Darum gehts
- Marlene Willis (90) arbeitet seit 22 Jahren freiwillig beim LAPD.
- Sie korrigiert Berichte und unterstützt Beamte nach schwierigen Einsätzen.
- Dienstags, mittwochs und donnerstags hilft sie pünktlich und verlässlich.
Dreimal pro Woche fährt Marlene Willis (90) zur Polizeistation im Westen von Los Angeles, Kalifornien (USA). Die 90-Jährige sichtet Polizeiberichte, macht Notizen, korrigiert Grammatikfehler. Für die Beamten dort ist sie längst mehr als eine Freiwillige: Sie ist, wie Stationsleiter Rich Gabaldon es formuliert, «eine Ikone». Dass sie nebenbei die Mutter von Hollywoodstar Bruce Willis (71) ist, spiele dabei keine Rolle.
Seit 22 Jahren engagiert sich Marlene Willis in dem Revier, wie NBC Los Angeles berichtet. Dienstags, mittwochs und donnerstags ist sie dort anzutreffen – pünktlich, verlässlich, ohne Aufhebens. Was sie antreibt, bringt sie selbst auf den Punkt: «Ich will so sehr helfen, so sehr. Sie haben keine Ahnung. Sie können sich nicht vorstellen, wie sehr ich helfen will», sagte sie dem Sender.
Umarmungen nach schwierigen Einsätzen
Ihre Bedeutung für die Mannschaft geht weit über das Korrekturlesen hinaus. Kehren Beamte nach besonders belastenden Einsätzen ins Revier zurück, ist es Marlene Willis, die auf sie zugeht und sie in den Arm nimmt. Eine Geste von jedem Einzelnen der Station geschätzt wird. Manche sagen, sie wüssten gar nicht, was sie ohne sie täten.
Der frühere LAPD-Chef Michel Moore, der heute im Ruhestand im US-Bundesstaat Tennessee lebt, sagt zu NBC Los Angeles über Marlene Willis: «Ich glaube, sie steht für das Beste im Menschen – für jene, die an die Arbeit unserer Männer und Frauen glauben.» Moore hatte Willis einst die Auszeichnung als Freiwillige des Jahres überreicht – und dazu das LAPD-Dienstabzeichen. «Ich kann sie nicht zur Polizistin machen, aber ich kann ihr wenigstens das grösste Symbol dafür geben, was es bedeutet, Polizistin zu sein», so Moore.
Ein Bildschirmschoner verrät sie
Wer Marlene Willis im Polizeiposten begegnet, würde nie vermuten, wessen Mutter sie ist. Sie erwähnt ihren an frontotemporaler Demenz erkrankten Sohn kaum. Nur der Bildschirmschoner ihres Computers verrät sie: Zu sehen ist ein Foto, auf dem sie Bruce Willis herzlich umarmt.
Auch Ex-Chef Moore zeigt sich beeindruckt: «Sie hat ihre Identität als seine Mutter nie zur Schau gestellt und ihn nie auch nur beiläufig erwähnt – das hat mich beeindruckt», sagte er NBC Los Angeles. Die Familie endet für Marlene Willis nicht mit Blutsverwandtschaft. «Das ist meine Familie», sagte die 90-Jährige über das LAPD, «das meine ich zu hundert Prozent».
Aus Tennessee schickte Moore zuletzt eine persönliche Botschaft an Marlene Willis: «Es gibt Menschen in unserem Leben, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen, wenn sich ihre Wege mit unseren kreuzen. Du gehörst zu jenen, die dabei ganz oben stehen. Für dich und deine Arbeit werden wir ewig dankbar sein.»