Schmuck mit Botschaft
Die Brosche feiert ein Comeback

Broschen galten lange als Relikt aus der Schmuckschatulle der Grossmutter – jetzt stecken sie wieder an Blazern, Mänteln und sogar Hoodies.
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Coco Chanel war berühmt für ihre kreativen Brosche-Entwürfe und auch Trageweisen.
Foto: Conde Nast via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Brosche feiert 2026 ein glamouröses Comeback in Mode und Streetstyle
  • Coco Chanel etablierte sie als Statement-Accessoire mit ikonischen Designs
  • Preise variieren von erschwinglichen Kristall-Versionen bis zu High-Jewelry-Stücken
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Valeska Jansen
Style

Glänzendes Comeback. Ein alter Trend ist zurück, überraschend frisch inszeniert. Dabei war die Brosche am Anfang alles andere als dekorativ: In der Bronzezeit diente sie als Sicherheitsnadel für Tuniken und Umhänge, im Mittelalter als Rangzeichen und religiöses Symbol, später im 19. Jahrhundert als viktorianisches Sentimentalschmuckstück mit Haarlocken, Miniaturporträts oder Trauermotiven. Erst im 20. Jahrhundert löste sie sich endgültig von ihrer rein funktionalen Rolle und wurde zur kleinen Bühne für Stil – irgendwo zwischen Alltagsaccessoire und tragbarer Skulptur.

Eine Schlüsselfigur dieser Entwicklung ist Coco Chanel. Sie liebte Schmuck als Rüstung und Codesprache: Löwe (ihr Sternzeichen), Kamelie, Komet, Stern oder Schleife tauchen in ihren Kollektionen immer wieder als Broschen auf, häufig mit Glassteinen und Perlen kombiniert, mal einzeln am Revers, mal gleich im Cluster an Kleid, Kostümjacke oder Hut. Während andere sich mit einem «vernünftigen» Solitär begnügten, trug Chanel bewusst viel: lange Perlenstränge, mehrreihige Ketten, dazu Broschen, die Outfits nicht nur schmückten, sondern markierten – als Teil einer klar erkennbaren Silhouette. Genau dieses Bild – eine schmale Jacke, ein cleaner Schnitt, dazu ein auffälliger Pin auf Brusthöhe – ist es, das heute in Streetstyle und auf Instagram wieder zitiert wird: die Brosche als kleines, aber unübersehbares Statement.

Vom Erbstück bis zum Statement-Piece

Am oberen Ende der Skala spielen die grossen Schmuckhäuser. Van Cleef & Arpels etwa versteht die Brosche bis heute als Miniaturkunstwerk: Ballerinen- und Fee-Clips, florale Bouquets, Vögel, Schmetterlinge oder abstrakte Bänder, gearbeitet in Gelb- und Weissgold, mit Mystery-Set-Saphiren, Smaragden und Diamanten, gehören zur DNA des Hauses und tauchen regelmässig in High-Jewelry-Kollektionen und Auktionen auf. Eine einzelne Brosche kann hier zum Erbstück mit eigener Provenienz werden – getragen zu Couture-Roben, an Smoking-Revers oder als einziger Schmuck an einem schlicht geschnittenen Mantel, wo sie wie ein kleiner leuchtender Anstecker aus einer anderen Welt wirkt.

Doch der neue Broschen-Trend bleibt nicht im Safe der Sammlerinnen stecken. Parallel zum High-End-Boom gibt es eine klar sichtbare Demokratisierung: Labels wie Swarovski bieten kristallbesetzte Blumen, Tiere, Schleifen oder Initialen, die optisch funkelnd in der Tradition grosser Juweliere stehen, preislich aber im Bereich von Geschenkideen und Impulskäufen liegen. Ob an der Anzugweste, am Wollmantel oder an der Denim-Jacke – eine einzige, gut platzierte Kristall-Brosche kann einem sonst reduzierten Look plötzlich etwas Vintage-Glamour geben, ohne dass man gleich ein Vermögen investieren muss.

Die Brosche wird neu getragen

So spannt sich heute ein erstaunlich breiter Bogen: von musealen, selten getragenen High-Jewelry-Clips bei Häusern wie Van Cleef & Arpels über ikonische Chanel-Signaturen mit Löwen, Kamelien und Comètes bis zu verspielten Modeschmuckbroschen, die man bei Fast-Luxury-Adressen oder im Onlineshop schnell in den Warenkorb klickt. Dass die Brosche trotzdem nicht altbacken wirkt, liegt an ihrem neuen Einsatz: Statt steif am Kostümrevers zu sitzen, wandert sie auf den Mantelkragen, den Strickpulli, die Beanie, an die Gürtelschlaufe oder gleich in die Gruppe – mehrere kleine Pins nebeneinander, ganz im Sinne Coco Chanels, die schon früh verstand, dass dieses kleine Schmuckstück nicht nur Stoff zusammenhält, sondern Looks – und Haltungen.

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