Darum gehts
- Alexander McQueen kehrt nach 25 Jahren auf London Fashion Week zurück
- Burberry kombiniert ikonische Designs mit floralen Mustern von Celia Birtwell
- Trend 2027: Transparente Stoffe und Lingerie als Tagesmode dominieren Laufstege
Die Modemetropole an der Themse war schon immer anders: weniger geschniegelt als Paris, weniger poliert als Mailand, dafür umso eigenwilliger – ein Ort, an dem Rebellion auf Tradition trifft. Genau diese Dynamik war bei der London Fashion Week für Frühling/Sommer 2027 spürbar.
Grosse Comebacks
Der wohl emotionalste Moment der Saison: Nach einem Vierteljahrhundert in Frankreich kehrte Alexander McQueen zurück nach London. Für Creative Director Seán McGirr (38) war die Show eine Rückkehr zu den Wurzeln des Hauses: Präzise Nadelstreifen und skulpturale Schnitte trafen auf Korsetts, transparente Röcke und körpernahe Kleider. Dazu kamen deutliche Verweise auf das McQueen-Erbe – von dramatischen Silhouetten bis zu Skull-Details. Auch die Gästeliste überzeugte: Emilia Clarke (38), Florence Welch (40) und Anna Wintour (76) sassen in der Front Row.
Nach neun Jahren Abwesenheit gab auch das Traditionshaus Mulberry seine Laufsteg-Rückkehr. Niemand Geringeres als der schottische Modemacher Christopher Kane (44) feierte hier sein Debüt als Designer und interpretierte die ikonische «Bayswater»-Tasche neu.
Heritage, aber mit Humor
Zum Finale der LFW wurde es bei Burberry verspielt. Chefdesigner Daniel Lee (40) holte die legendäre britische Textildesignerin Celia Birtwell (85) an Bord – bekannt für ihre floralen, psychedelischen Muster und ihre Verbindung zur Londoner Kunstszene der 60er und 70er. Ihre handgezeichneten Blumen und neu interpretierten Karos trafen auf Burberry-Klassiker. Der Trenchcoat übernahm die Hauptrolle, zeigte sich aber in sommerlichen Looks: leichte Texturen, geraffte Details und neu gedachte Silhouetten. Mittendrin: Rosie Huntington-Whiteley (39), Jason Statham (59) und Romeo Beckham (24).
Die neue Weiblichkeit ist transparent
Ein Trend zog sich durch zahlreiche Shows: Lingerie wird zur Tagesmode. Transparente Stoffe, Slip-Dresses, Korsetts und körpernahe Silhouetten waren ebenso präsent wie zarte Materialien und viel Haut. Gleichzeitig wurde das Tailoring weicher: weniger Business-Anzug, mehr lässige Eleganz. Die Labels Simone Rocha und Erdem spielten ebenfalls mit Romantik und Weiblichkeit – typisch für London allerdings nicht ohne Twist: Rocha setzte auf üppige, fast theatralische Details, während Erdem historische Referenzen in eine moderne, glamouröse Silhouette übersetzte.