Darum gehts
- Karl Lagerfelds Katze Choupette wartet sieben Jahre nach seinem Tod auf Erbe
- Grund: Streit um Lagerfelds Testament, 137 Mio. CHF für Choupette blockiert
- Nach französischem Recht kann Choupette kein Geld oder Eigentum erben
Über seinen Liebling auf vier Pfoten sagte Designer Karl Lagerfeld (†85) einst: «Ich habe nur eine grosse Liebe: meine Katze Choupette.» Kein Wunder also, dass er dafür sorgen wollte, dass es der weissen, blauäugigen Birma-Katze nach seinem Tod gut gehen würde. Lagerfeld soll ihr in seinem Testament 150 Millionen Euro vermacht haben; umgerechnet sind das ungefähr 137 Millionen Schweizer Franken. Sein Gesamtvermögen wird auf 200 bis 400 Millionen Euro geschätzt.
Doch auch sieben Jahre nach Lagerfelds Tod wartet die 14-jährige Katze noch auf ihr Millionen-Erbe. Das verrät nun seine einstige Hausdame Françoise Caçote (51), die sich bis heute um Choupette kümmert. Der Grund: ein Erbstreit, der um den Nachlass des Kult-Designers entfacht ist.
«Bis heute absolut nichts erhalten»
Zu Karl Lagerfelds Lebzeiten schwamm seine Katze Choupette im Luxus. Nicht nur begleitete sie Lagerfeld bei seinen Reisen im Privatjet, sie hatte auch zwei Katzensitterinnen und einen eigenen Koch. Heute lebt die Katze jedoch nicht mehr in einer von Lagerfelds Luxusvillen, sondern in einer Wohnung in Paris (F). Der Chanel-Designer hatte nicht nur mit den 150 Millionen Euro dafür sorgen wollen, dass Choupette von ihrem pompösen Lebensstil nichts einbüssen muss – Berichten zufolge soll er unabhängig vom Erbe obendrein 1,3 Millionen Euro für sie hinterlegt haben.
Dass von all dem Geld bis heute kein Rappen angekommen ist, verrät Françoise Caçote jetzt der US-Zeitschrift «The Atlantic». Darin betont sie: «Ich möchte ganz offen sein: Bis heute haben wir absolut nichts erhalten.» Um Lagerfelds letztem Willen nachzukommen, müsse sie tief in die Tasche greifen. Es brauche teure Anwälte, um das Erbe in ihrem Namen einzufordern «und sicherzustellen, dass Karls Wünsche respektiert werden.»
Ein Erbstreit kommt Choupette in die Quere
Jedoch dürfte es noch eine ganze Weile dauern, bis Lagerfelds Riesen-Erbe unter allen Begünstigten verteilt ist. Seit der Nachlassverwalter Christian Boisson darüber informiert hat, dass die Gültigkeit des Testaments, das Lagerfeld 2016 verfasste, angefochten wird, bangen diese um ihre Millionen. Bis heute ist unklar, welche Ansprüche die eingesetzten Erben tatsächlich haben.
Hinzu kommt, dass Tiere wie Choupette nach französischem Recht weder Geld noch Eigentum erben können. Für das Wohlergehen von Lagerfelds Katze tue Françoise Caçote aber ohnehin alles: «Ich arbeite in Teilzeit, um sie zu unterstützen. Sie bekommt all die Liebe, Aufmerksamkeit und Fürsorge, die sie braucht.» Weiter: «Ich weiss, dass Choupette zu Hause glücklich ist, und das ist das Wichtigste.»
Eine ganz besondere Verbindung
Bevor Karl Lagerfeld 2019 an Krebs verstarb, sprach er immer wieder darüber, welche ausserordentliche Rolle Choupette in seinem Leben spielte. «Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so in ein Tier verlieben könnte», so eine seiner Liebesbekundungen. «Sie ist der Mittelpunkt meines Lebens.» Er berichtete zeitlebens davon, dass sie mit ihm ass, «auf dem Tisch, mit ihrem eigenen Geschirr. Die würde niemals etwas vom Boden essen.»
Lagerfeld adoptierte Choupette 2011. Sie habe ihm nach eigenen Angaben geholfen, eine «nettere Person» zu werden – eine Eigenschaft, die man ihm zumindest öffentlich nicht unbedingt nachsagt. «Sie ist friedlich, lustig, unterhaltsam und anmutig, sie ist hübsch anzusehen und hat eine gute Ausstrahlung, aber ihre wichtigste Eigenschaft ist, dass sie nicht redet», sagte Lagerfeld einmal im Interview mit dem Magazin «Numéro» über seine vierbeinige Gefährtin.
Heute gilt Choupette als eines der berühmtesten Haustiere der Welt. Sie hat einen eigenen Instagram-Kanal, auf dem Fans sie auch nach Lagerfelds Tod weiterhin begleiten können. Dass sie als Karl Lagerfelds Katze auch eine Modelkarriere hingelegt hat, versteht sich von selbst.