Krüger und Ballack über Verlust ihrer Kinder und die Folgen
«Ich konnte am Anfang gar nicht ohne meinen Wein einschlafen»

Hardy Krüger jr. und Simone Ballack teilen ihre Trauer über den Verlust eines Kindes. Beide berichten über Isolation und Vorurteile nach ihren tragischen Erlebnissen.
Kommentieren
1/5
Simone Ballack spricht über ihren verstorbenen Sohn Emilio und kämpft dabei mit den Tränen. Getröstet wird sie von Samira Yavuz.
Foto: Tag 13 / RTL / Dschungelcamp

Darum gehts

  • Gil Ofarim kehrte nach Spitalaufenthalt ins «Dschungelcamp» zurück, Schädelweh bleibt
  • Simone Ballack und Hardy Krüger jr. teilen Schicksal verlorener Kinder
  • Emilio Ballack starb 2021 mit 18 Jahren bei einem tragischen Quad-Unfall
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_441.JPG
Saskia SchärRedaktorin People

Gil Ofarim (43) ist nach seinem Sturz bei der Dschungelprüfung und der danach erfolgten ärztlichen Abklärung im Spital zurück im Camp, wo er sich dann schon bald einmal in den Schlaf verabschiedet. Am nächsten Morgen erkundigen sich gleich mehrere der Mitcamper nach seinem Befinden, so auch Hardy Krüger jr. «Schädelweh» entgegnet Ofarim, aber abgesehen davon scheint es ihm wieder ganz ok zu gehen. Das veranlasst die Baslerin Ariel (22) dazu, Ofarim erneut zu konfrontieren – alles beim Alten also. 

Emotional wird es im Gespräch zwischen Hardy Krüger jr. und Simone Ballack, die dasselbe Schicksal eint: Sie beide mussten den Verlust eines Kindes verkraften. Simone Ballacks 18-jähriger Sohn Emilio kam bei einem Quad-Unfall 2021 auf Portugal ums Leben, Krügers Sohn Paul-Luca verstarb 2011 mit acht Monaten an plötzlichen Kindstod. Der Schauspieler flüchtete sich in den Alkohol, «der dir so ein bisschen das Gefühl gibt, dass du noch lebst. Du bist nur eine leere Hülle.» Ballack kann dem gut nachfühlen. «Ich konnte am Anfang gar nicht ohne meinen Wein einschlafen!»

«Du bist die Frau mit dem toten Kind»

Auch was dem Umgang mit ihrem Umfeld nach den Todesfällen betrifft, haben die beiden ähnliche Erfahrungen gemacht. «Die wissen nicht, wie sie damit umgehen und wollen sich nicht damit konfrontieren, also gehen sie dem aus dem Weg», so Krüger. Simone Ballack pflichtet ihm bei. «Du gehst über die Strasse und siehst dann Leute, die du kennst, die dann weggehen. Freunde haben mich beobachtet, kritisiert. Viele melden sich nicht mehr und du bist die Frau mit dem toten Kind. Du wirst nicht mehr eingeladen». Sei sie dennoch irgendwo gewesen, sei alles bewertet worden, immer sei sie «als die schwierige» bezeichnet worden. «Ja, die säuft jetzt zu viel! Du bist ständig in der Schuld.» Auch das kennt Hardy Krüger jr. «Und irgendwann ziehst du dich zurück und sagst: ‹Ich kann nicht mehr!›».

Bei Simone Ballack habe der Tod ihres Sohnes schlussendlich auch zum Aus ihrer zweiten Ehe geführt. Sie habe nur noch weggewollt, «mein eigener Mann hat mich nicht verstanden». Verständnis gibt es dafür von Krüger jr. «Du kommst dir vor wie ein Alien, nicht mehr Teil der Gesellschaft, du bist raus!».

«Ausser meine Kinder brauche ich niemanden mehr»

Der Tod von Simone Ballacks Sohn sei auch für seine beiden Brüder traumatisierend gewesen, die den Unfall mitansehen mussten. «Die Kinder haben gefeiert und da war ein Mädchen aus der Nachbarschaft und Emilio wollte sie mit dem Quad nach Hause fahren. Er ist aus der Garage rückwärts rausgefahren, hat sich verschaltet, also die Gangschaltung war kaputt. Er hat gedacht, er ist im Vorwärtsgang, aber der Rückwärtsgang war noch drin», schildert Ballack die Geschehnisse. Das Quad sei in der Folge rückwärts hoch und dann durch ein Loch in einem Zaun runtergefallen – Emilio kam unter dem Quad zu liegen. 

«Er hat Pech gehabt. Verschaltet. Die Kinder standen da und haben dann versucht, das Quad – das war richtig schwer – von ihm runterzubekommen. Es ist also nicht beim Fahren passiert, es hat ihn einfach zerquetscht», so Ballack. Grosse Mühe haben ihr zu jener Zeit auch die Spekulationen über den Unfall gemacht. «‹Da wird er besoffen gewesen sein, da wird er zu schnell gefahren sein.› Das war so gar nicht. Er war kein Raser. Emilio war ganz vorsichtig». Durch die tragische Erfahrung sei sie allerdings sehr stark geworden. «Ausser meine Kinder brauche ich niemanden mehr.»

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.

Das Dschungelcamp am Mittwochabend musste Eva Benetatou verlassen. Für sie haben nicht genügend Zuschauende angerufen. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen