«GNTM»-Model Anya Elsner über ihre Essstörung
«Ich geniesse die Krankheit leider noch zu sehr»

Anya Elsner, Ex-«GNTM»-Kandidatin, enthüllt dramatische Folgen ihrer TV-Karriere: Das Dschungelcamp 2024 und ein zerrüttetes Verhältnis zur Mutter trieben sie in eine lebensgefährliche Magersucht. Mit 22 kämpft sie weiterhin gegen die Krankheit.
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Ex-«GNTM»-Kandidatin Anya Elsner sorgt mit Aussagen über ihre Essstörung für Aufsehen.
Foto: imago/STAR-MEDIA

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Anya Elsner, 22, kämpft seit 2024 mit schwerer Magersucht
  • Exzessive Bewegung und Kalorienzählen prägen ihren Alltag
  • Klinikaufenthalt Anfang 2026 brachte keinen langfristigen Erfolg
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Saskia SchärRedaktorin People

Anya Elsner (22) spricht offen über ihren Kampf mit der Magersucht. Gegenüber dem «Berliner Kurier» erzählt die ehemalige Kandidatin von «Germany’s Next Topmodel»: «Ich habe weiter abgenommen. Ich weiss, dass es schlecht für meinen Körper ist, aber ich habe gerade nicht vor, zuzunehmen.»

Nach ihrem frühen Aus im RTL-Dschungelcamp 2024, dem Ausbleiben weiterer Reality-Formate und einem öffentlichen Streit mit ihrer Mutter, begann für sie ein Teufelskreis. «Ich habe seit zwei Jahren mit einer Essstörung zu kämpfen. Direkt nach dem Auszug aus dem Dschungelcamp begann ich, mein Gewicht zu hinterfragen. Die ersten vier Kilo, die ich verlor, motivierten mich, weiter abzunehmen», so Elsner. Kalorienzählen, exzessive Bewegung und der Zwang, täglich 10’000 Schritte zu gehen, bestimmten fortan ihr Leben.

Die schwierige Beziehung zu ihrer Mutter sieht Elsner als zentralen Faktor. «Ich fühlte mich nur noch selten geliebt, gesehen und verstanden von ihr. Ich hatte nicht das Gefühl, meine Mutter würde mich lieben, so wie man sein Kind normalerweise liebt. Ich habe weiter Gewicht verloren mit dem Hintergedanken: ‹Vielleicht sieht sie mich ja dann, sieht, wie schlecht es mir geht, und macht sich dann Sorgen um mich.›» Dem sei jedoch nicht so gewesen und in der Folge habe die Anorexie überhandgenommen. Trotz eines Klinikaufenthalts Anfang 2026 blieb die Krankheit präsent. «Ich habe gesehen, wie es ist, Hilfe zu bekommen, aber ich bin noch nicht bereit, diese Hilfe anzunehmen. Ich geniesse die Krankheit leider noch zu sehr», räumt sie ein.

«Psychologisch durchaus nachvollziehbar»

Zum Interview veröffentlichte der Berliner Kurier auch ein Videoausschnitt auf Instagram. Dieser war mit einer Triggerwarnung versehen, kam bei der Community wegen Elsners Aussagen und ihrer Art, allerdings alles andere als gut an. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, die Krankheit zu verherrlichen. Mittlerweile ist der Beitrag nicht mehr online. Insbesondere der Satz, die Krankheit zu geniessen, sorgte für Unverständnis. Gemäss der ernährungspsychologischen Beraterin Alexandra Weber (51) ist er «psychologisch durchaus nachvollziehbar». So würden die Betroffenen nicht «die körperlichen Folgen oder das tatsächliche Leiden» geniessen, sondern «die Gefühle, die ihnen die Essstörung vermittelt». 

«Viele erleben beispielsweise Stolz, wenn sie Essensregeln einhalten können, Anerkennung für Gewichtsverlust erhalten oder das Gefühl haben, Kontrolle über ihren Körper auszuüben. Gerade in Lebensphasen, die von Unsicherheit, Überforderung oder emotionalem Schmerz geprägt sind, kann diese vermeintliche Kontrolle als entlastend erlebt werden», so die Expertin gegenüber Blick.

Elsners widersprüchlichem Verhalten – sich der Krankheit bewusst zu sein, aber dennoch nicht die notwendigen Schritte dagegen einzuleiten – begegnet Weber in ihrem Alltag immer wieder. «Es geht nicht in erster Linie um mangelndes Wissen über gesundheitliche Konsequenzen. Vielmehr erleben viele Betroffene die Krankheit gleichzeitig als Belastung und als vermeintliche Lösung für andere innere Konflikte.» In einem ersten Schritt sei es daher wichtig, sich dieser Ambivalenz bewusst zu werden und sie nicht zu verurteilen. «Professionelle Unterstützung kann dabei helfen, die Funktionen der Essstörung zu verstehen und alternative Wege zu entwickeln, um mit emotionalen Belastungen umzugehen.»

Was ist Magersucht und was macht sie mit Betroffenen?

Bei Magersucht (auch Anorexie oder Anorexia nervosa genannt) handelt es sich um eine Essstörung. Die Betroffenen haben in der Regel ein deutlich zu niedriges Körpergewicht. Eine Ausnahme bildet die atypische Anorexie, bei der Betroffene trotz der Erkrankung noch normal- oder übergewichtig sein können. Häufig geht die Erkrankung mit einem verzerrten Körperbild einher: Betroffene empfinden sich trotz Untergewicht meist als zu dick.

«Magersucht betrifft niemals nur das Essverhalten oder das Körpergewicht», erklärt die ernährungspsychologische Beraterin Alexandra Weber. «Die Erkrankung beeinflusst den gesamten Menschen – körperlich, psychisch und sozial. Körperlich kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, darunter Herz-Kreislauf-Problemen, hormonellen Störungen, Knochenschwund, Konzentrationsproblemen und einer erheblichen Schwächung des Immunsystems. Psychisch beobachten wir häufig eine zunehmende gedankliche Einengung. Essen, Kalorien, Bewegung und Gewicht nehmen immer mehr Raum ein, während andere Lebensbereiche in den Hintergrund treten. Hinzu kommt oft sozialer Rückzug. Beziehungen leiden, spontane Aktivitäten werden vermieden und das Leben richtet sich zunehmend nach den Regeln der Erkrankung aus. Viele Betroffene beschreiben rückblickend, dass ihre Welt immer kleiner geworden ist.»

Hilfe in der Schweiz

Informationen und Anlaufstellen finden Betroffene und Angehörige unter anderem bei der Arbeitsgemeinschaft Essstörungen AES.

Bei Magersucht (auch Anorexie oder Anorexia nervosa genannt) handelt es sich um eine Essstörung. Die Betroffenen haben in der Regel ein deutlich zu niedriges Körpergewicht. Eine Ausnahme bildet die atypische Anorexie, bei der Betroffene trotz der Erkrankung noch normal- oder übergewichtig sein können. Häufig geht die Erkrankung mit einem verzerrten Körperbild einher: Betroffene empfinden sich trotz Untergewicht meist als zu dick.

«Magersucht betrifft niemals nur das Essverhalten oder das Körpergewicht», erklärt die ernährungspsychologische Beraterin Alexandra Weber. «Die Erkrankung beeinflusst den gesamten Menschen – körperlich, psychisch und sozial. Körperlich kann es zu schwerwiegenden Folgen kommen, darunter Herz-Kreislauf-Problemen, hormonellen Störungen, Knochenschwund, Konzentrationsproblemen und einer erheblichen Schwächung des Immunsystems. Psychisch beobachten wir häufig eine zunehmende gedankliche Einengung. Essen, Kalorien, Bewegung und Gewicht nehmen immer mehr Raum ein, während andere Lebensbereiche in den Hintergrund treten. Hinzu kommt oft sozialer Rückzug. Beziehungen leiden, spontane Aktivitäten werden vermieden und das Leben richtet sich zunehmend nach den Regeln der Erkrankung aus. Viele Betroffene beschreiben rückblickend, dass ihre Welt immer kleiner geworden ist.»

Hilfe in der Schweiz

Informationen und Anlaufstellen finden Betroffene und Angehörige unter anderem bei der Arbeitsgemeinschaft Essstörungen AES.

«Ich finde diese Ehrlichkeit eher mutig von mir»

Auf ihrem Instagram-Kanal hat sich Elsner mittlerweile zu der Kontroverse rund um ihr Interview geäussert und erklärt, sie habe niemanden angreifen wollen, der unter einer Essstörung leidet oder litt. «Ich habe lediglich meine aktuelle Situation geschildert, wie es mir mit dieser Krankheit momentan geht, und ich finde diese Ehrlichkeit eher mutig von mir, weil nicht jeder das offen ansprechen kann.» Die Krankheit habe sie weder romantisiert noch gefördert. «Viele sind davon betroffen und ich wollte damit nur sagen – ihr seid nicht alleine damit».

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