Darum gehts
- Charlize Theron spricht über tragische Nacht 1991, in der ihre Mutter ihren Vater erschoss
- Der Vater drohte betrunken mit Mord, worauf ihn die Mutter zur Verteidigung erschoss
- Gerda Theron wurde nicht angeklagt, Mutter und Tochter bis heute eng verbunden
Hollywoodstar Charlize Theron (50) erinnert sich in einem neuen Interview mit dem Magazin der «New York Times» an den wohl schlimmsten Moment ihres Lebens: an jene Nacht im Jahr 1991, in der ihr Vater Charles von ihrer Mutter Gerda erschossen wurde – aus Notwehr.
Nach einem Kinobesuch mit ihrer Mutter hätten sie noch kurz beim Onkel vorbeigeschaut. Die damals 15-Jährige sei dabei direkt ins Haus gestürmt, ohne jemanden zu begrüssen – sie musste dringend auf die Toilette. Dass sie weder ihren Onkel noch ihren Vater begrüsste, habe diesen schwer verärgert. In Südafrika sei es «eine grosse Sache», Älteren Respekt zu erweisen. Schon in diesem Moment habe sie gespürt, dass es Konsequenzen haben würde, weshalb sie sich an ihre Mutter wandte. «Ich wusste, dass er sauer auf mich war. Also sagte ich zu ihr: ‹Wenn er sich irgendwann entscheidet, nach Hause zu kommen, sag ihm bitte, dass ich schlafe›».
«Sie schoss auf ihn»
Zu Hause habe sie sich in ihr Zimmer begeben, die Lichter ausgemacht und sich vor dem gefürchtet, was kommen würde. «Mein Fenster ging zur Einfahrt hinaus, und ich konnte an der Art, wie er vorfuhr, erkennen, wie wütend, frustriert oder unglücklich er war», so Theron, die zu diesem Zeitpunkt schon wusste, dass «etwas Schlimmes passieren» würde.
Mit ihrer Vorahnung sollte sie recht behalten, zu Hause eskalierte die Situation: Ihr völlig betrunkener Vater schoss auf die Haustür und drohte, beide zu töten. Die Mutter holte daraufhin eine Waffe aus dem Safe und verbarrikadierte sich mit ihrer Tochter im Schlafzimmer. Des fehlenden Türschlosses wegen haben sie sich dann gemeinsam gegen die Tür gedrückt, damit der Vater nicht reinkommen kann. Er eröffnete daraufhin das Feuer und traf dabei glücklicherweise keine der beiden Frauen.
Seine Botschaft sei allerdings klar gewesen: «‹Ich werde euch heute Nacht umbringen. Glaubt ihr, ich kann nicht durch diese Tür kommen? Passt gut auf. Ich gehe zum Safe. Ich hole die Schrotflinte›», erinnerte sich die Schauspielerin zurück. Diesen Moment habe ihre Mutter genutzt, die Tür geöffnet und eine Kugel in Richtung Charles' Bruder geschossen, der mit ins Haus gekommen war. Ihn traf sie an der Hand. «Und dann folgte sie meinem Vater, der gerade dabei war, den Safe zu öffnen, um weitere Waffen herauszuholen, und sie schoss auf ihn», so Theron. Der Vorfall wurde als Notwehr eingestuft, Gerda Theron wurde nicht angeklagt.
«Das ist alles, was ich momentan brauche»
Nach dem furchtbaren Vorfall wollte Mutter Gerda, dass alles wie gewohnt weitergeht, schickte ihre Tochter Charlize am nächsten Tag wieder zur Schule. Das sei vielleicht nicht die gesündeste Variante gewesen, aber für sie hätte es so funktioniert.
Bis heute stehen sich Theron und ihre Mutter sehr nahe. Das zeigte sich auch bei einem Interview, welches Blick mit der Schauspielerin vor einigen Jahren führte. Auf ihr Singleleben angesprochen meinte sie damals: «Ich habe meine Kinder. Und ich habe auch meine Mutter um mich herum. Das ist alles, was ich momentan brauche.»