Darum gehts
- Swiss annulliert am Samstag 16 Flüge wegen Schnee am Flughafen Zürich
- Swiss kritisiert fehlende Priorisierung bei Enteisung einzelner Flüge
- In diesem Jahr bereits 97 Flüge gestrichen, über 10'000 Passagiere betroffen
Endlich Schnee! Was Skifahrer freut, macht dem Flughafen zu schaffen. Die Enteisungsmaschinen laufen auf Hochtouren, um die Flieger startklar zu machen.
Die Fluggesellschaft Swiss musste am Samstag 16 Flüge stornieren, wie die Swiss gegenüber Blick mitteilt. Betroffen waren Flüge von Zürich nach Nizza (F), Frankfurt (D), Düsseldorf (D), London (UK), Mailand (I), Luxemburg und Washington (USA).
«Unfähigkeit, bestimmte Flüge zu priorisieren»
Wegen des annullierten Washington-Fliegers ist die Swiss auf den Flughafen Zürich nicht gut zu sprechen. In einem internen Memo, das Blick vorliegt, wird Kritik laut: Der Flieger hätte starten können, musste am Ende aber annulliert werden: wegen «extensiver Wartezeit» und der «Unfähigkeit, bestimmte Flüge zu priorisieren».
Warum kommt der Flughafen Zürich nicht dem Wunsch der Swiss nach, einzelne Flüge zuerst zu enteisen? Der Airport teilt mit: «Aufgrund der Wetterbedingungen kam es zu einem sehr hohen Enteisungsbedarf am Flughafen. Unter diesen Umständen lassen sich Verzögerungen nicht ausschliessen. Die Priorisierung einzelner Flüge ist dabei von der jeweiligen operativen Gesamtsituation und den verfügbaren Ressourcen bei den für die Enteisung zuständigen Handlingagents abhängig.»
«Zu alten Schweizer Tugenden zurückfinden»
Die Swiss möchte gegenüber Blick kein zusätzliches Öl ins Feuer giessen: «Die aktuelle Wetterlage verlangt nach einer flexiblen Zusammenarbeit vieler Schnittstellen, um trotzdem einen möglichst stabilen Flugbetrieb zu ermöglichen. Darauf legen wir unseren Fokus.»
Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen der Swiss und dem Flughafen Zürich. Vor einem Jahr kritisierte Oliver Buchhofer (48), Geschäftsleitungsmitglied der Swiss, das Flughafen-Management: «Wir müssen jetzt wieder zu alten Schweizer Tugenden zurückfinden. Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit und konsequente Zusammenarbeit. Daran hängt auch unser Stolz», sagte Buchhofer der «NZZ am Sonntag».
Mehr als 10'000 Passagiere betroffen
Insgesamt mussten seit Beginn des neuen Jahres 97 Swiss-Flüge wetterbedingt gestrichen werden. Seit Anfang Jahr waren laut der Lufthansa-Tochter mehr als 10'000 Passagiere betroffen.
Wenn ein Flug nicht durchgeführt werden könne, würden Passagiere durch die Einsatzzentrale möglichst schnell umgebucht. Auf Wunsch erstatte die Swiss Flugtickets zudem über den Kundendienst und die Swiss-App zurück.
«Wir stehen in engem Austausch mit Meteo Schweiz und schauen uns jeden einzelnen Tag und jede Destination genau an», teilt die Airline mit. Aufgrund des deutlich erhöhten Arbeitsaufwands seien auch zusätzliche Mitarbeitende im Einsatz.