Darum gehts
- Drei Frauen werfen TV-Ehemännern aus «Hochzeit auf den ersten Blick» sexuelle Übergriffe vor
- Eine Kandidatin berichtet von Vergewaltigung während der Flitterwochen durch ihren Partner
- Channel 4 stoppt die Serie; externe Untersuchung und Prüfung durch Medienaufsicht angekündigt
Bei der TV-Show «Hochzeit auf den ersten Blick» werden heiratswillige Personen von einem Expertenteam gemäss erhobenen Daten mit einem passenden Partner gematcht. Das erste Aufeinandertreffen findet dann direkt am Altar statt, wo sich das Paar das Jawort gibt.
Bei der britischen Version von «Hochzeit auf den ersten Blick» ist es nun zu schockierenden Vorwürfen gekommen: Gleich drei ehemalige Kandidatinnen berichten von sexuellen Übergriffen durch ihre TV-Ehemänner. Dies enthüllte eine Recherche der BBC-Sendung «Panorama».
Eine Betroffene, die von der BBC Lizzie genannt wird, schildert, von ihrem Partner trotz mehrfach geäusserten Neins vergewaltigt worden zu sein. «Du kannst nicht Nein sagen, du bist meine Frau», soll er ihr gesagt haben. Lizzie habe sich direkt am nächsten Tag an das Betreuungsteam gewandt, ohne jedoch alle Details zu erzählen. TV-Sender Channel 4, auf dem die Serie ausgestrahlt wird, berichtet, erst nach der Ausstrahlung über die Vorwürfe informiert worden zu sein.
«Du gibst mir das Gefühl, ein Vergewaltiger zu sein»
Eine andere Frau, sie wird Chloe genannt, berichtet von einer ähnlichen Erfahrung. Sie erzählte der BBC, dass ihr TV-Ehemann trotz ihres klaren Neins zu Sex nicht aufgehört habe. Laut ihren Aussagen habe er später gesagt: «Du gibst mir das Gefühl, ein Vergewaltiger zu sein.»
Eine weitere Kandidatin – Shona Manderson, die 2023 an dem Experiment teilnahm – berichtet, ihr Partner habe ohne ihre Zustimmung in ihr ejakuliert. Das habe zu einer ungewollten Schwangerschaft und einer Abtreibung geführt. Alle drei Männer weisen die Vorwürfe von sich.
Der britische Sender Channel 4 hat nach Bekanntwerden der Vorwürfe alle Staffeln der Serie aus dem Programm genommen. Eine externe Untersuchung wurde eingeleitet, berichtet BBC. Die Produktionsfirma CPL beteuert, sich während der Dreharbeiten korrekt verhalten zu haben. Die Medienaufsicht Ofcom wartet derweil auf die Ergebnisse der externen Prüfung.
Die Opferhilfe Schweiz berät Betroffene von sexualisierter Gewalt kostenlos und vertraulich. Die Adressen zu den kantonalen Beratungsstellen finden sich unter opferhilfe-schweiz.ch. Die Dargebotene Hand ist unter der Telefonnummer 143 rund um die Uhr für Menschen da, die ein unterstützendes Gespräch wünschen. Die Anrufe bleiben anonym.
Die Opferhilfe Schweiz berät Betroffene von sexualisierter Gewalt kostenlos und vertraulich. Die Adressen zu den kantonalen Beratungsstellen finden sich unter opferhilfe-schweiz.ch. Die Dargebotene Hand ist unter der Telefonnummer 143 rund um die Uhr für Menschen da, die ein unterstützendes Gespräch wünschen. Die Anrufe bleiben anonym.