Darum gehts
- Alexander Kluge, Mitbegründer des Neuen Deutschen Films, starb mit 94
- Er brach mit klassischen Erzählformen, kombinierte Dokumentarisches und Fiktion
- 1966 erschien «Abschied von gestern» – ein Meilenstein des Neuen Deutschen Films
Alexander Kluge ist tot. Der einflussreiche Filmemacher starb im Alter von 94 Jahren, wie der Suhrkamp Verlag laut «Bild» unter Berufung auf Kluges Familie am Donnerstag mitteilt.
Kluge, der ursprünglich aus dem deutschen Sachsen-Anhalt stamme, lebte zuletzt in München. Er war Mitbegründer des Neuen Deutschen Films und beeinflusste den deutschen Film bis zum Schluss.
Prägende Figur des deutschen Films
In den 1960er Jahren forderte er mit anderen jungen Filmschaffenden ein radikal neues Kino – der Neue Deutsche Film war geboren. Es ging darum, weg vom Nachkriegsfilm zu kommen und mehr hin zu politischem und künstlerischem Anspruch. 1962 unterschrieb Kluge das sogenannte Oberhausener Manifest, einer Aktion des DOC 59. Das Manifest forderte und versprach mehr Unabhängigkeit für Filmemacher. Mit dem Satz «Papas Kino ist tot» ging es in die Filmgeschichte ein.
Alexander Kluge war ein Mann vieler Talente. Er war studierter Jurist, Filmemacher, Künstler und Autor. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er zudem eng mit Theodor W. Adorno zusammen, dem in Visp geborenen Philosophen, Soziologen und Pädagogen. Die Filme von Alexander Kluge hatten einen eher ungewöhnlichen Erzählstil. Seine Filme wie «Abschied von gestern» aus dem Jahr 1966, brachen bewusst mit klassischen Erzählformen. Er kombinierte Dokumentarisches, Fiktion und Theorie, was ihn zu einem der einflussreichsten Experimentalfilmer Deutschlands machte.
Kluge wurde 1932 als Sohn eines Arztes im deutschen Halberstadt geboren. Seine jüngere Schwester Alexandra Kluge (1937-2017) spielte später in mehreren seiner Filme mit.
Viele von Kluges Werken hatten stets einen starken Bezug zur deutschen Geschichte, insbesondere dem Zweiten Weltkrieg und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen. Während seiner Karriere erhielt er unzählige Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis, die Goldene Kamera sowie den Adolf-Grimme-Preis.