Peter Alexander (†)
Nur im Tessin war er richtig glücklich

Bei uns in der Schweiz war er kein Star, sondern stolzer Vater und liebender Ehemann: Hier hat der Peter Alexander einst die schönsten Jahre seines Lebens verbracht. Erinnerungen an einen österreichischen Tausendsassa, der in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden wäre.
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Er gehörte einst du den grössten Entertainern im deutschsprachigen Raum.
Foto: Sobli

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Peter Alexander, legendärer Entertainer, wäre am 30. Juni 100 Jahre alt geworden
  • Seine Familie von tragischen Schicksalsschlägen gezeichnet, Enkel Philip überlebte
  • Ehemalige Villa in Morcote TI steht leer, wurde für 12 Mio. CHF angeboten
Leo Lüthy, GlücksPost
Glückspost

Sie wollte und konnte ihn nie vergessen, den grossen Entertainer Peter Alexander. Um den Hals trug sie den seidenen Schal, den er ihr vor Jahren geschenkt hatte. Und im Herzen trug sie all die Erinnerungen an ihn. Traudi Waldner (†) war über ein Jahrzehnt lang die Hausverwalterin in Peter Alexanders Traum-Villa La Sorgente in Morcote TI. Sie schaute zum Rechten, wenn die Familie nicht anwesend war, hielt das Haus in Schwung, organisierte die Angestellten, war «Mädchen für alles» und rührte auch mal im Topf, wenn der Koch freihatte. «Peter Alexander liebte meinen Kartoffelauflauf und meinen Tomatensalat», sagte Traudi Waldner vor Jahren zur Glückspost. Und: «Er war ein herzensguter Mensch. Nie kam was Böses über seine Lippen. Und hier in Morcote war Peter Alexander mit seiner Familie so richtig glücklich. ‹Warum sind wir nicht öfter hier?›, sagte er immer wieder mal zu seiner Ehefrau Hilde.»

Traudi Waldner war bis im Frühling 1990 die gute Seele des Hauses, dann wurde die Villa für rund vier Millionen Franken an einen deutschen Unternehmer verkauft. Inzwischen ist das Anwesen mal für 12 Millionen Franken auf Immobilienportalen angeboten worden, aber ist immer noch unbewohnt und lottert vor sich hin. Peter Alexander mietete anschliessend in Morcote noch eine Wohnung. Aber so wie früher in der Villa war es nicht mehr.

Die Haushälterin erinnerte sich auch, wie Peter Alexander in melancholischen Momenten oft in der Musik Trost suchte. «In beinahe jedem Zimmer stand deswegen ein Flügel oder ein Klavier.» Sie erzählte auch, wie im Sommer ganze Busladungen mit deutschen Touristen vor der Villa anhielten, oder sich Chöre vor dem Eingangstor im Halbkreis aufstellten und «Die kleine Kneipe» sangen. Aber auch dies konnte den grossen Peter Alexander nicht aus der Ruhe bringen. «Ach, mein Gott; nur Erdbeben oder Atombomben sind schlimm», sagte er immer, wenn jemand mit dem Schicksal haderte. Auch Alexanders Kinder Michael und Susanne fühlten sich im Tessin pudelwohl und genossen da ihre unbeschwerten Jugendjahre. «Michaels erste Hochzeitsreise führte ihn gar wieder zurück ins Tessin. Er wollte seiner Frau zeigen, wie glücklich er hier damals war», sagte Traudi Waldner der Glückspost.

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Dieser Artikel wurde erstmals in der «GlücksPost» veröffentlicht. Mehr aus der Welt der Schweizer Prominenz, Royals und Sportstars erfährst du immer donnerstags in unserem Heft: zum Abo!

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Liegt ein Fluch über der Familie?

Peter Alexanders Tod am 12. Februar 2011 liegt inzwischen 15 Jahre zurück. Am 30. Juni wäre er 100 Jahre alt geworden, weshalb sich nun auch seine letzte Haushälterin und Köchin Eva Kresic (79) in ihrem Buch «100 Geburtstagswünsche in den Himmel, Chef!» an ihn erinnert. Im Interview mit «Bild» erzählte sie, wie Peter Alexander in seinen letzten Jahren unter dem Tod seiner Frau Hilde litt. Als sie 2003 nach langer Krankheit starb, war «Peter der Grosse» am Boden zerstört, das Herz gebrochen. «Jeden Abend hat er zu Hause eine Kerze für seine Hilde angezündet», weiss sie. Kresic war es auch, die 2009 am Telefon die schmerzliche Nachricht in Empfang nahm, dass Peter Alexanders Tochter Susanne (†50) in Thailand bei einem Autounfall tödlich verunglückt war. «Ich musste ihm diese schlimme Nachricht überbringen. Er blieb dabei völlig regungslos und schüttelte nur den Kopf», erzählt sie. Die Worte fehlten ihm.

Leider sollten dies nicht die einzigen Tragödien in der Familie bleiben. Wenigstens musste der Star den ebenfalls viel zu frühen Tod seines Sohnes Michael Neumayer (†56) vor sieben Jahren nicht mehr miterleben. Dieser kam in seiner Wahlheimat Belek in der Türkei mit einem Blutgerinnsel ins Krankenhaus und verstarb dann zu Hause, nachdem er sich selbst entlassen hatte. Auch das Leben von Peter Alexanders Enkeltocher Lena endete tragischerweise viel zu früh: Sie starb mit nur 34 Jahren an einem Krebsleiden. Inzwischen lebt aus der Alexander-Dynastie nur noch Enkel Philip (33). Es scheint, als läge ein böser Fluch über dem Clan. Das unendliche Drama um Peter Alexanders Nachkommen ist jedenfalls kaum zu begreifen.

Er liebte die Schweiz

Total über 30 Jahre lebte Peter Alexander mit der Familie am Lago di Lugano. «Ich könnte längst Schweizer sein», sagte er einst. «Ich mag eure Chüttli (er meinte Kutteln) besonders gern.» Für ihn ein typisch schweizerisches Gericht. «Es wäre schön, wenn die Schweizer mich akzeptieren würden. Mei Schwiizetüütsch geht doch scho ganz guat.» Natürlich hätten wir den Wiener noch so gerne eingebürgert. Dazu kam es leider nicht mehr.

Kleiner Tipp: ORF feiert Peter Alexanders 100. Geburtstag mit dem wunderbaren Filmporträt «Hier ist ein Mensch: Peter Alexander» (ORF 2, 29. Juni, 20.15 Uhr). 

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