Darum gehts
- Valérie Messika erklärt Unterschiede beim Schmuckstil zwischen Französinnen und Schweizerinnen
- Schweizerinnen schätzen präzises Handwerk, Französinnen setzen auf intuitive Kombinationen
- Messika verkauft weltweit in 450 Shops, neue Boutique in Zürich eröffnet
Tragen Frauen in anderen Ländern den Schmuck anders als Frauen in der Schweiz? Valérie Messika (50), Gründerin des französischen Schmuckhauses Messika, sagt: ja, deutlich. Im Gespräch mit Blick erklärt sie, worin sich die Kundinnen in Paris und neuerdings auch in Zürich unterscheiden.
Wer an «Pariser Chic» denkt, hat vermutlich sofort mühelose Eleganz vor Augen. Ein bisschen «Oh, das hier? Habe ich einfach aus dem Schrank gewühlt»-Attitüde. «Ein bewusster Bruch mit Konventionen, das Mischen von Kontrasten, eine gewisse Spontaneität», bringt es Messika im Gespräch mit Blick auf den Punkt. «Die Französin wählt intuitiv.»
So kaufen Schweizerinnen ein
Die Schweizerin gehe die Sache anders an – mit der ihr eigenen Gründlichkeit. «Schweizer Kundinnen haben ein aussergewöhnliches Auge für Handwerk», stellt die Gründerin fest. Wo die Pariserin funkelt, analysiert die Schweizerin: «Mit Präzision, Neugier und tiefem Respekt vor dem Savoir-faire.»
Diamanten sind zwischen Zürich und Genf eben kein reines Statussymbol zum Angeben, sondern ein Statement für Authentizität. «Schmuck wird in der Schweiz als Investition mit Ewigkeitsgarantie gekauft und exakt ausgewählt» – um die nächsten drei Generationen zu überdauern.
Vom Geheimtipp zum Imperium
Ganz so festgefahren bleibt dieses Klischee aber nicht. Laut Messika verschiebt sich die Bodenständigkeit der Schweizerinnen zunehmend – im positiven Sinne: «Auch in der Schweiz weicht die klassische Zurückhaltung zunehmend einer neuen Freude an mutigem, zeitgenössischem Design. Die Schweizerin bleibt zwar intentional, wird aber experimentierfreudiger.»
Die Liebe zu Diamanten wurde Valérie Messika quasi in die Wiege gelegt. Ihr Vater, André Messika (77), ist ebenfalls eine Grösse im Diamanten-Business. 2005 gründete sie ihr eigenes Label und wirbelte die Branche mit frechen, fast rebellischen Designs auf. Aus dem kleinen Pariser Büro wurde inzwischen ein Imperium mit über 450 Verkaufsstellen weltweit – und seit kurzem auch mit einer eigenen Boutique in Zürich an der Bahnhofstrasse.
Und wenn dann Superstars wie Beyoncé (44) oder Rihanna (38) ihre High-Jewelry-Kreationen auf den roten Teppichen tragen, sorgt das nach über 20 Jahren im Geschäft immer noch für Gänsehaut: «Jedes einzelne Mal. Wir waren ein sehr kleines Team in einem kleinen Pariser Büro, als wir anfingen. Meine Kreationen an Frauen zu sehen, die Millionen inspirieren, ist unglaublich emotional.»