Royal-Beichte von Hape Kerkeling
«Ich war Platz 111 der britischen Thronfolge!»

Mit der ehrlichen Schilderung seiner Erlebnisse auf dem Jakobsweg hat der deutsche Komiker die Herzen der Menschen erobert. Nun kommt er mit «Horst Schlämmer sucht das Glück» in die Kinos.
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Komödiant mit Tiefgang: Der 61-jährige Hape Kerkeling befasst sich auch im neuen Film mit den grossen Lebensfragen.
Foto: picture alliance/dpa

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hape Kerkeling bringt Horst Schlämmer mit neuem Film zurück ins Kino
  • Kerkeling hat dank seiner Urgrossmutter blaues Blut
  • 2016 heiratete er, sein Mann nahm seinen Nachnamen an
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Mariam Schaghaghi
Schweizer Illustrierte

Obwohl er seinen Rückzug angekündigt hatte, lässt Hape Kerkeling seine Kunst- und Kultfigur Horst Schlämmer nochmals auf der Kinoleinwand erscheinen – mitsamt Schnaufen, schiefem Gebiss und Kunstledertäschchen. Seine Mission: den Menschen das Lächeln zurückzubringen. Das ist leichter gesagt als getan, doch wer Kerkeling kennt, weiss, dass es klappen wird, wenn auch mit Umwegen. Der Film «Horst Schlämmer sucht das Glück» (jetzt im Kino) ist der perfekte Anlass, um den Schauspieler, Komiker, Autor und Regisseur nach seiner Suche nach Glück zu befragen.

Hape Kerkeling, findet man das Glück nur, wenn man es bewusst sucht?
Ich bin davon überzeugt, dass man die Suche nicht zu verbissen angehen sollte. Glück ist oft ein scheues Reh; man muss die nötige Gelassenheit besitzen, um sich vom Glück auch finden zu lassen.

Sie selbst könnten auf der Suche nach dem Glück weit vorne liegen. Nach Ihrer Wanderung 2001 ist der Jakobsweg echt hip geworden …
Ach, erfunden habe ich ihn ja nicht – ich habe ihn lediglich wieder ein wenig mehr ins Bewusstsein gerückt. Wenn es mir gelungen ist, Menschen zu dieser Pilgerreise zu inspirieren, wäre das für mich bereits ein tiefes Glücksgefühl – selbst wenn es nur ein einziger gewesen wäre.

Was gibt Ihnen persönlich Halt, wenn die Zeiten schwierig werden?
Zunächst einmal: Es gab nie Momente, die so düster waren, dass ich die Hoffnung gänzlich verloren hätte. Mein Fundament ist die Partnerschaft. Und natürlich ist da mein tiefes Vertrauen auf den lieben Gott, das mich trägt.

Ihre Karriere als Messdiener währte nur kurz, weil Sie dem Pfarrer «zu viel Show» machten. Hat Ihre Begegnung mit dem Dalai Lama Sie glücklich gemacht?
Ja, zutiefst. Es war ein spirituelles Geschenk. Ich war damals gemeinsam mit der unvergessenen Hannelore Elsner dort. Wir fühlten uns danach wie berauscht, fast wie albern-glückliche Kinder. Wir hätten vor Freude tanzen können. Hannelore fragte mich: «Bist du auch so selig wie ich?» Und ich war es. Es war die unmittelbare Wirkung der Aura dieses besonderen Menschen, die wir uns rational kaum erklären konnten.

Sie haben 2016 geheiratet. Machte es Sie glücklich, dass Ihr Mann Ihren Nachnamen angenommen hat?
Das hat mich ausserordentlich berührt. Aber ich kann Ihnen verraten: Meinen Mann macht es ebenso glücklich.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Trug es zu Ihrem Glück bei zu erfahren, dass Sie wohl mit dem englischen Königshaus verwandt sind?
Das war ein Prozess. Zunächst bedeutete diese Erkenntnis, mich mit dem Schmerz meiner Grossmutter und dem meiner Urgrossmutter Agnes Sattler auseinanderzusetzen. Sie hatte ein Verhältnis mit dem britischen König Edward VII., was damals alles andere als ein Segen war. Ich musste diese Familiengeschichte erst durchdringen, bevor ich sie für mich heute in etwas Positives, in ein spätes Glück, umdeuten konnte.

In seiner Rolle als Horst Schlämmer erhielt Kerkeling Comedy- und Fernsehpreise.
Foto: zVg

Auf welchem Platz der Thronfolge stehen Sie etwa?
Vor zwei Jahren rangierte ich etwa auf Platz 111. Da sich die Royals jedoch recht fleissig vermehren, schätze ich mich aktuell eher auf Rang 114 oder 115 ein – bei Zwillingen vielleicht sogar 116. Ich verfolge die Tabelle nicht täglich; da ist mir der Blick auf den deutschen Börsenindex DAX dann doch etwas näher.

Sie hatten sicherlich grosses Glück damit, dass Ihr bester Freund seit der 3. Klasse an Ihrer Seite ist …
Das ist ein wahres Privileg. Achim Hagemann und ich kennen uns seit über 50 Jahren.

Sie gaben immer grosszügig Einblick in Ihr eigenes Leben. In Ihrem zweiten Buch, «Der Junge muss an die frische Luft», hatten Sie den Mut, von Ihrer Kindheit und dem Freitod Ihrer Mutter zu erzählen. Befreit das?
Es hat mich vor allem die wunderbare Resonanz meiner Leser glücklich gemacht. Der ehrliche Austausch über solche Themen ist kostbar. Wenn man den Sprung ins kalte Wasser wagt, weiss man nie, wie tief es ist oder ob man wieder auftaucht. Dass ich so aufgefangen wurde, war eine befreiende Erfahrung.

In Ihrem dritten Buch, «Gebt mir etwas Zeit», erzählen Sie vom Verlust Ihrer grossen Liebe Duncan 1989 durch Aids. Brauchten auch Sie «etwas Zeit», um das loszuwerden?
Absolut. Aber ich habe dabei voll und ganz auf das Vertrauen meiner Leser gesetzt. Sie erzählen mir oft ihre eigenen Geschichten, und ich empfinde diese Nähe als sehr bereichernd. Ich halte es für richtig, diesen Mut zur Offenheit zurückzugeben, um andere zu ermutigen, ihre eigene Wahrheit auszusprechen.

Sie sind einer der beliebtesten Deutschen. Also auch ein Glücklich-Macher?
Es wäre mir eine Ehre, wenn man das so sieht. Die Begegnungen mit den Menschen werden über die Jahrzehnte hinweg immer herzlicher und tiefer. Ich begleite schon die zweite Generation, und es rührt mich zutiefst zu spüren, wie viel Zuneigung mir entgegengebracht wird.

Sie haben eine Karriere der Superlative hingelegt. Sind Sie eigentlich das «Nationalschätzelein» der Deutschen?
(Lacht.) «Nationalschätzelein»? Das ist brillant, das muss ich mir merken! Das ist eines der charmantesten Komplimente der letzten 40 Jahre. Wenn Sie das als Schlagzeile verwenden, haben Sie mich heute definitiv sehr glücklich gemacht!

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