So provoziert Madonna mit «Confessions II»
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Neues Album:So provoziert Madonna mit «Confessions II»

Die Krone funkelt seit den 80ern – lang lebe die Queen of Pop!
Madonna: Performerin, Sängerin, Schöpferin

Madonna hat ihr 15. Studioalbum «Confessions II» veröffentlicht. Sie ist 67 und hat ein künstliches Hüftgelenk. Doch seit ihrem Debüt 1983 ist sie die Queen of Pop. An der Spitze hielt sie sich, weil sie stets auf ihr Gespür für kommende Trends hörte.
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Madonna – hier aufgenommen 2025 an der Met Gala – ist auch stilmässig immer noch up to date. Ihre Produktivität scheint ungebremst. Und ihr künstlerisches Vermächtnis dient jungen Künstlerinnen als Inspiration.
Foto: Kevin Mazur/Getty Images for The Met Museum/Vogue

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Neues Album «Confessions II» nimmt Motive aus den Anfängen der 1980er-Jahre auf
  • US-Sängerin Madonna gilt seit nunmehr fünf Dekaden als Queen of Pop
  • Dank durchdachter Kooperationen scheint sie der Zeit stets voraus zu sein
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Jean-Claude GalliRedaktor People

«Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb.» Madonna Louise Ciccone (heute 67) und Jean-Michel Basquiat (1960–1988) waren 1982 ein Paar und beide noch kaum bekannt. Das Märchen dauerte bloss ein Jahr. Ihre Strebsamkeit und seine Drogensucht waren unvereinbar. Eines der Kinder flog zu hoch und verbrannte. Basquiats Malerkarriere endete 1988 durch eine Überdosis, Madonnas Pop-Regentschaft hält bis heute an.

1982 erschien ihre erste Single «Everybody». Dieser Synthie-Dance-Track sollte für sie im weiteren Karriereverlauf ein Leitbild bleiben – und schimmert auch in «Confessions II» durch. Das neue Studioalbum ist eine Weiterführung von «Confessions on a Dance Floor» aus dem Jahr 2005. Produziert wurde es erneut von Stuart Price (48). Als Duettpartnerinnen zur Verjüngung neu dabei sind Sabrina Carpenter (27) und Madonnas Tochter Lourdes Leon (29).

Die Flatterhaftigkeit gezähmt

1982 noch ohne Plattenvertrag, soll Madonna im New Yorker Nachtclub Danceteria – höre Track 5 auf dem neuen Album – befreundete DJs überredet haben, ihre Single aufzulegen. So die Legende. Jedenfalls gelang ihr in den nächsten Jahrzehnten das scheinbar Unmögliche: Sie zähmte die Flatterhaftigkeit des Pop mit Disziplin und Ehrgeiz nach ihren Vorstellungen.

Auch dank gewisser Grundvorteile. Madonna war sehr energetisch, intelligent und gut aussehend. Früh besuchte sie Klavier- und Ballettstunden. Ihre Mutter starb an Brustkrebs, als sie fünf war, was ihre Widerstandsfähigkeit stärkte. Zu ihrer Stiefmutter hatte sie ein schlechtes Verhältnis. Der italoamerikanische Familienhintergrund mit fünf Geschwistern «erlaubte» es ihr später, die katholische Kirche scharf und kompetent zu attackieren.

Ihrem Künstlerumfeld der frühen Jahre lag Dünkel fern. Madonna kannte keine Berührungsängste gegenüber den unterschiedlichsten Genres und Szenen und war früh auch in der Gay- und Black-Community akzeptiert.

Ihr Sinn für Timing und Trends basiert vornehmlich auf Gefühl und zeigt sich in Looks und Provokationen, die mindestens ebenso wichtig sind wie die musikalische Qualität. Die meisten ihrer Skandale sind wohlkalkuliert.

Immer wieder angreifen

Was Madonna von europäischen Stars unterscheidet: die Verinnerlichung des Systems Trial and Error. Versuchen, scheitern und wieder aufstehen, ohne sich für das Vergangene zu schämen.

Sie plante ihre Karriere schon bewusst, als dies für Frauen noch vielerorts verpönt war. Und heute profitiert sie von ihrer Erfahrung. «Wenn man heute einen Plattenvertrag anstrebt, denkt man darüber nach, wie viele Follower man hat», sagt sie in der italienischen «Vogue». «Für mich ist dies das Gegenteil von Kunstschaffen und Risikobereitschaft.»

Keines ihrer Alben klingt wie das vorherige. Trotzdem greift Madonna oft bereits erprobte Elemente und Muster auf und verfeinert sie. Basierend auf der Theorie, dass jede Künstlerin in Variationen stets dasselbe Kunstwerk anstrebt.

Madonna ist Performerin, Veredlerin und Interpretin, erst dann Schöpferin. Dass es so wirkt, als würde sie ewig mit der Zeit gehen oder ihr gar einen Schritt voraus sein, ist nicht Gespür allein, sondern die Erkenntnis, allein nicht zu genügen. Und entsprechend auf Hilfe zu setzen.

Dies zeigt sich bei der Wahl der zur jeweiligen Zeit erstrangigen Produzenten. Angefangen bei Nile Rodgers (73), der ihr mit «Like a Virgin» 1984 den kommerziellen Durchbruch bescherte. 1994 heuerte sie für «Bedtime Stories» Nellee Hooper (63) an, 1998 für «Ray of Light» William Orbit (69), 2008 für «Hard Candy» Timbaland (54), Justin Timberlake (45) und Pharrell Williams (53).

Glanz und Kritik

Ähnlich vorausschauend wie intuitiv wirkt ihre Partnerwahl. Vielfach setzte sie auf «Männer der Stunde» wie Sean Penn (65) oder Guy Ritchie (57), die ihr zusätzliche Aufmerksamkeit bescherten und sie trotzdem nicht überstrahlten. Die turbulente Ehe mit Penn bilanziert sie nun im Song «Bizarre». Einzig die Beziehung mit Warren Beatty (89), der schon 1990 den Habitus eines lüsternen Onkels besass, gilt heute als PR-Gag zur Propagierung ihres damaligen Films «Dick Tracy».

Apropos Film: Anders als bei anderen Gesangsstars war ihre Kinokarriere nie nur reines Mittel zum Zweck, mehr Platten zu verkaufen. Dies führte im besten Fall zu Glanzleistungen wie in «A League of Their Own» 1992 und in «Evita» 1996, wofür sie einen Golden Globe erhielt.

Madonna wird in gewissen Kreisen gerne für die Zurschaustellung ihres feministischen Engagements kritisiert. Unterstellt wird ihr die Scheinheiligkeit, Männerdominanz und Sexismus zwar zu kritisieren, doch gleichzeitig davon zu profitieren, indem sie ebendiese Fantasien bedient.

Warhols Kinder

Unbestritten ist, dass sie durch ihr Werk mithalf, Geschlechterrollen und Identitäten zumindest zu hinterfragen. Basierend auf ihren Anfängen in der New Yorker Subkultur der späten 1970er- und 1980er-Jahre – als eines der «Kinder von Andy Warhol», wie Mary Gabriel (71) in der aufschlussreichen Madonna-Biografie «A Rebel Life» von 2023 schreibt.

«Früher war man an einem Ort von Malern, Musikern, Tänzern und Künstlern umgeben und arbeitete aus einem sehr reinen Impuls heraus füreinander. Ich schätze diese Erfahrung sehr», so Madonna in der «Vogue».

«Confessions II» soll nur eine weitere Wegmarke für sie sein. Aktuell ist eine Netflix-Miniserie über ihr Leben in Arbeit, produziert von «Stranger Things»-Macher Shawn Levy (57). Das ebenfalls geplante Universal-Biopic mit Julia Garner (32) in der Hauptrolle ist zurzeit sistiert. Der nächste fixe Höhepunkt folgt schon in zwei Wochen: Madonna ist mit Shakira (49) und der Boygroup BTS Headliner der WM-Final-Halbzeitshow in New York. Die Königin hält also weiter Hof.

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