Das sind die teuersten royalen Hochzeitskleider aller Zeiten
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Prinzessin Kate auf Platz 2:Die teuersten royalen Hochzeitskleider aller Zeiten

Ja zu Weiss
Die schönsten Brautlooks der Geschichte

Es ist das Kleid, das einen Tag lang alles überstrahlt und manchmal für Jahrzehnte im kollektiven Gedächtnis bleibt. Grosse Auftritte beginnen selten erst vor dem Altar, sondern an den Skizzenbrettern von Hofschneidern, Couturiers und Designerinnen.
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In diesem Look heiratete einst Kate Moss.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Queen Victoria machte 1840 das weisse Brautkleid zum Hochzeitssymbol
  • Ikonische Brautkleider prägen Trends: Grace Kelly, Diana, Meghan Markle
  • Meghan Markle 2018: Givenchy-Kleid mit minimalistischer Eleganz und Commonwealth-Symbolik
Valeska Jansen
Schweizer Illustrierte

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein heiraten Frauen in Europa schlicht in ihrem «besten Kleid» – oft dunkel, damit es auch im Alltag tragbar bleibt. Nicht selten ist es ein festliches Sonntagskleid, das für Taufen, Beerdigungen und eben auch die Hochzeit zum Einsatz kommt und damit eher Lebensbegleiter als einmaliger Auftritt ist. Erst 1840 setzt Queen Victoria ein neues Bild: ein cremeweisses Kleid aus Seidensatin und Spitze, weiter Reifrock, eigens für die Hochzeit entworfen und nie wieder getragen. Die junge Königin entscheidet sich bewusst gegen die üblichen roten Hofroben und für ein Kleid, das zarter, bürgerlicher, «verliebter» wirkt – inklusive Honiton-Spitze aus heimischer Produktion, die sie politisch klug inszeniert. Weiss wird zur Brautfarbe, das Brautkleid vom praktischen Festkleid zur Projektionsfläche für Romantik und Status, zum Symbol für einen Moment, der aus dem Alltag herausgehoben und gerade dadurch unvergesslich wird.

Seither liefern Adel und Hollywood die Blaupausen und immer wieder auch die kleinen Geschichten dahinter. 1956 tritt Grace Kelly in ein hochgeschlossenes Seidensatin-Kleid mit feiner Spitze, langer Schleppe und zartem Schleier vor den Altar, entworfen von MGM-Kostümbildnerin Helen Rose. Der Look verbindet Studio-Glamour mit klösterlicher Zurückhaltung und wird zur Chiffre der «filmreifen Prinzessin», an der sich ganze Jahrzehnte von Märchenbräuten abarbeiten. 2011 zitiert Kate Middleton diese Bildsprache im Kleid von Sarah Burton für Alexander McQueen: Spitzentop, taillierte Silhouette, Tiara und eine Schleppe, die sich perfekt für das Bild auf den Stufen von Westminster Abbey inszenieren lässt – binnen Stunden schiessen «im Stil von»-Kopien weltweit aus dem Boden.

Nicht nur Royals können Brautkleid

Doch ikonische Momente schreibt nicht nur der Adel. 1956 heiratet Marilyn Monroe Arthur Miller in einem Kleid aus beigefarbenem Satin und Chiffon von Norman Norell, mit Empire-Taille, gerafftem Bustier und einem Saum, der knapp die Waden umspielt. Die Trauung im Standesamt von White Plains wird vorverlegt, weil die Presse von den Plänen erfährt – der Look wirkt wie eine spontane, aber perfekt sitzende Mischung aus Girl next Door und Filmstar und zeigt, wie stark ein bewusst schlichtes, gut proportioniertes Kleid sein kann, wenn es zur Person passt.

1964 entscheidet sich Elizabeth Taylor bei ihrer Hochzeit mit Richard Burton für ein kanarienvogelgelbes, knielanges Chiffon-Babydollkleid mit Empire-Taille, transparenten Ärmeln und Stehkragen, entworfen von Irene Sharaff. Ihr Zopf ist mit Hyazinthen und Maiglöckchen durchflochten, dazu funkelnder Smaragdschmuck – ein Farb- und Stylingstatement, das zeigt, wie weit «Braut» sich vom Weiss lösen kann, ohne an Symbolkraft zu verlieren.

Die 1980er gehören Lady Dianas Taftwolke mit Puffärmeln und 7,6‑Meter-Schleppe, die «Mehr ist mehr» zur Maxime einer ganzen Dekade macht. Das Kleid von Designerpaar David und Elizabeth Emanuel passt kaum in die Kutsche, die Seide verknittert auf der kurzen Fahrt und genau diese Falten machen die Bilder im Rückblick umso menschlicher. In den 1970ern bricht Bianca Jagger im weissen YSL‑Anzug mit offenem Blazer radikal mit dem Brautkleid-Klischee, während Kate Moss 2011 mit einem von John Galliano entworfenen, champagnerfarbenen 20er‑Jahre‑Slip-Dress aus Seide und Perlen den Boho-Luxus der 2010er definiert. 2018 setzt Meghan Markle ein Gegenzeichen zur Opulenz: Ihr Givenchy-Kleid von Clare Waight Keller ist glatt, klar, mit bateau-Ausschnitt und langer, schmaler Schleppe – Minimalismus statt Überladung, begleitet von einem Schleier, dessen Blüten alle Commonwealth-Länder symbolisieren.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!

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Es muss nicht immer Weiss sein

Zwischen all diesen Bildern existiert eine Parallelgeschichte: schwarze Brautkleider um 1900, die eher wie Sonntagsgarderobe wirken, gothic-inspirierte Looks, farbige Roben von Rot bis Blush, die heute als bewusste Gegenentwürfe gewählt werden und daran erinnern, dass «traditionell» immer schon vielstimmiger war, als es auf den ersten Blick scheint. Am Ende sind all diese Kleider Momentaufnahmen ihrer Zeit und doch grösser als der Tag selbst: Queen Victoria institutionalisiert Weiss, Grace Kelly die Prinzessin, Diana die 80er-Opulenz, Marilyn Monroe und Elizabeth Taylor die Kraft von Tee-Länge, Farbe und Babydoll-Schnitt, Bianca Jagger den Hosenanzug als Statement, Kate Moss den Rockstar‑Boho, Meghan den reduzierten Minimalismus. Wenn wir heute durch Magazine blättern oder Pinterest wischen, erkennen wir ihre Silhouetten, Details und Haltungen wieder – als direkte Hommage oder leises Echo. Grosse Auftritte in der Brautmode sind selten Zufall: Sie entstehen, wenn ein Kleid perfekt zur Trägerin passt, ihre Geschichte weitererzählt und gleichzeitig einen Nerv der Zeit trifft.

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