Wer mit dem Flugzeug verreist, hofft auf einen pünktlichen Abflug und eine entspannte Ankunft. Doch Verspätungen, kurzfristige Annullierungen und ungünstige Wetterbedingungen können die Reisepläne durcheinanderbringen. Eine Analyse des Fluggastrechte-Dienstleisters AirAdvisor hat 26 beliebte Flugstrecken in Europa untersucht und bewertet, welche Verbindungen für Reisende besonders stressig sein können.
Dafür wurden Daten aus dem Zeitraum von September 2025 bis August 2026 ausgewertet. Berücksichtigt wurden unter anderem Verspätungen von mehr als einer Stunde, besonders lange Verzögerungen, Flugausfälle und Wetterbedingungen. Wichtig: Das Ranking sagt nichts über die Sicherheit der Flüge aus. Es geht vielmehr darum, wie gut sich eine Reise planen lässt.
Amsterdam–Barcelona ist die stressigste Route
Den ersten Platz belegt die Verbindung zwischen Amsterdam und Barcelona. Sie erreicht im Ranking 75,1 von 100 Punkten. Im untersuchten Zeitraum hatten 7,02 Prozent der Flüge eine Verspätung von mehr als einer Stunde. Bei 0,83 Prozent dauerte die Verspätung länger als drei Stunden, 2,93 Prozent der Flüge wurden annulliert.
Ein möglicher zusätzlicher Belastungsfaktor sind die Wetterbedingungen am Flughafen Amsterdam-Schiphol. Ungünstiges Wetter kann den Flugverkehr beeinträchtigen und sich auf weitere Verbindungen auswirken.
Auf Platz zwei folgt die Strecke von London Heathrow nach Amsterdam mit 63,8 Punkten. Hier fiel insbesondere die Annullierungsquote von 3,69 Prozent ins Gewicht.
Den dritten Rang belegt die Verbindung Manchester–Dublin mit 63,4 Punkten. Auf dieser Strecke war der Anteil der Flüge mit mehr als einer Stunde Verspätung besonders hoch: Er lag bei 7,51 Prozent.
Diese zehn Strecken schneiden besonders schlecht ab
Die Auswertung von AirAdvisor nennt folgende zehn Verbindungen als besonders stressanfällig:
- Amsterdam–Barcelona: 75,1 Punkte
- London Heathrow–Amsterdam: 63,8 Punkte
- Manchester–Dublin: 63,4 Punkte
- Lissabon–Madeira: 61,4 Punkte
- Paris Charles de Gaulle–Nizza: 60,8 Punkte
- Oslo–Stavanger: 46,8 Punkte
- Barcelona–Rom Fiumicino: 45,2 Punkte
- London Heathrow–Frankfurt: 44,2 Punkte
- Oslo–Trondheim: 42,4 Punkte
- Madrid–London Heathrow: 40,8 Punkte
Die Ergebnisse zeigen, dass nicht ein einzelner Faktor ausschlaggebend ist. Eine Strecke kann im Ranking weit oben landen, wenn mehrere Probleme zusammenkommen. Dazu zählen längere Wartezeiten, kurzfristige Flugausfälle und Wetterbedingungen, die den Betrieb erschweren.
Was hilft gegen Stress vor dem Abflug?
Wer möglichst entspannt reisen möchte, kann schon bei der Buchung einige Punkte beachten. Bei Umsteigeverbindungen lohnt es sich, genügend Zeit zwischen den Flügen einzuplanen. Bei wichtigen Terminen am Zielort ist es sinnvoll, wenn möglich, einen zeitlichen Puffer vorzusehen.
Kommt es dennoch zu einer erheblichen Verspätung oder einem Flugausfall, können je nach Strecke und Situation Fluggastrechte greifen. Die EU-Verordnung 261/2004 sieht unter bestimmten Voraussetzungen Entschädigungen von 250, 400 oder 600 Euro vor. Entscheidend sind unter anderem die Flugdistanz, die Art der Störung und deren Ursache. Bei aussergewöhnlichen Umständen, etwa bestimmten extremen Wetterlagen, kann der Anspruch auf eine Ausgleichszahlung entfallen.
Das Ranking von AirAdvisor ist deshalb vor allem eine Orientierungshilfe für die Reiseplanung. Es zeigt, auf welchen untersuchten Strecken es in der Vergangenheit häufiger zu Störungen kam. Eine Garantie für den Verlauf eines einzelnen Fluges liefert es nicht.
Dieser Artikel stammt vom polnischen Nachrichtenportal Fakt.pl, welches zu Ringier Medien gehört.