VA Hajdin Limoni Unfall Wohlen AG
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Ersthelfer Hajdin Limoni:«Das Mädchen war am Brennen, ihre Kleider und alles»

Hajdin Limoni (53) holte vier Personen aus brennendem Auto
«Ich schrie: Ist jemand drin?»

Er ist der Held vom schlimmen Autounfall von Wohlen AG mit vier Verletzten: Chauffeur Hajdin Limoni. Blick konnte am Donnerstag mit dem 53-Jährigen sprechen. Er schildert die intensiven Momente an der Unfallstelle.
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Hajdin Limoni (53) hat am Mittwochabend vier Menschen aus einem brennenden Auto gezogen.
Foto: Donghi Ralph

Vor wenigen Stunden hat Hajdin Limoni vier junge Menschen aus einem brennenden Auto gezogen. Blick trifft den Lastwagen-Chauffeur am Donnerstag, dem Tag nach der Heldentat, und spricht auf seinem Balkon in Wohlen AG mit ihm.

Der Aargauer rettete am Mittwochabend gegen 20.45 Uhr die Auto-Insassen vor den Flammen. «Ich bin froh, dass ich helfen konnte», sagt er.

Mit Blick hat er über den gefährlichen Einsatz gesprochen. Er erinnert sich: «Ich war bei einem Kollegen und auf dem Heimweg von Bremgarten nach Wohlen.»

«Alle waren bewusstlos»

Bereits beim Heranfahren habe er das Feuer bemerkt. Er sagt: «Ich dachte, ein Busch brennt. Doch als ich heranfuhr, sah ich Menschen rund um das Auto stehen.»

Er sei ebenfalls ausgestiegen. Limoni sagt: «Ich schrie: Ist jemand drin?» Dies sei bejaht worden. «Dann müssen wir sofort eingreifen, worauf wartet ihr?!»

Mit der Hilfe von anderen Anwesenden habe Limoni zuerst die beiden Mitfahrer hinten befreit. Limoni sagt: «Sie waren alle bewusstlos.»

Flammen erfassten Fahrer und Beifahrerin

Nachdem er sie in Sicherheit gebracht hatte, habe er die anderen beiden Personen vorne gesehen. Limoni: «Sie brannten. Das war hart. Man musste sofort zugreifen.» Um das Feuer habe er sich in diesem Moment nicht kümmern können. «Es ging darum, Leben zu retten!»

Limoni habe nach einem Messer gefragt, um die Gurte durchschneiden zu können. «Er war bewusstlos. Sein Kopf hing runter, die Flammen schossen hoch.» Zusammen legten sie den Fahrer hinter dem Auto in Sicherheit.

Währenddessen sei die Beifahrerin zu sich gekommen und habe angefangen zu schreien: «‹Hilfe, ich sterbe. Hilfe, ich sterbe›», erinnert sich Limoni. «Sie zu befreien, war etwas schwieriger. Sie war eingeklemmt, weil das Auto verdrückt war.» Laut Limoni hatten die Flammen die Beifahrerin schon erfasst, auch er wurde während der Rettung verletzt.

Betroffene wieder bei Bewusstsein

Innert weniger Minuten seien alle aus dem Auto zu sich gekommen und seien ansprechbar gewesen. Limoni sagt: «Sie fragten, wo sind wir und was ist passiert?» Und auch: «Wir sterben.» Er habe versucht, die Betroffenen zu beruhigen. Kurz darauf seien Ambulanz und Polizei eingetroffen.

Die Kantonspolizei Aargau schreibt hierzu: «Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, stand der Fiat Punto in Vollbrand. Mehrere Ersthelfer hatten die Fahrzeuginsassen bereits aus dem brennenden Fahrzeug gerettet und die Betreuung übernommen.»

Und zu den Passagieren: «Bei den Fahrzeuginsassen handelte es sich um eine 17-Jährige sowie drei Männer im Alter von 17, 18 und 21 Jahren. Es sind alles italienische Staatsangehörige, die in der Schweiz wohnhaft sind.»

Helfer erlitt ebenfalls Verletzungen

Limoni sagt weiter: «Ich weiss, sie sind in Sicherheit und sie haben es überlebt.» Aber: «Ich wäre froh, wenn sich jemand bei mir meldet und mir sagt, wie es den Betroffenen und ihren Familien geht.»

Er selbst habe Verbrennungen ebenfalls erlitten: am Kopf, an den Händen und am Fuss. Limoni: «Ich habe das in dem Moment gar nicht gespürt, erst danach.»

Die Bilder vom Einsatz werde Limoni nicht so schnell vergessen: «Einen Menschen so zu sehen, ist schlimm. Sehr, sehr schlimm.»

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