Schauspieler Uwe Kockisch, der durch seine Rolle als Commissario Brunetti grosse Bekanntheit erlangte, ist tot. Er verstarb am Montag im Alter von 81 Jahren in einem Spital in Madrid. Er erlag einer Lungenkrebs-Erkrankung, wie die Tageszeitung «junge Welt» aus dem Familienkreis des Schauspielers erfahren haben will. Seine Agentur bestätigte die Meldung unter Berufung auf seine Frau später auch der Deutschen Presse-Agentur.
Uwe Kockisch wurde 1944 in Cottbus geboren, wollte 1961 aus der DDR fliehen, wurde jedoch erwischt und sass deshalb zeitweise in Haft. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Hochschule für Schauspielkunst «Ernst Busch» in Berlin. Seit den 1970er-Jahren war Kockisch nicht nur in zahlreichen Film- und TV-Projekten zu sehen, sondern spielte auch auf verschiedenen Theaterbühnen. Zu seinen bekanntesten Rollen gehört der Commissario Guido Brunetti in der ARD-Krimireihe «Donna Leon», den er von 2003 bis 2019 verkörperte, sowie der Stasi-Offizier Hans Kuper in der ARD-Serie «Weissensee». Für letzteres erhielt er 2011 den Deutschen Fernsehpreis.
Auswanderung in den warmen Süden
Mit seiner zweiten Ehefrau lebte Kockisch seit 2009 in Madrid. 2019, in dem Jahr, als er das letzte Mal als Commissario Brunetti die Kriminalfälle in der Lagungenstadt Venedig aufklärte, verriet er der «Bild»-Zeitung, dass er mit seiner Frau in eben jene Stadt ziehen wolle und das Serien-Aus daher einfacher zu verkraften sei. «Ich habe keinen Abschiedsschmerz, weil wir, meine Frau und ich, nach Venedig ziehen wollen! Ich bin nicht in Trauer, es war eine gute Zeit. Eine Tür geht zu, eine andere geht auf». Der Umzug wäre für 2020 geplant gewesen. Womöglich kam ihnen allerdings die Corona-Pandemie in die Quere, weshalb Kockisch schlussendlich in Madrid und nicht in jener Stadt verstarb, die ihn beruflich während so vieler Jahre ein zweites Zuhause bot.