Rechtsextreme Symbole
Deutscher TV-Sender schmeisst Protagonisten raus

Bei RTLzwei kommts zum Eklat: In der Sozialdoku «Armes Deutschland» wird eine Reichsflagge bei Protagonist Jerome entdeckt. Die Dreharbeiten sind vorbei, die Zusammenarbeit beendet. Der Sender toleriere keine extremistischen Symbole, wie er klarstellt.
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Im deutschen Trash-TV kommts zum Eklat. Mittendrin: Jerome (hier mit Freundin Michelle).
Foto: Screenshot RTLzwei

Darum gehts

  • RTLzwei beendet Zusammenarbeit mit Jerome wegen Reichsflagge im Schlafzimmer
  • Jerome rechtfertigt die Flagge als Erbstück, vertritt aber ähnliche Ansichten
  • RTLzwei betont Einzelfall, prüft solche Vorfälle individuell und konsequent
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Laszlo SchneiderTeamlead People-Desk

Die Sozialdoku «Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern?» sorgt abermals für Schlagzeilen. Das beliebte TV-Format beleuchtet die Lebensrealität von Menschen am Existenzminimum, oft geprägt durch persönliche Schicksale. Doch bei Jerome, einem der Protagonisten, stösst die Redaktion auf ein heikles Detail: Über seinem Bett hängt eine Reichsflagge. «Das ist eine vererbte Flagge von meinem Uropa. Ich vertrete diese Meinung tatsächlich», erklärt Jerome gegenüber dem Kamerateam.

Die Reichsflagge ist in Deutschland nicht verboten, wird jedoch oft mit rechtsextremen Gruppierungen in Verbindung gebracht. Ihre Nutzung kann als Ordnungswidrigkeit gelten, wenn sie mit extremistischen Absichten verwendet wird. Das Kamerateam konfrontiert Jerome mit der Flagge, woraufhin die Situation eskaliert. Dann werden die Dreharbeiten abgebrochen.

Vorfälle dieser Art sind selten

Zusätzlich soll Jerome in sozialen Netzwerken wiederholt rechtspopulistische Inhalte geteilt haben. RTLZWEI zieht die Konsequenzen – und erklärt gegenüber dem Onlineportal «derwesten»: «Wir tolerieren grundsätzlich keine Verhaltensweisen, die der gültigen Gesetzgebung widersprechen. Dazu gehört auch das Verwenden verfassungsfeindlicher oder anderer Symbole, die mit extremistischen Organisationen in Verbindung gebracht werden können». Diese Haltung sei klar in den redaktionellen Richtlinien des Senders festgelegt.

Laut des ausstrahlenden Senders RTLzwei handle es sich um einen Einzelfall. «Vorfälle dieser Art sind ausgesprochen selten», so der Sender in einer weiteren Stellungnahme. Jeder Fall werde zuerst vor Ort von den Produktions-Teams und später gemeinsam mit den Verantwortlichen geprüft. In Einzelfällen könne dies zum Abbruch der Zusammenarbeit führen, wie im Fall von Jerome.

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