Darum gehts
- Kaktusleder als nachhaltige Alternative zu tierischem Leder wird immer beliebter
- Königin Máxima trug in Amsterdam einen Rock aus Kaktusleder
- Bis zu 95 % weniger Treibhausgase und fast 100 % weniger Wasserverbrauch
Vegane Materialien werden immer spannender, hochwertiger und luxuriöser, und ein Newcomer sticht dabei gerade besonders hervor: Kaktusleder. Es gilt als eine der nachhaltigsten Alternativen zu tierischem Leder und hat inzwischen sogar prominente Fans aus dem Königshaus.
Für Kaktusleder werden meist «Nopal-Feigenkakteen» verwendet, wie man sie auch aus heimischen Wohnzimmern kennt. Die Pflanzen wachsen vor allem in Mexiko, kommen mit sehr wenig Wasser aus und benötigen keine Pestizide, weil sie extrem robust sind. Geerntet wird nur der obere Teil der Pflanze, die Wurzeln bleiben im Boden – so kann der Kaktus immer wieder nachwachsen, statt gerodet zu werden. Das schont Ressourcen und reduziert den ökologischen Fussabdruck deutlich im Vergleich zu klassischem Leder.
Auch in der Verarbeitung punktet Kaktusleder
Es kommt ohne die giftigen Chemikalien aus, die bei der herkömmlichen Ledergerbung eingesetzt werden, und ist im Gegensatz zu vielen Kunstledern atmungsaktiv. Auf der Haut fühlt es sich angenehm an und die Haptik erinnert stark an tierisches Leder – weich, wertig, mit einer gewissen Struktur. Taschen, Schuhe und Accessoires aus Kaktusleder wirken optisch so hochwertig, dass der Unterschied zu klassischem Leder auf den ersten Blick kaum sichtbar ist.
Ganz ohne Haken kommt das Trendmaterial allerdings nicht. Kaktusleder gilt bisher als Luxusprodukt, entsprechend hoch sind die Preise. Und obwohl es robust und langlebig ist, erreicht es die Haltbarkeit von qualitativ sehr gutem tierischem Leder noch nicht ganz. Für viele Labels sowie Kundinnen und Kunden überwiegt der Nachhaltigkeitsbonus jedoch klar – vor allem, wenn Wert auf eine tierfreie, ressourcenschonende Produktion gelegt wird.
Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Näher dran – an Stars, Royals und Menschen mit Geschichten. Hier gehts zum Abo!
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Dass Kaktusleder inzwischen auch auf royalen Bühnen angekommen ist, zeigt die niederländische Königin Máxima, die sich bei einem Auftritt in Amsterdam in einem grünen Rock aus dem innovativen Material präsentierte. Entworfen wurde das Stück vom belgischen Modehaus Maison Natan Couture, das als Vorreiter im Einsatz veganer Lederalternativen gilt. Wenn selbst Royals auf Kaktus setzen, ist klar: Das Material ist mehr als ein Nischenphänomen – es hat das Potenzial, die Lederfrage in der High Fashion dauerhaft zu verändern.
Vorteile auf einen Blick
Umweltfreundlich
Im Vergleich zu echtem Leder werden bei der Herstellung fast 100 % weniger Wasser verbraucht und bis zu 95 % weniger Treibhausgase ausgestossen.
Tier- und chemiefrei
Das Material kommt ohne Tierprodukte sowie ohne giftige Chemikalien wie Phthalate oder PVC aus.
Nachhaltige Ernte
Es werden nur die reifen Blätter geerntet, während die Wurzeln intakt bleiben, was die Pflanze jahrelang nachwachsen lässt.
Eigenschaften
Es ist weich, atmungsaktiv, strapazierfähig und weist eine hohe Reissfestigkeit auf.
So wird’s gemacht
Ernte
Die reifen Blätter (Paddel) des Feigenkaktus werden abgeschnitten.
Trocknung & Pulverisierung
Die Kaktusscheiben werden zerkleinert, unter der Sonne Mexikos getrocknet und zu einem feinen Pulver verarbeitet.
Verarbeitung
Das Pulver wird mit einem biobasierten Polyurethan (PU) zu einem Harz vermischt und auf ein Trägermaterial (z.B. Baumwolle oder Polyester) aufgetragen, um es formstabil zu machen.