Mario Adorf ist tot. Die deutsche Schauspiellegende starb am 8. April 2026 im Alter von 95 Jahren in seiner Wohnung in Paris, wie sein Manager Michael Stark und die Filmagentur Reinholz gegenüber deutschen Medien bestätigten.
Nach kurzer Krankheit sei Adorf am Mittwochmorgen friedlich eingeschlafen. Adorf, der in mehr als 200 Film- und Fernsehrollen zu sehen war, wurde zum Publikumsliebling über Generationen hinweg. «Er hat es zeitlebens als Privileg empfunden, so viele unterschiedliche Charaktere verkörpern zu dürfen, die von seinen Fans so liebevoll aufgenommen wurden», sagte sein langjähriger Manager Michael Stark, der ihn noch kurz vor seinem Tod besucht hatte.
Adorf habe diesem mitgeteilt, er solle sich bei Gelegenheit persönlich bei dessen Publikum für die jahrzehntelange Treue bedanken. Bekannt wurde Adorf nicht nur durch seine schauspielerische Vielfalt, sondern auch durch seine Fähigkeit, selbst Bösewichte wie Schurken, Mafiosi oder Patriarchen menschlich und nahbar darzustellen. Seine Darbietungen brachten die Menschen zum Lachen, Weinen, Nachdenken – und manchmal dazu, mit dem «Bösen» zu sympathisieren. Trotz seines weltweiten Erfolgs blieb der gebürtige Zürcher stets bodenständig. Adorfs bekannteste Rollen waren diejenige des gerissenen Frederick Santer in «Winnetou 1» oder als Patriarch in «Der grosse Bellheim».
Er sprach offen übers Sterben
Noch im September äussserte sich Adorf unverblümt zum Älterwerden. Auf die Frage, wie er sich mit seinen fast 95 Jahren fühle, antwortete Adorf, er «hätte nicht damit gerechnet, so alt zu werden». Er sei zugleich ganz mit sich «im Reinen» und habe «nicht das Gefühl, dass es noch viel aufzuarbeiten gäbe».
An der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises im vergangenen Herbst konnte Adorf krankheitsbedingt nicht teilnehmen. In einem zeitgleich erschienenen Interview bei «Hörzu» wirkte er damals besonders nachdenklich. «Die Erfahrung, die ich dieses Jahr gemacht habe, war schon sehr negativ», sagt er auf die Frage, ob er immer noch «keine Angst vor dem Sterben habe». Und weiter: «Es gab einen Punkt, an dem ich dachte: ‹Das langt jetzt.› Da hätte ich eigentlich gerne losgelassen.»
Sah sich selbst nicht als Weltstar
Worauf genau Adorf anspielte, blieb in den Interview-Auszügen zunächst unklar. Der grosse Schauspieler ist in den vergangenen Jahren nicht mehr vor der Kamera gestanden. Dass es dem Schauspielstar aus Zürich schon damals nicht gut ging, bestätigte beim Deutschen Fernsehpreis auch Laudatorin Iris Berben (75) «Mario kann leider selbst heute nicht hier sein, er war einfach nicht fit genug für diese anstrengende Reise.» Dann wandte sie sich direkt an den Schauspieler, der «zu Hause vor dem Fernseher sitzt» und zuschaue. «Mario, ich schicke dir von hier aus viel Kraft und Liebe, auf dass du sehr, sehr schnell wieder gesund wirst.»