The Gstaad Guy
«Luxus sollte vor allem Freude machen»

Er ist 1,98 Meter gross, international bekannt und versteht es wie kaum ein anderer, die Codes der High Society zugleich zu feiern und charmant zu entlarven: The Gstaad Guy.
Kommentieren
1/6
Der typische Constance-Blick machte ihn berühmt: leicht indigniert, selbstverständlich makellos.
Foto: Roy Brandys

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • The Gstaad Guy und Bentley entwickeln das luxuriöse «Chalet Bentley» für die Strasse
  • Die satirischen Figuren Constance und Colton sind Kult, inspiriert von Freunden
  • The Gstaad Guy: 1,9 Mio. Instagram-Follower, erster 10-Millionen-Clip im Jahr 2024
VALESKA JANSEN
SI_Logo_2022_RGB_RZ (1).jpg

Mit Constance und Colton schuf der Brite, der seinen echten Namen geheim hält, Figuren zwischen Chalet-Chic, Old Money und maximalem Hype. Diese Luxuswelt bringt er als The Gstaad Guy mit Bentley nun auf die Strasse: Gemeinsam entwickelten sie das Chalet Bentley, eine Hommage an alpine Wärme, britische Handwerkskunst und herrlich übertriebene Eleganz. Für das Kampagnenshooting reiste der Mann hinter dem viralen Kosmos eigens ins Bürgenstock Resort, wo er auf dem Golfplatz und dem Tennis-Court mit imposantem Panoramablick vor die Kamera trat.

Gstaad Guy, Sie sind 1,98 Meter gross – da bleibt man kaum unbemerkt. Ist das manchmal anstrengend? Nein, überhaupt nicht. Tagsüber treffe ich meine Fans sehr gerne, die Menschen sind ausgesprochen freundlich. Abends, wenn gefeiert und getrunken wird, kann es manchmal etwas intensiver werden.

Constance und Colton sind Kultfiguren. Woher kam die Idee? Einer meiner besten Freunde aus der Kindheit war ein wenig versnobt wie Constance – natürlich längst nicht so überzeichnet. Jede Freundesgruppe hat doch diese eine Diva: Jemand, der es sich sehr gut gehen lässt, sich äusserst raffiniert gibt und Ansprüche hat, die vielleicht nicht immer gerechtfertigt sind.

Ihr Freund wurde also zum Vorbild von Constance? Genau. Wir neckten ihn immer damit, dass er sein Personal und sein Chalet in Gstaad habe und nichts je seinen Standards entspreche.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Wie wurde daraus eine virale Figur? Eines Tages imitierte ich seine Stimme in einem Video und schickte es seiner Familie per Whatsapp mit dem Satz: «So klingt euer Sohn.» Seine Familie leitete das Video weiter. Viele erkannten darin jemanden aus dem eigenen Umfeld.

Steckbrief The Gstaad Guy

Name: The Gstaad Guy / richtiger Name geheim

Bekannt für: Die satirischen Luxusfiguren Constance und Colton – zwischen Cashmere, Chalet-Chic, Old Money und maximalem Hype.

Grösse: 1,98 Meter.

Instagram: Rund 1,9 Millionen Follower.

TikTok: Rund 1,3 Millionen Follower.

Durchbruch: Seine erste Video-Produktion mit mehr als 1 Million Views erreichte er 2022. 2024 folgte erstmals ein Clip mit über 10 Millionen Aufrufen.

Name: The Gstaad Guy / richtiger Name geheim

Bekannt für: Die satirischen Luxusfiguren Constance und Colton – zwischen Cashmere, Chalet-Chic, Old Money und maximalem Hype.

Grösse: 1,98 Meter.

Instagram: Rund 1,9 Millionen Follower.

TikTok: Rund 1,3 Millionen Follower.

Durchbruch: Seine erste Video-Produktion mit mehr als 1 Million Views erreichte er 2022. 2024 folgte erstmals ein Clip mit über 10 Millionen Aufrufen.

Warum heisst die Figur Constance? Ich wollte meinen Freund nicht blossstellen oder seinen echten Namen verwenden, gleichzeitig aber die Figur weiterentwickeln und noch absurder machen. So wurde aus ihm Constance.

Der Name klingt sehr europäisch. Ist das Absicht? Constance steht für Beständigkeit. Die Figur ist genderfluid, altersfluid und zeitlos, genau wie Gstaad: Es hat immer existiert und ist trotzdem heute noch relevant. Der Name ist europäisch, leicht französisch und lässt viel Raum für Interpretation.

Und Colton? Der Name klingt sofort amerikanisch, wohlhabend und ein bisschen nach Greenwich, Connecticut, USA. Man stellt sich jemanden vor, der eine exklusive Privatschule besucht hat, Verwandte in Europa hat und dort Ferien macht – aber trotzdem stolzer Amerikaner ist.

Artikel aus der «Schweizer Illustrierten»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Blick+ Nutzer haben exklusiv Zugriff im Rahmen ihres Abonnements. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Schweizer Illustrierten» publiziert. Blick+ Nutzer haben exklusiv Zugriff im Rahmen ihres Abonnements. Weitere spannende Artikel findest du auf www.schweizer-illustrierte.ch.

Ihre Sketche handeln also von mehr als nur Luxusklischees? Ich wollte immer eine grössere Geschichte erzählen: die Spannung zwischen Substanz und Status, Tradition und Hype, Zeitlosigkeit und Zeitgeist.

Damit waren Sie früh dran. Die Diskussion über Old-Money- und New-Money-Konsum war online bis 2021 kaum ein Thema. Ich startete meinen Account vor acht Jahren, noch bevor Instagram Reels eingeführt hat.

Was macht britischen Humor aus? Er ist kompromisslos. Die Engländer machen einen Witz, stehen dazu und ziehen ihn durch. Niemand unterbricht und sagt: «Sorry, das war nur ein Witz.» Sarkasmus, kleine Sticheleien und liebevolles Necken gehören dazu.

Sie werden manchmal als Banksy des Internets bezeichnet. Passt das? Das ist ein wunderbares Kompliment. Ich sehe mich aber eher als Peter Sellers dieser Generation. Das passt besser zu Figurenkomik, Grimassen und Humor mit einer kleinen tieferen Botschaft.

Was kann Humor, was Ernsthaftigkeit nicht kann? Humor ermöglicht schwierige Gespräche. Wie der Hofnarr im Mittelalter durfte man Dinge sagen, die sonst niemand aussprach. Mit Humor kann man in den sozialen Medien Themen aufgreifen, die ohne diesen Rahmen schnell falsch verstanden würden.

Wann merkten Sie, dass aus Ihrem digitalen Kanal auch grosse Markenpartnerschaften entstehen könnten? Ehrlich gesagt schon nach wenigen Wochen. Nach etwa einem Monat merkte ich, dass die Menschen sehr empfänglich für meinen Content waren und tatsächlich aufgrund meiner Erwähnungen einkauften.

Ein konkretes Beispiel? Ich machte eine Bemerkung über ein Loro-Piana-Gilet, und plötzlich kauften die Leute dieses Gilet. Es war sehr schnell ausverkauft.

Nun haben Sie mit Bentley das Chalet Bentley entwickelt. Wie entstand die Idee? Ich liebe die Atmosphäre und Ausstrahlung eines Schweizer Chalets und wollte dieses Gefühl auf die Strasse bringen. Ich hatte den Eindruck, dass das bisher noch niemand ganz geschafft hatte. Bentley war der perfekte Partner, um diese Vision umzusetzen.

Was bedeutet Chaletgefühl für Sie? Ein Chalet hat einen robusten, fast rauen Aussenauftritt, und im Inneren ist es warm, gemütlich und einladend. Bentley verkörpert genau diesen Kontrast bereits auf der Strasse.

Auch Ihre Schmuckmarke Poubel spielt mit Gegensätzen. Wie kam es zu diesem Namen? Luxusmarken erzählen ständig, wie luxuriös sie sind. Wenn ein schlecht gemachtes Produkt sich luxuriös nennen darf, dann darf ein hervorragend gemachtes auch «Poubel», also Müll, heissen.

Das ist sehr The Gstaad Guy. Bei The Gstaad Guy ist alles ein bisschen gegensätzlich. «À la poubelle» ist ein Ausdruck, den ich über meinen Content geprägt habe. Was Constance schrecklich findet, hält Colton für «fantastique».

Was sollen die Schmuckstücke ausdrücken? Mein Publikum bewegt sich auf beiden Seiten dieses Spektrums. Mit Poubel wollte ich Anhänger schaffen, die Vorlieben, Persönlichkeiten und vielleicht sogar Meinungsverschiedenheiten ausdrücken.

Gstaad oder St. Moritz – wo fühlen Sie sich wohler? Zum Wohnen ganz klar Gstaad. Es ist ein wunderbarer Ort, den man sein Zuhause nennen kann. Als Tourist bevorzuge ich St. Moritz. Es hat eine unglaubliche festliche Energie: die Events, das weite Tal, die Sonne auf dem See.

Ihr Lieblingsrestaurant in Gstaad? Das «Olden».

Sie sind regelmässig in Zürich. Was verbindet Sie mit der Stadt? Ich bin oft in Zürich, auch weil ich dort bei Tassoni, einem Multibrand-Store meinen Poubel-Schmuck verkaufe.

Was bedeutet Luxus für Sie? Luxus geht weit über das Notwendige hinaus. Er sollte allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Handwerk, Ingenieurskunst und Tradition gehören dazu, aber Luxus sollte vor allem Freude machen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen