfirma und dem Veranstalter werden wir den Vorfall aufarbeiten und prüfen, wie wir den Schutz unserer Gäste weiter verbessern können.»

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