Darum gehts
- US-Militär stürzt Diktator Maduro in Venezuela, Opposition bereit zur Machtübernahme
- Trump kündigt US-Beteiligung an Venezuelas Ölindustrie an, nennt Öl «gestohlen»
- Venezuela besitzt die weltweit grössten Erdölreserven, Profit für China und Russland möglich
Die Welt ist um einen Diktator ärmer. Nicolás Maduro regierte Venezuela brutal, korrupt und skrupellos. Um an der Macht zu bleiben, scheute er nie Gewalt gegen die eigene Bevölkerung. Seine Entmachtung durch einen US-Militärschlag ist für viele Venezolaner eine Befreiung – zumal mit der Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado eine gut organisierte Opposition bereitsteht. Der Coup von Caracas wirkt deshalb wie ein Erfolg. Doch er hat einen bitteren Beigeschmack.
Denn US-Präsident Trump hat mit dem Angriff auf venezolanische Militär- und Regierungsziele gezeigt, was er von Völkerrecht und territorialer Integrität hält: nichts. Der Schlag war lange vorbereitet. Vor Venezuelas Küste sammelten die USA eine massive Streitmacht, offiziell zur Bekämpfung des Drogenhandels. Das Argument ist fadenscheinig. In Wahrheit markiert die Intervention die Rückkehr des US-Imperialismus.
Zwar haben die USA Maduro in New York unter anderem wegen Drogenhandels angeklagt. Doch die Trump-Regierung macht keinen Hehl aus ihren eigentlichen Zielen. Lateinamerika gilt laut nationaler Sicherheitsstrategie wieder als exklusive US-Einflusszone. Russland, China und Iran – enge Partner Maduros – sollen mit dem Machtwechsel zurückgedrängt werden.
Vor allem aber geht es um Öl. Venezuela verfügt über die grössten Erdölreserven der Welt. Trump kündigte bereits an, die USA würden bald «stark involviert» in der venezolanischen Ölindustrie sein. Sein Vize J. D. Vance schrieb unverblümt, das «gestohlene Öl» müsse an die Vereinigten Staaten zurückgegeben werden.
Die USA zeigen damit, dass sie bereit sind, ihre Macht- und Wirtschaftsinteressen militärisch durchzusetzen. Profitieren könnten ausgerechnet China und Russland. Trumps Politik beschleunigt die Aufteilung der Welt in Einflusszonen – und könnte Peking in Taiwan und Moskau in Europa bald mehr Spielraum lassen.