Faultiere, blaue M&M’s und ein Wickeltisch
Ein Blick hinter die Kulissen des Openair Frauenfeld

Backstage am Open Air Frauenfeld wird nichts dem Zufall überlassen: Organisator Sandro Pantano erfüllt Musikerwünsche und erzählt Blick, was er schon alles erlebt hat.
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Nur wenige erhalten die Chance, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Foto: negativebynature

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Open Air Frauenfeld 2026: Strikte Backstage-Regeln, verrückte Rapper-Wünsche
  • Hitzeschlacht: Besucher warten zwei Stunden, tragen Boots und quälen sich
  • Budget: Philip plant 2000 Franken ein, ein Berner Turnverein bringt 150 Liter Bier mit
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Jaray FofanaRedaktorin People

Wer dieses Jahr einen Blick hinter die Kulissen des Open Air Frauenfeld (OAF) werfen will, stösst auf Granit. Die Security agiert auf dem Niveau des Secret Service. Kein Wunder: Am Backstagezugang sei es in den vergangenen Jahren öfter mal ausgeartet.

Vom ganzen Trubel sollen die Artists aber nichts mitbekommen. Abgesehen vom Eingang des Backstagebereichs herrscht eine überraschend ruhige, fast schon gediegene Atmosphäre. Das Areal gleicht einer Oase abseits des Festivaltrubels: Es gibt eine Bar, gemütliche Sofas zum Chillen und ein Buffet mit schön gedeckten Tischen. Es stehen Pflanzen herum, und an den Wänden hängen Bilder von Artists, die am Open Air bereits früher zu Gast waren. Rundherum reihen sich die Container für die Stars aneinander. 

Nur blaue M&M’s?

Wer die Bändeli-Diktatur also übersteht, landet im Hoheitsgebiet von Sandro Pantano. Er ist seit vielen Jahren Leiter des Caterings im Backstage- und Artistbereich des OAF und zuständig für die Wünsche der Stars – er leitet quasi ein «Fünf-Sterne-Hotel für Rapper hinter dem Festgelände». Und manche Wünsche lassen einen ganz schön staunen.

«Wir mussten mal ein Bild von einem Faultier auftreiben und aufhängen», erzählt Pantano gegenüber Blick. Für wen? Geheim. Ein anderer verlangte «M&M’s» – aber bitteschön nur die blauen. Hat die Crew die tatsächlich von Hand aussortiert? «Ja, sicher. Mit Handschuhen. Wir sind Profis», sagt Pantano. Den Vogel abgeschossen hat jedoch ein Wunsch, der ihm bis heute im Gedächtnis geblieben ist: «Wir haben mal ein Babyzimmer eingerichtet. Das ist wirklich wild gewesen.» Und was brauchte es da? «Alles: Wiege, Wickeltisch, Spielzeuge, Feuchttücher, einfach alles, was man für den Bedarf eines Kleinkindes braucht. Puder ...» Da ist Rapper Sidos (45) Wunsch nach eiskalten Handtüchern noch ganz harmlos. Und passieren da manchmal auch Fehler? «Wir vergessen nichts.» Und am Ende gilt: «Bühnenwasser wollen alle. Und sicher etwas Warmes zum Essen.»

Umhängetäschli, Hüetli und überladene Kompostwägeli

Während die Stars im Backstage also blaue M&M’s naschen, kämpft das Fussvolk auf dem Festivalgelände gegen die Hitze an. In den zwei Stunden, die es braucht, um überhaupt auf das Gelände zu kommen, brennt die Sonne gnadenlos. Bewaffnet mit den üblichen Festivaltools – Umhängetäschli, Hüetli und überladene Kompostwägeli – quält man sich durchs Gelände. Wer modisch mitziehen will, trägt übrigens Boots – also absolut alle.

Finanziell herrscht bei vielen totale Sorglosigkeit. Die Budget-Antworten für das Wochenende reichen von optimistischen 70 Franken bis zur kompletten Bankrotterklärung: «Ich lueg nöd uf mis Konto, ich gib eifach us!», so Tabea. Festivalgänger Philip plant sogar sage und schreibe 2000 Franken für das Wochenende ein: «Ja, es het doch es Casino da, oder nöd?» Die meisten rechnen mit Ausgaben von 300 bis 400 Franken. Prioritäten setzt auch die Crew eines Berner Turnvereins: Sie hat fürs Festival stolze 150 Liter Bier eingekauft.

Ufo361 holt Fans auf die Bühne

Am Donnerstagabend erscheint Ufo361 (38) pünktlich auf der Mainstage. Und der Berliner liefert ab: Moshpits entstehen, verbotene Pyros fliegen durch die Luft, und er holt Fans auf die Bühne. Als später Deutschrap-Legende Sido auftritt, ist hingegen deutlich weniger los. Das Open Air Frauenfeld dauert bis Samstag. 

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