Darum gehts
- US-britischer Doppelbürger Andrew Garfield übernimmt Hauptrolle in «The Uprising»
- Der Film erzählt den Bauernaufstand in Südengland im Jahr 1381 nach
- Andrew Garfield und Regisseur Paul Greengrass beschreiben den Film als universell
England im 14. Jahrhundert: Die Pest wütet, der Hunger ist gross und der Zorn über die ungerechte Steuerlast wächst bei der Landbevölkerung. Im düsteren Kino-Epos «The Uprising» zeigt Regisseur Paul Greengrass (71, «Jason Bourne»), wie aus kleinräumigem Rebellentum ein für König Richard II. bedrohlicher Aufstand erwächst.
Der zweifach oscarnominierte Andrew Garfield (43) ist eine besonders glaubwürdige Besetzung für die Hauptrolle des einfachen Bauern Ploughman. Der historische Aufstand von 1381 entbrannte nämlich in der Grafschaft Surrey, wo der US-britische Doppelbürger aufgewachsen ist.
Im Gespräch mit Blick erklärt Garfield, weshalb «The Uprising» für ihn so wichtig ist. «Was ich in der Schule über den Bauernaufstand gelernt habe, stammte aus der Perspektive der Machthaber. Wir haben keinen wirklichen Einblick in das Leben der Menschen bekommen, die damals litten», so der Hollywoodstar.
«Aufstand gegen eine ungerechte Welt»
«Geschichte wird meistens von den Siegern geschrieben. Als ich das Drehbuch las, hatte ich das Gefühl, ein echtes Abbild der Umstände zu erhalten, die dazu führten, dass die Psyche von Männern und Frauen so sehr unter Druck geriet, bis sie sagen: ‹Es reicht.›»
Aus dieser Optik erkennt Garfield auch Parallelen zur heutigen Weltlage. «Viele Menschen sind an einem Punkt angelangt, an dem sich entweder alles für sie ändert oder heute ein guter Tag zum Sterben ist», sagt er dramatisch.
Dieses Entweder-oder hat auch Paul Greengrass am Stoff gereizt. «In der Geschichte geht es um einen Aufstand gegen eine ungerechte Welt. Eine Welt, in der Reichtum und Privilegien von egoistischen Oligarchen gehortet werden. Und der Rest der Bevölkerung ist wütend und sieht sich von einem System ausgeschlossen, das gegen sie gerichtet ist. So sah die Welt vor 600 Jahren aus, aber sie fühlt sich auch ziemlich genau wie die heutige Welt an. Es braucht nur einen Funken. Und ehe man sich versieht, hat man ein tobendes Inferno der Wut.»
Obwohl «The Uprising» ein Ereignis der britischen Geschichte beleuchtet, richtet er sich an ein globales Kinopublikum, auch an jenes in der Schweiz. Zumal ähnliche Aufstände bei uns ebenfalls stattfanden, siehe als stärkstes Beispiel den Bauernkrieg von 1653.
Andrew Garfield sagt: «Filme wie dieser gehen um die Welt. Und die Leute lieben sie, weil sie gross angelegt sind und im Kino gut funktionieren. Mit Figuren, denen man die Daumen drückt. Mit Spektakel, Menschenmengen, Action, Schlachten, Liebe und Verlust, der ganzen Bandbreite menschlicher Erfahrungen. Der Film wird in der Schweiz genauso gut ankommen wie überall sonst auch, da bin ich überzeugt.»
Gute Erinnerungen an Zürich
Er erinnert sich im Übrigen noch bestens daran, wie er 2017 am Zurich Film Festival den «Golden Eye Award» erhielt. «Wer bei mir zu Besuch ist, kann die Trophäe nicht übersehen. Sie macht mich bis heute stolz.»
Und bei allem Elend in «The Uprising» sieht Garfield am Ende auch Licht. «Ich glaube, für alle Figuren ist diese Geschichte ein Prozess, in dem ihre letzten Überreste von Identität und Hoffnung abgetragen werden. Was übrig bleibt, ist etwas ganz Schönes. Für mich ist es eine Geschichte von Tod und Wiedergeburt.»
«The Uprising» startete am 10. September in den Deutschschweizer Kinos.