Darum gehts
- Youtube-Star JP Kraemer (45) gesteht, seine Ehefrau geschlagen zu haben
- Julia Meck beschreibt zwei Jahre Ehe voller Kontrolle und Gewalt
- Am 26. Juli rief Meck die Polizei, Strafantrag wurde gestellt
Es sind verstörende Einblicke, die nach dem Gewalt-Geständnis von Youtube-Star Jean Pierre «JP» Kraemer (45) ans Licht kommen. In zwei Video-Statements hatte der Gründer der Kultmarke «JP Performance» vor wenigen Tagen eingeräumt, gegenüber seiner Ehefrau Julia Meck (25) handgreiflich geworden zu sein. Der frühere TV-Star («Die PS-Profis – mehr Power aus dem Pott») gab zu, ihr im Streit eine Kette vom Hals gerissen und sie mit der flachen Hand geschlagen zu haben.
Kraemer rechtfertigte sich jedoch damit, dass die Gewalt von beiden Seiten ausgegangen sei: «Die Schläge, die ich bekommen habe – das soll keine Rechtfertigung sein – aber die waren ein Vielfaches stärker und auch mehr.»
«Er erzählt Lügen über mich»
Eine Anschuldigung, die Julia Meck nicht auf sich sitzenlassen kann. Im Gespräch mit der «Bild» spricht die 25-Jährige nun erstmals öffentlich. «Mir geht es viel besser seit der Trennung», sagt sie. «Ich bin glücklich, da rausgekommen zu sein, und bekomme langsam mein Selbstbewusstsein zurück.»
Kennengelernt hatten sich die beiden, als Meck erst 16 Jahre alt war. Sechs Jahre später folgte die Hochzeit – und ein zweijähriges Ehe-Martyrium, geprägt von Kontrolle und psychischem Druck. Kraemer habe ihr Aussehen, ihr Lachen und ihr Verhalten kritisiert. «Wenn ich Männern freundlich ‹Hallo› sagte, war das schon zu viel. Dabei war ich nur höflich», erinnert sie sich.
Das Machtgefälle habe sie rasch gelähmt: «Ich fühlte mich klein, hatte nichts zu sagen. Ich bin zwanzig Jahre jünger, er hat die Lebenserfahrung, steht in der Öffentlichkeit und hat sich ein Imperium aufgebaut. Wer bin ich eigentlich?, habe ich gedacht.» Aus Angst vor Wutausbrüchen kontrollierte sie sich ständig: «Ich bin wie auf Eiern gelaufen.» Kraemer habe sich sogar an ihrer Mimik gestört («absolute Gesichtskirmes»).
«Ich war in einer Defensiv-Situation»
Der psychische Druck habe schliesslich in körperlicher Gewalt gemündet. Erst habe Kraemer ihr ins Gesicht gefasst und zugedrückt, später seien Schläge gefolgt. «Ich hatte immer Angst», sagt Meck. «Das ist ja ein grosser Mann, der da auf mich zukommt. Alle paar Wochen ist es eskaliert.» Wenn sie sich nicht nach seinen Vorstellungen verhielt, habe er sie mit tagelangem Schweigen bestraft oder nach einem Streit in San Francisco einfach in den Ferien sitzen gelassen.
Am 26. Juli sei die Eskalation gefolgt: Nach einem erneuten Angriff wählte Meck den Notruf. Kraemer veröffentlichte später selbst Videos einer Überwachungskamera, die zeigen, wie er sie packt und an die Wand drückt. Zu seiner Behauptung, sie habe ihn attackiert, stellt Meck klar: «Er stellt es so dar, als sei er angegriffen worden, und erzählt Lügen über mich. Aber die Wahrheit ist, ich war in einer Defensiv-Situation. Ich war an der Wand eingeklemmt mit der linken Hand, sein Kopf drohend an meinem, er riss mir die Kette vom Hals und schlug mir ins Gesicht. Ich wollte mich befreien und versuchte, mich mit all meiner Kraft aus seiner Umklammerung zu lösen. Mit der Hand habe ich in meiner Verzweiflung auf seine Brust gehauen. Ich hatte Todesangst.»
Therapie angekündigt und Strafantrag gestellt
Julia Meck hat mittlerweile Strafantrag gegen Kraemer gestellt. Kraemer selbst kündigte auf Instagram an, eine Auszeit zu nehmen und unmittelbar eine Therapie zu beginnen. Sein Automuseum Pace sowie sein Burgerladen Big Boost Burger bleiben geöffnet.
Für Meck gibt es kein Zurück mehr: «Ich habe mich nie so einsam gefühlt wie in dieser Ehe.» Nun wolle sie anderen Frauen ein Vorbild sein und sucht in der Zukunft vor allem eines: «Frieden für mich und meine Hunde.»