«Sie ist einfach unwiderstehlich!»
Hollywood-Star Kurt Russell über Ausnahmebeziehung mit Goldie Hawn

Kurt Russell strahlt fast immer – besonders dann, wenn er Goldie Hawn oder seine Kinder im Arm hält. Ein Gespräch um Dinge, die im Leben wichtig sind, um das Wesen von Glück – und immer wieder um Liebe.
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Für Russell ist die Liebe das Wichtigste.
Foto: WireImage

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hollywood-Star Kurt Russell, 75, feiert 65 Jahre Karriere und Lebenswerk-Auszeichnung
  • Seit 1983 mit Goldie Hawn liiert, gemeinsam Patchworkfamilie mit acht Enkeln
  • Sein Weingut GoGi widmet Weine Familienmitgliedern, darunter «Goldie»-Chardonnay
Text Mariam Schaghaghi
Schweizer Illustrierte

Sein unverschämt volles graues Haar, diese sympathischen Fältchen, die Grübchen, wenn er lacht, und in den eisblauen Augen ein Schalk – auch mit 75 Jahren sieht Kurt Russell noch so aus, als könne er jederzeit in ein neues Abenteuer aufbrechen. Er ist echtes Hollywood-Urgestein: ein Kinderstar, der mit zehn Jahren von Walt Disney höchstpersönlich unter Vertrag genommen wurde, der als Westernheld, Actionstar und mit «Die Klapperschlange» Kultstatus erreichte. Seit 65 Jahren ist er im Geschäft. Und strahlt tiefe Zufriedenheit und heitere Gelassenheit aus.

Gerade war Russell Ehrengast des Monte-Carlo-Filmfestivals und dessen Schirmherrn Fürst Albert, der ihm eine Goldene Nymphe für sein Lebenswerk verliehen hat. Wer mit dem Doppel-Jubilar spricht, merkt schnell: Seine Lieblingsrolle spielt er nicht vor der Kamera, sondern im eigenen Leben.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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«Ich wache glücklich auf», bekennt Russell. «Ich wache auf und freue mich auf den Tag, auf die Arbeit, auf das, was vor mir liegt. Ich bin extrem einverstanden mit meinem Leben.» Bei Russell klingt das echt. Ehrlich. Die Bilanz eines Mannes, der sein Glück nicht gefunden, sondern mit Kraft und Charakterstärke aufgebaut hat.

Glückliche Patchworkfamilie

Seit 1983 teilt Schauspielerin Goldie Hawn dieses Leben mit ihm, ohne Trauschein. «Seit ich mit ihr zusammen bin», sagt Russell, «steht unsere Beziehung, unsere Kinder, unsere Familie im Mittelpunkt meines Lebens.»

Ein Bekenntnis ohne Pathos, in seiner Stimme liegt Ruhe und völlige Sicherheit. Nur einmal war der Schauspieler verheiratet, aus der kurzen Ehe stammt Sohn Boston. Anderthalb Jahre nach der Trennung aber kam Goldie, zusammen mit Sohn Oliver und Tochter Kate Hudson, damals sechs und vier Jahre alt. Mit grösster Selbstverständlichkeit übernahm Russell die Vaterrolle für sie. Drei Jahre später kam für das Traumpaar noch der gemeinsame Sohn Wyatt hinzu. Mittlerweile bereichern acht Enkel den Künstler-Clan. Diese Patchworkfamilie wurde zu Kurt Russells eigentlichem Kunstwerk.

In diesen Tagen macht er Urlaub in Griechenland. Vier Wochen, mit allen Kindern, Enkeln und natürlich Goldie. Mal chartern sie eine Yacht, um das Ionische Meer zu erkunden, mal liegen sie in der angemieteten Villa herum und tun nichts. Das ist savoir-vivre à la Kurt – kein Glamour, sondern Zusammenhalt. Die Fähigkeit, sich mit seinen Liebsten an einen Tisch zu setzen, sich ins Meer, in einen faulen Nachmittag fallen zu lassen.

Goldie und Kurt: Diese grosse Liebe begann leinwandreif. Die zwei standen gemeinsam für «Swing Shift» vor der Kamera. Gesehen hatten sie sich schon mal am Set eines Disney-Musicals, fast noch als Teenies. Beim «Swing Shift» war Kurt 32 und frisch geschieden. «Goldie», sagt Kurt, «war eine wunderbare Frau – und einfach unwiderstehlich». Ein breites Lächeln zeigt, dass er das heute noch findet.

Ein Date und 43 Jahre Liebe

Er hatte die Idee, sie zu fragen, ob sie ihre Tanzszene mal vorab üben könnten, und bat sie in ein Tanzlokal mit Liveband. «Aber statt zu tanzen, sassen wir drei Stunden da und redeten. Wir standen nicht ein einziges Mal von unseren Stühlen auf.»

So begann eine Liebe, die bis heute Bestand hat. «Warum man jemanden liebt, kann ich niemandem erklären. Dazu ist die Liebe zu komplex», sagt Russell. «Aber eines weiss ich mit Sicherheit: Wenn zwei Menschen sich wirklich lieben, gewinnt die Liebe am Ende.» Man sieht ihm an, wie überzeugt er davon ist. «Wenn man liebt, möchte man nicht auf den anderen verzichten. Vor nichts hat man mehr Angst als vor dem Verlust.»

Doch das Date wurde noch unvergesslicher: Nach dem Club wollte Goldie ihm die Renovierungsarbeiten an ihrem Haus zeigen. Der Bau war verschlossen, aber Kurt wollte Eindruck machen. Er hebelte die Haustür auf, sie gingen durch das leere Haus und landeten dort, wo einmal das Schlafzimmer sein sollte. Und fingen an, das zu tun, was man in Schlafzimmern tut, auch ohne Möbel. Wieder ein Grinsen auf Kurts Gesicht. «Gerade als ich dachte: ‹Ob das eine gute Idee ist?›, blendet mich eine Taschenlampe. Vor uns zwei Polizisten. Sie hatten die Einbruchspuren an der Tür entdeckt.» Was dann half, war Kurts Humor. «Ich fragte die Cops: ‹Hat euch die Show gefallen?› Sie mussten schallend lachen. Und wir auch.» Kurt lächelt noch heute bei der Erinnerung. «Das wars! Seitdem haben wir uns nicht mehr getrennt, bei uns war alles klar!»

Auch 43 Jahre später führen die beiden Superstars eine Ausnahmebeziehung, völlig skandalfrei. «Ich hoffe, dass Goldie weiterhin morgens aufwacht, zu mir herüberschaut und sich denkt: Viel ist da nicht mehr anzuschauen – aber ich mag ihn. Er ist ein guter Kerl.»

Sogar der Wein ist Liebesbeweis

Neben seinem privaten Glück kann Kurt Russell eine Karriere vorweisen, für die andere mehrere Leben bräuchten. Unvergessene Rollen in «Elvis – The King», «Silkwood», «Backdraft», Quentin Tarantinos «Death Proof» und derzeit in der Serie «The Madison» neben Michelle Pfeiffer.

Daneben gibts weitere Glücksbringer in seinem Leben: den Weinbau und das Fliegen. Beides habe ihn viele Lebenslektionen gelehrt. «Geradlinigkeit. Kein Bullshit. Ein Flugzeug interessiert sich nicht für dein Ego, für Ausreden oder Experimente. Man befolgt Regeln. Oder man stirbt.» Genau so klar ging er vor 18 Jahren den Weinbau an. Um ihn von der Pike auf zu erlernen, suchte er einen Winzer, der nicht wusste, wer er war.

Sein Label heisst GoGi, nach seinem Kinderspitznamen. «Meine Chardonnays heissen alle Goldie», erklärt er stolz, «und jeder Pinot-Jahrgang trägt den Spitznamen eines Familienmitglieds: «Birdie» nach Kate, «Southpaw» nach Oliver, «Forbaz» nach meiner Schwester und so fort.» Selbst seine Flaschen sind Liebesbeweise.

Ob in der Liebe, auf der Leinwand oder beim Wein: Ausser Glück und der Gunst des Schicksals ist ständig eigene Mühe notwendig, betont er. «Jeden Morgen, an dem du aufwachst, fängst du an, daran zu arbeiten. Und ein guter Mensch zu sein.»

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