Darum gehts
- Schweiz bat erstmals EU-Katastrophenschutzorganisation nach Brandkatastrophe in Crans-Montana um Hilfe
- Kooperationen mit EU-Staaten erleichterten schnelle Unterstützung und Verlegung der Brandopfer
- Im November 2025 schob der Bundesrat Teilnahme am EU-Mechanismus auf
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana hat die Schweiz erstmals die europäische Katastrophenschutzorganisation der EU um Hilfe ersuchen müssen. Jedes Land der Welt kann dort um Unterstützung ersuchen, wenn ein Notfall dessen Kapazitäten zur Bewältigung eines Unglücks übersteigt.
Noch im vergangenen November hatte der Bundesrat eine offizielle Teilnahme am Katastrophenschutzverfahren der EU aufgeschoben, weil die rechtlichen Grundlagen fehlten. Derzeit sei es Drittstaaten wie der Schweiz «grundsätzlich nicht möglich», am Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union mitzutun.
Kooperationen als Türöffner
Dass die Schweiz nach der Katastrophe von Crans-Montana nun innert weniger Stunden Unterstützung aus mehreren europäischen Ländern erhielt und Brandopfer in Spitäler dorthin verlegen konnte, sei guten Verbindungen zur europäischen Zivilschutzorganisation zu verdanken, sagen Beobachter. Diese seien entstanden, weil die Schweiz im Zusammenhang mit der Behandlung von Kriegsverletzten aus dem Ukraine-Krieg sowie der Aufnahme von verwundeten Kindern aus der Gaza-Region mit anderen Staaten zusammengearbeitet habe.
«Erleichterter Kontakt»
Diesen Sachverhalt bestätigt Philippe Boeglin, Sprecher des Bundesamts für Bevölkerungsschutz: «Die Aktionen zur Behandlung von Patienten aus der Ukraine und dem Gazastreifen erleichterten den Kontakt zu Ansprechpartnern in anderen europäischen Ländern.» Die Erkenntnisse aus den gemeinsamen Tätigkeiten haben laut Boeglin die Zusammenarbeit bei der Versorgung der Brandopfer von Crans-Montana begünstigt.