«Ich hatte keinen Aufgabe in meinem Leben»
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«Cindy aus Marzahn»-Komikerin:«Ich hatte keinen Aufgabe in meinem Leben»

Bekannt als Cindy aus Marzahn
Ilka Bessin war mit Arbeitslosengeld «teilweise glücklicher» als heute

Die deutsche Komikerin Ilka Bessin war drei Jahre lang von Arbeitslosengeld abhängig. Es war zwar keine einfache Zeit für sie, dennoch war sie damals «teilweise glücklicher» als jetzt.
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Ilka Bessin in ihrer Kultrolle als Cindy aus Marzahn.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ilka Bessin reflektiert im Podcast offen über Hartz-IV-Zeit
  • Sie lebte von Arbeitslosengeld, nahm 30–40 kg zu und fühlte sich abgesichert
  • 2004 gewann sie im Quatsch-Comedy-Club, Karriere begann nach TV-Auftritt
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Saskia SchärRedaktorin People

Ilka Bessin (54), die als Cindy aus Marzahn bekannt wurde, hat im Podcast «Hotel Matze» von Matze Hielscher (46) einen überraschend ehrlichen Einblick in ihr Leben gegeben. Die Komikerin erinnert sich an ihre Zeit, als sie Arbeitslosengeld bezog, und zieht dabei eine unerwartete Bilanz: «In der Zeit, wo ich zu Hause war, auch wo ich Hartz IV bekommen habe, war ich teilweise glücklicher, als ich es jetzt bin, weil ich die Verantwortung nicht hatte für Menschen. Man hat plötzlich so Verantwortung für Menschen.» Dennoch bezeichnet sie die Hartz-IV-Zeit als schwierige, aber auch als «manchmal sichere Zeit», da immerhin regelmässig Geld reinkam.

In die Arbeitslosigkeit war sie gerutscht, als ihr Job in der Gastro gekündigt wurde. Zunächst war sie noch zuversichtlich, schnell wieder etwas zu finden. Doch so einfach sollte es nicht werden. Sie machte gar drei Tage Telefonsex. Doch das war bei weitem nicht das Kurioseste: Ihre Arbeitsvermittlerin wollte sie als Skianimateurin in die Schweiz schicken. Das Problem: Bessin fährt kein Ski und will sich auch nicht in einen Skianzug stecken lassen. Schlussendlich sollte sie drei Jahre vom Arbeitslosengeld abhängig sein. 

«Warum sollte ich rausgehen?»

Während ihrer Hartz-IV-Zeit habe sie sich von Nudeln mit Ketchup und palettenweise Vanillepudding ernährt und dadurch 30 bis 40 Kilogramm zugenommen. «Warum sollte ich rausgehen? Ich war ja abgesichert», so Bessin. Ihre Miete sei übernommen, die Handyrechnung ab und an mal von den Eltern bezahlt worden. Das Amt habe ihr gar einen Umzug mit LKW und zwei Umzugshelfern finanziert. Sie habe alles gestellt bekommen, war alleinstehend und es war «okay» für sie, so zu leben. 

Bessin hatte keine Aufgabe, keine Motivation und dann plötzlich gemerkt: «Ich muss irgendwas machen, sonst hält es nicht mehr lange.» Sie sei gar so weit gewesen, zu sagen: «Wenn ich jetzt auch nicht mehr auf der Welt bin, ist auch scheissegal. Diesen Punkt wollte ich nicht mehr haben», so Bessin im Podcast.

«Dann hat es geknallt»

Ihren ersten Auftritt als Cindy aus Marzahn hatte sie dann bei einem Talentwettbewerb im Quatsch Comedy Club 2004, wo sie ursprünglich als Kellnerin arbeiten wollte. Im Vorfeld war sie von regelrechten Versagensängsten geplagt, musste sich dann aber sagen: «Wenn das jetzt nicht funktioniert, dann stehst du da. Aber egal, kriegst ja Hartz IV, noch tiefer kann es ja nicht gehen». 

Schlussendlich hat es allerdings funktioniert und Bessin konnte den Wettbewerb für sich entscheiden. Doch trotz des Sieges passierte zunächst erstmal nichts. Erst ein Auftritt in Stefan Raabs (59) «TV Total» über ein halbes Jahr später änderte für die Berlinerin alles: «Dann hat es geknallt». Seither ist Cindy aus Marzahn aus der deutschen Comedyszene nicht mehr wegzudenken. Wer sie einmal live erleben will, der kann das noch dieses Jahr tun, im Dezember startet sie ihre Tour, die sie allerdings nicht in die Schweiz bringen wird.


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