Darum gehts
- Heftige Explosionen in Caracas am Samstag, Rauchwolken und Flugzeuge gemeldet
- US-Spezialkräfte nehmen Nicolas Maduro fest, bringen ihn nach New York
- USA wollen ihm wegen «Drogen-Terrorismus» den Prozess machen
Ein Überblick
In der Nacht auf Samstag (Ortszeit) haben die USA Ziele in Venezuela angegriffen
Venezuelas Präsident Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden verhaftet und nach New York gebracht
Maduro wird vor einem US-Bundesgericht wegen Drogenhandels und weiteren Vorwürfen angeklagt
Venezuela berichtet vom toten Soldaten und Beamten – USA melden keine Opfer
Hintergrund für die Aktion: Spannungen um US-Truppen, Drogenboote und sanktionierte Öltanker.
Ticker beendet
An dieser Stelle beenden wir diesen Liveticker. Alle weiteren Entwicklungen zur Lage in Venezuela liest du auf Blick.ch.
Trump: Vorerst keine Neuwahl in Venezuela
In Venezuela wird es laut US-Präsident Donald Trump in den nächsten 30 Tagen keine Neuwahl geben. «Wir müssen das Land zuerst wieder in Ordnung bringen», sagte Trump dem US-Sender NBC. «Man kann keine Wahlen abhalten.»
Venezuelas Regierung betrachtet den von den USA festgenommenen Staatschef Nicolás Maduro weiter als legitimen Präsidenten. Laut Verfassung übernimmt bei einer dauerhaften Abwesenheit des Präsidenten zunächst die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte und setzt innerhalb von 30 Tagen eine Neuwahl an. Ob die neue Staatsführung die aktuelle Lage als eine solche dauerhafte Abwesenheit bewertet, ist allerdings unklar.
Schüsse und Explosionen beim Präsidentenpalast in Caracas
Wenige Tage nach der Festnahme des autoritären venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro ist es Berichten in sozialen Medien zufolge in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores zu heftigen Schusswechseln gekommen. In im Internet veröffentlichten Videos waren Schüsse zu hören und gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in den Strassen der Hauptstadt Caracas zu sehen. Die Hintergründe blieben zunächst unklar.
Das kolumbianische Radiosendernetzwerk Caracol berichtete, Ministerien und Regierungsgebäude in der Innenstadt von Caracas würden evakuiert. Weiteren Berichten zufolge seien Drohnen über der venezolanischen Hauptstadt gesehen worden.
In Venezuela gibt es eine Reihe bewaffneter Gruppen, darunter kriminelle Organisationen und der Regierung nahe stehende Paramilitärs, die sogenannten Colectivos. Schiessereien sind zumindest in einigen Vierteln von Caracas nicht so ungewöhnlich.
Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin Venezuelas vereidigt
Nach der Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten ist seine Nachfolgerin Delcy Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin vereidigt worden. Sie legte ihren Amtseid in der Nationalversammlung in der Hauptstadt Caracas ab.
«Ich bin unschuldig und ein anständiger Mann»
Nicolas Maduro steht in Manhattan vor Gericht. Der von den USA gefangen genommene venezolanische Staatschef plädierte am Montagmorgen (Ortszeit) auf nicht schuldig. «Ich bin unschuldig, ich bin ein anständiger Mann, ich bin immer noch der Präsident meines Landes», zitiert ihn Sky News.
Maduro bat zudem darum, sich mit einem Konsularbeamten beraten zu dürfen. Der Richter gab der Bitte statt.
Die USA haben Maduro unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll aus Sicht der Vereinigten Staaten sein illegal erlangtes Amt dafür genutzt haben, damit Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe selbst für sich daraus Vorteile gezogen. Er soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben.
Mitangeklagt sind auch seine Ehefrau und sein Sohn. Zudem richten sich die Vorwürfe unter anderem gegen den aktuellen sowie den früheren Innenminister von Venezuela.
Die nächste Anhörung findet am 17. März statt.
Maduro und seine Frau in New York angekommen
Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores sind am Wall Street Heliport in Manhattan angekommen. Bilder zeigen, wie die beiden von Beamten der DEA für den Weitertransport abgeführt werden. Die Strafverfolgungsbehörde ist dem Justizministerium unterstellt und für Drogendelikte zuständig.
Maduro wird per Helikopter nach New York gebracht
Bilder von mehreren Nachrichtensendern und -agenturen, etwa Fox News, Reuters und Anadolu, zeigen am Montagmittag Schweizer Zeit, wie Maduro per Helikopter zum Gericht nach New York City transportiert wurde. Dort soll eine erste Anhörung stattfinden.
Trump droht Venezuelas Interimspräsidentin
Der Druck der USA auf Venezuela scheint nach der Festnahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro (63) erste Wirkung zu zeigen. Die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez (56), die sich nach dem US-Angriff zunächst unbeugsam gezeigt hatte, signalisierte Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Washington.
Rodríguez gab sich auf Instagram nun versöhnlich gegenüber der Regierung von US-Präsident Donald Trump. «Wir laden die Regierung der Vereinigten Staaten ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist und im Rahmen des Völkerrechts ein dauerhaftes Zusammenleben in der Gemeinschaft stärkt.» Es gehe um «Frieden und Dialog, keinen Krieg», schrieb sie weiter. «Das war schon immer die Haltung von Präsident Nicolás Maduro und ist derzeit die Haltung ganz Venezuelas.»
Trump drohte Rodríguez unterdessen unverhohlen. Ihr könne eine noch «schlimmere Situation» als dem gefangengenommenen Maduro drohen, sagte er während eines Flugs nach Washington zu Reportern. Der Zeitschrift «The Atlantic» hatte er zuvor gesagt: «Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als Maduro.»
32 Kubaner bei US-Angriff auf Venezuela getötet
Bei der Verhaftung von Nicolas Maduro in Venezuela sind 32 Angehörige kubanischer Sicherheitskräfte ums Leben gekommen. Dabei dürfte es sich unter anderem um Leibwächter des venezolanischen Präsidenten gehandelt haben.
Die Landsleute hätten «ihre Pflicht würdig und heldenhaft erfüllt», schrieb die Kommunistische Partei Kubas in einer Mitteilung. Sie seien «nach hartem Widerstand gefallen».
Sicherheitskräfte aus dem verbündeten Kuba sind nach Einschätzung von Experten seit Jahren in Venezuela im Einsatz. Auch für die persönliche Sicherheit Maduros sollen vor allem Kubaner verantwortlich gewesen sein.
«Viele Kubaner wurden gestern getötet, als sie versuchten, ihn zu beschützen», sagte US-Präsident Donald Trump. Das venezolanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass bei dem US-Einsatz «ein Grossteil» von Maduros Sicherheitsteam getötet worden sei. Die USA erlitten bei dem Einsatz laut Trump keine Verluste.
Maduro muss am Montag erstmals vor Gericht erscheinen
Wenige Tage nach seiner Verhaftung soll Nicolas Maduro bereits vor Gericht erscheinen. Ein New Yorker Bundesgericht setzte für Montag um 12 Uhr (Ortszeit) einen Termin an. Was genau bei der Anhörung passieren soll, blieb zunächst unklar.
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben sich Medienberichten zufolge in der Nacht auf Samstag mehrere Explosionen ereignet. Über der Stadt war mindestens eine grosse Rauchwolke zu sehen, Flugzeuge waren zu hören, und zahlreiche laute Knallgeräusche wurden registriert.
Wie eine Reporterin des Senders CBS am Samstag auf X unter Berufung auf US-Vertreter berichtete, soll US-Präsident Donald Trump (79) Angriffe auf Venezuela angeordnet haben. Ziel sollten unter anderem Militäreinrichtungen sein, hiess es.
Die Regierung Venezuelas warf den Vereinigten Staaten eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele vor. Dies stelle eine Verletzung der UN-Charta dar, hiess es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung.
Passanten fliehen vor Explosionen
Betroffen waren offenbar der Süden und Osten der Hauptstadt, unweit einer grossen Militärbasis, darunter der Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe in La Carlota. In Teilen des südlichen Caracas fiel infolge der Explosionen der Strom aus.
Auf Videos des Senders VPItv und in Online-Netzwerken waren mehrere Hubschrauber über der nächtlichen Stadt zu sehen, während grosse Brände Rauchsäulen in den Himmel schickten. Passanten flohen nach den Explosionen von den Strassen.
«Venezuela wurde angegriffen»
Der Auslöser der Explosionen blieb zunächst unklar. Das US-Verteidigungsministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
Der Präsident des Nachbarlandes Kolumbien hat von einem Angriff auf Venezuela gesprochen. «In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschiessen es mit Raketen», schrieb Staatschef Gustavo Petro auf der Plattform X. «Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten», forderte er.
Lage noch unklar
Im Raum steht die Frage, ob es sich um US-Militäraktionen handeln könnte. Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela hatte sich zuletzt zugespitzt: US-Truppen und Kriegsschiffe wurden vor der venezolanischen Küste zusammengezogen, mehrfach griff das Militär angebliche Drogenboote an, die Küstenwache beschlagnahmte sanktionierte Öltanker.
US-Präsident Trump sprach zuletzt von der Möglichkeit von US-Einsätzen auf dem venezolanischen Festland und bestätigte zuvor Angriffe auf Hafengebiete in dem südamerikanischen Land.
Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro (63) wirft dem Weissen Haus vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Er vermutet, die USA wollten sich die riesigen Erdölvorkommen Venezuelas sichern. Im Staatsfernsehen zeigte sich Maduro zuletzt dennoch gesprächsbereit: «Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen», könne man über Drogenhandel, Öl und Migration diskutieren.
Gleichzeitig betonte er die Wehrhaftigkeit seines Landes: «Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin.»