Darum gehts
- Anwohner am Brennerpass leiden unter Staus, Lärm und Umweltverschmutzung.
- In der Schweiz läuft Verlagerung des Güterverkehrs auf Schienen schleppend, Autoverkehr steigt.
- Neue Transitgebühr für ausländische Autofahrer soll kommen.
Am Brennerpass in Österreich wehren sich Tausende gegen die Blechlawinen und die Verkehrsplanung. Sie haben genug von den Staus auf der Hauptachse, den Zufahrts- und den Nebenstrassen. Und beklagen, dass die Zugstrecken, die Entlastung bringen sollen, erst mit Verzögerung fertiggestellt sein werden.
Autokolonnen wie am Brenner kennt man in der Schweiz vor allem vom Gotthard. Da gehört es an Feiertagen, vor und nach den Sommerferien sowie an einigen Wochenenden quasi zur Normalität, dass sich kilometerlange Schlangen bilden, mit stundenlangen Wartezeiten für die Fahrzeuginsassen.
Noch viel grösser und nicht freiwillig ist die Plage für die Anwohnerinnen und Anwohner in den Tälern. Sie atmen nicht nur die Abgase ein, sie sind mit Lärm, verstopften Haupt- und Nebenstrassen konfrontiert und müssen Abfall aus Wiesen entsorgen.
Die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene funktioniert nicht wie angedacht und der Autoverkehr am Gotthard nimmt zu. Was am Brennerpass passiert, sollte hier aufrütteln und die Anstrengungen für eine geeignete Verkehrspolitik verstärken – und beschleunigen; denn künftig droht noch Schlimmeres.
Die geplante Gebühr für Ausländerinnen und Ausländer, die von Grenze zu Grenze durch die Schweiz fahren, ist als Massnahme deshalb sinnvoll. Stände- und Nationalrat stimmten bereits zu. Was nicht heisst, dass es nun schnell vorwärtsgeht. Das wäre aber angebracht, nicht nur angesichts der Situation am Brenner und auf deutschen und italienischen Achsen. Der betroffenen Bevölkerung und der Umwelt zuliebe.