Darum gehts
- Brigitte Bardot starb am 28. Dezember 2025 in Saint-Tropez
- Ihr Sohn Nicolas-Jacques Charrier nahm überraschend an der Trauerfeier teil
- Sängerin Mireille Mathieu sang bei der Zeremonie vor Hunderten Gästen
Saint-Tropez nimmt Abschied von seiner Ikone: Hunderte Menschen haben sich am Mittwoch in dem südfranzösischen Küstenort von Filmlegende und Tierschutz-Ikone Brigitte Bardot (†91) verabschiedet, die am 28. Dezember 2025 gestorben ist.
Bardots Sarg, ein Holzgeflecht, fast wie ein Korb, war mit gelben, orangefarbenen und weissen Blumen bedeckt. «Ein Öko-Sarg, könnte man sagen», schildert Matthias Mast, ehemaliger Blick-Redaktor und heute Kommunikationsleiter von Tierschützerin Vera Weber, gegenüber Blick.
Mast war bei der abgeriegelten Trauerfeier dabei. Dabei ist ihm aufgefallen: «Sie war schlichter, als man sich für eine Berühmtheit dieser Grössenordnung vielleicht vorstellt.» Die Abdankung hätte einen familiären Charakter gehabt, obwohl die Kirche komplett voll war. «Bardot hatte explizit keine Nationalfeier gewünscht.»
Im Innern der Kirche erinnerte ein Schwarz-Weiss-Foto an Bardots zweite Lebenshälfte: Die frühere Sexikone mit einer Babyrobbe im Arm, darüber die Worte «Merci, Brigitte». Vor der Kirche hielt ein Mann ein Schild hoch: «Die Tiere danken Brigitte Bardot».
Für Vera Weber, Präsidentin der Fondation Franz Weber, bringt die Feier genau das auf den Punkt. «Mit Brigitte Bardot verbinde ich die höchste Form des Tierschutzes, Freiheit und Einfachheit», sagt sie zu Blick. «Die Trauerfeier hat alles beinhaltet. Alle lieben ihre Brigitte Bardot. Und wir kämpfen weiter für die Tiere.» Weber sass in der Kirche direkt hinter der Trauerfamilie, neben dem kanadischen Tierschützer Paul Watson. Bardot hatte sie über ihr Engagement für Tiere kennengelernt.
Prominente Gäste
Unter den Trauergästen: Sängerin Mireille Mathieu (79), die während der privaten Zeremonie sang, ebenso wie Chico Bouchikhi (71) von den Gipsy Kings. «Die Feier war also nicht nur traurig, sondern hatte auch sehr schöne Momente», so Mast.
Auch politisch sorgte die Beerdigung für Aufmerksamkeit. Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen nahm ebenfalls teil, ebenso Macrons Gleichstellungsministerin Aurore Bergé. Grössere Proteste blieben aus. «Ich glaube, die Franzosen sind da etwas anders. Sie können das besser trennen», sagt Mast.
Überraschender Auftritt des Sohnes
Besonders bewegend: Auch Bardots Sohn Nicolas-Jacques Charrier (65) war anwesend, gemeinsam mit seiner Tochter Théa, Bardots Enkelin. Er war kurz nach der Geburt von seiner Mutter verstossen und vom Vater grossgezogen worden. «Man hatte erwartet, dass er gar nicht kommt. Aber er war dabei», berichtet Mast.
Angeführt wurde der Trauerzug von Bardots viertem Ehemann Bernard d’Ormale, mit dem sie über 30 Jahre verheiratet war. Am Morgen der Beerdigung hatte er in «Paris Match» erstmals die Todesursache öffentlich gemacht: Bardot litt an Krebs, musste sich zwei Operationen unterziehen und hatte zuletzt starke Rückenschmerzen.
Nach der Messe zog der Trauerzug durch Saint-Tropez, vorbei an den berühmten Hafen-Restaurants. Menschen weinten, applaudierten, verneigten sich. «Es war eine Trauerfeier für die Menschen hier», sagt Mast. «Sie haben Abschied genommen von der Königin von Saint-Tropez. Oder von der Grossmutter von Saint-Tropez. Von der Frau, die das Dorf gross gemacht hat.»
So wurde sie berühmt
Brigitte Bardot erlangte mit Anfang 20 durch den Film «Und ewig lockt das Weib» Weltruhm, wurde zum Sexsymbol der 1950er-Jahre – und kehrte dem Kino später den Rücken, um sich ganz dem Tierschutz zu widmen. Politisch eckte sie immer wieder an. «Auch wenn man in 91 Jahren nicht immer nur Gutes macht», sagt Mast. «Aber Bardot war in erster Linie Tierschützerin. Und die Menschen hier dankten ihr vor allem für das, was sie für die Tiere getan hat.»
Beigesetzt wird Brigitte Bardot in strenger Privatsphäre auf einem Friedhof in Saint-Tropez.