Darum gehts
- Ende Oktober versteigern Behörden in Stuttgart Diebesgut
- Highlight ist ein fast neuer Lamborghini zu einem Startpreis von 380'000 Euro
- Der Erlös fliesst den Behörden zu; Gesamtwert: 2,7 Millionen Euro
Ende Oktober kommt es in Stuttgart (D) zu einer nicht ganz herkömmlichen Versteigerung. Dann versteigern die deutschen Behörden nämlich das Diebesgut von Kriminellen, die hinter Gitter gebracht werden konnten.
Zu kaufen gibt es unter anderem Motorräder und Uhren. Das Highlight der Auktion ist aber ohne Zweifel ein Auto. Genauer gesagt handelt es sich um eine auf 250 Stück limitierte Spezialversion des Lamborghini Aventador, wobei jedes Exemplar der Serie eine Nummer zwischen 1 und 250 trägt.
Vier Lamborghinis vom gleichen Täter
Die Nummer des zu ersteigernden Lamborghinis: die 1. Als wäre das nicht genug, wurde der italienische Sportwagen erst 2022 gebaut und hat nur 98 Kilometer auf dem Buckel. Er ist somit so gut wie neu. Der Startpreis ist bei 380'000 Euro (rund 355'000 Franken) angesetzt, was auch das untere Ende des geschätzten Preises darstellt. Das obere Ende beträgt stolze 790'000 Euro (rund 739'000 Franken).
Viele Objekte werden laut «Südkurier» aufgrund von Steuerkriminalität versteigert. So werden auch der Lamborghini und drei weitere Sportwagen der gleichen Marke aufgrund eines Steuerverfahrens ausgeschrieben. Da das Verfahren noch am Laufen ist, werden keine genaueren Details, etwa zum ehemaligen Besitzer, bekannt gegeben.
Günstigstes Objekt ist Schweizer Uhr
Teils wurden die Gegenstände auch mit dem Verkauf von Drogen finanziert, so etwa ein Porsche Panamera, bei dem ab 8000 Euro (rund 7500 Franken) mitgeboten werden kann. Kurioser wird es bei einem Porsche Cayenne. Er wurde mit Geld gekauft, das im Zusammenhang mit bandenmässigem Betrug steht. So gaben sich mehrere Täter als Bankmitarbeiter aus und knöpften älteren Menschen so ihr Erspartes ab. Der Startpreis beträgt 4600 Euro (rund 4300 Franken).
Zu den günstigeren Objekten gehört ein VW Polo aus dem Jahr 2017, für den ein Preis von 2000 bis 4100 Euro (1900 bis 3800 Franken) erwartet wird. Am erschwinglichsten auf der ganzen Liste ist eine Uhr des Schweizer Herstellers TAG Heuer. Für den Zeitmesser des Typs «Formula 1» dürften 400 bis 800 Euro (370 bis 750 Franken) fällig werden. Auch für drei verschiedene Rolex-Uhren kann man bieten.
«Grösste Justizauktion Baden-Württembergs»
Versteigert werden die Objekte übrigens über die Webseite des Auktionshauses Eppli, wobei man auch telefonisch oder vor Ort im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart mitbieten kann. Wie der Geschäftsführer verlauten lässt, wurde bereits Interesse aus der Schweiz, Frankreich, Singapur und Saudi-Arabien bekundet.
Das Geld aus der «grössten Justizauktion Baden-Württembergs» soll in die Kasse der Behörden fliessen und so indirekt dem Steuerzahler zugutekommen. Laut Obergerichtsvollzieher sollen alle Objekte zusammen rund 2,7 Millionen Euro (rund 2,5 Millionen Franken) wert sein.
«SO 1» für 390'000 Franken
Auch hierzulande gab es schon spektakuläre Versteigerungen. So wurde im Jahr 2023 eine Luxuswohnung am Zürichberg zwangsversteigert, weil der Besitzer sich hoch verschuldet hatte. Auch ein Schweizer Profi-Fussballer bot mit, den Zuschlag erhielt schliesslich aber mit 5,9 Millionen Franken ein Paar aus dem Wallis.
Immer wieder beliebt sind auch die Versteigerungen von Nummernschildern. Mit 390'000 Franken ging «SO 1» am teuersten über den Auktionstisch. Und schon bald, nämlich am 8. Oktober, kommt «ZH 69» unter den Hammer. Wer weiss, vielleicht hängt ja schon bald ein Schweizer Kontrollschild an einem grünen Lamborghini aus Deutschland.