Nach heftiger Kritik
John Galliano zieht seine Met-Ausstellung zurück

John Galliano sollte bei der Met Gala 2027 gewürdigt werden. Wegen früherer antisemitischer und rassistischer Äusserungen wurde die geplante Ausstellung nun abgesagt. Damit steht das Mode-Event ohne Thema da.
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Mit der Würdigung von John Galliano in New York wird es nichts.
Foto: AP Photo/Jacques Brinon

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Met Gala 2027: Ausstellung über John Galliano wegen früherer Skandale abgesagt
  • Galliano übernahm Verantwortung für antisemitische Äusserungen 2010/2011, entschuldigt sich erneut
  • Met Museum präsentiert neues Thema, Met-Gala-Motto 2027 später

Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art muss sich nach einem neuen Thema für die Met Gala 2027 umsehen. Eigentlich sollte der britische Designer John Galliano (65) geehrt werden. Dazu hatte das Institut die Frühjahrsausstellung mit dem Titel «John Galliano: Horizons» angekündigt. Die ist jetzt Geschichte.

Wie das Museum und Galliano bekannt gaben, wurde die Ausstellung abgesagt. Grund dafür ist der öffentliche Druck, der sich aufgrund antisemitischer und rassistischer Äusserungen von 2010 und 2011 entzündet hat. Der Designer schrieb auf Instagram: «Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten bin ich mit grosser Trauer zu dem Entschluss gekommen, dass es für die Ausstellung das Beste ist, sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen.» Galliano erklärte, dass er weiterhin «volle Verantwortung» für jene Aussagen übernehme, und entschuldigte sich erneut.

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«Ich verstehe, dass eine sinnvolle Wiedergutmachung nicht durch eine Ausstellung, institutionelle Anerkennung oder eine einzelne öffentliche Geste erreicht wird», führte er aus. «Es ist eine fortwährende Verantwortung, die sich durch Zuhören, Lernen und das eigene Verhalten im Laufe der Zeit zeigt.» Zudem erklärte er, dass es keinesfalls seine Absicht sei, das Haus in eine bedrängte Lage zu bringen oder den Fokus von der Arbeit des Costume Institute abzulenken. 

Für seine Entscheidung erhält er in der Kommentarspalte viel Unterstützung. «Ich hab dich so lieb!! Deine Worte strahlen so viel Anmut und Bescheidenheit aus», kommentiert beispielsweise Eva Herzigová (53), die in den 90er- und 00er-Jahren eng mit ihm zusammen arbeitete und ihm auch nach dem Skandal stets beistand.

Anna Wintour spricht von mutiger Entscheidung

In einer offiziellen Mitteilung auf der Website des Hauses erklärte Museumsdirektor Max Hollein (57): «Nach eingehenden Gesprächen mit John Galliano haben wir gemeinsam beschlossen, die Ausstellung nicht durchzuführen.» Auch die langjährige Met-Gala-Organisatorin Anna Wintour (76) unterstützte den Schritt und nannte ihn «sehr mutig». Weiter betonte sie: «Ich halte dies für die richtige Entscheidung, und sowohl er als auch das Museum haben meine volle Unterstützung». Andrew Bolton, leitender Kurator des Costume Institute, verwies auf das Pflichtbewusstsein der Institution, «schwierige historische Themen mit Sorgfalt, Offenheit und Bedacht zu betrachten».

Das Museum kündigte an, das neue Thema für die Frühjahrsschau sowie das Motto der Met Gala 2027 zu einem späteren Zeitpunkt zu präsentieren.

Skandal und Rückkehr des Designers

Die Absage folgt auf wachsende öffentliche Kritik seit dem Bekanntwerden der Schau Ende Juli. Ursache dafür ist ein Antisemitismus-Vorfall aus dem Jahr 2011, der zu einer Bewährungsstrafe für Galliano und seiner Entlassung als Chechefdesigner bei Christian Dior führte. Galliano bedauerte den Vorfall in der Folgezeit mehrfach und begründete sein Verhalten mit starkem Alkoholeinfluss.

Im Jahr 2014 gelang ihm als Kreativdirektor bei Maison Margiela die Rückkehr in die Modebranche – ein Posten, den er Ende 2024 niederlegte. Im März 2026 wurde eine zweijährige Kooperation mit dem Modekonzern Zara bekannt, deren erste Kollektion für diesen September geplant ist.

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