Darum gehts
- Ina Müller und Guido Maria Kretschmar teilen Flugangst
- Müller erlebte Panikattacken auf der Bühne,
- Persönliche Bewältigungsstrategie half Müller
Moderatorin und Sängerin Ina Müller(60) und Designer Guido Maria Kretschmar (60) eint eine gemeinsame Angst – diejenige vor dem Fliegen. Darüber sprechen die beiden im Podcast «feinstoff» des norddeutschen Designers. Bei Müller ist die Angst so gross, dass sie im Flugzeug jeweils regelrecht in Tränen ausbricht – «ich bin dann aufgelöst» – und das halte dann auch gut 90 Minuten an. Dann erreiche sie jeweils einen Punkt, an dem ihr Körper nicht mehr möge. «Irgendwann kann man aber auch nicht mehr weinen und du kannst auch irgendwann keine Angst mehr haben, dann ist es OK.»
Deswegen auf Flüge zu verzichten kommt für Müller allerdings nicht infrage. «Ich hab ja mit nichts aufgehört, ich mache ja alles. Es war ja immer klar, wenn du aufhörst, weil du eine Panikattacke hast, auf die Bühne zu gehen, wirst du da nie wieder hinauf gehen». Dasselbe sei beim Autofahren gewesen, «weil das war ja überall gewesen mit den Panikattacken». Sogar auf der Bühne sei sie nicht davon verschont geblieben, erklärt sie Kretschmar auf Nachfrage.
Es sei so schlimm gewesen, dass sie gar eigene Zeichen abgemacht hätten. «Wenn ich schiele, nur noch eine Zugabe. Weil du bist ja kurz vorm Umkippen». Habe man eine Panikattacke, so müsse man atmen und sich so bewegen, wie man gerade wolle. «Du brauchst Luft, du musst alles anders machen als still am Ständer stehen und ein Liebeslied singen und dich nicht bewegen können. Und du kannst auch nicht mehr singen, weil du musst atmen», so die Sängerin.
Spricht mit ihrer Panik
Trotz dieser unschönen Erfahrungen habe sie aber immer gewusst, «ich zieh es durch». Auf Tabletten gegen ihre Ängste greife sie nur sehr ungern zurück, sie wolle nichts gegen «meinen Kopf, meine Psyche» nehmen. «Ich bin stark, so. Und dann irgendwann kippte das ins Positive, als ich so wütend war auf die diese scheiss Panik». Sie hätte eine solche Wut in sich gehabt, dass sie begonnen habe, mit der Panik zu sprechen, und ihr gesagt habe «komm doch, du Schwein, du Arschloch, du machst mich nicht fertig, ja komm doch».
Dieser Trick habe ihr geholfen. Ganz befreit sei sie dennoch nicht, denn auch heute könne sie die Panik «ganz selten» noch «hinten im Nacken» spüren. Dann denke sie «komm doch, du Arschloch. Ich sing hier weiter, das ist mir egal, ich hab hier meinen Spass.» Seither habe die Panik es nie mehr geschafft, überhandzunehmen.