Negative Gedanken loswerden
So hilft die kognitive Verhaltenstherapie

«Ich schaffe das nicht» oder «Alles geht schief»: Negative Gedanken können belasten und den Alltag erschweren. Die kognitive Verhaltenstherapie hilft, solche Denkmuster zu erkennen und einen besseren Umgang mit Stress, Ängsten und Problemen zu finden.
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In der Therapie untersuchen Betroffene gemeinsam mit einer Fachperson, welche Gedanken und Verhaltensweisen ihre Beschwerden verstärken.
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«Ich bin unfähig.» «Die anderen halten mich für dumm.» Solche Gedanken kennt fast jeder. Tauchen sie häufig auf, können sie das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und Stress, Angst oder Niedergeschlagenheit verstärken.

Hier setzt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) an. Sie gehört zu den am besten untersuchten Formen der Psychotherapie und wird bei verschiedenen psychischen Erkrankungen eingesetzt.

Der Grundgedanke: Nicht nur eine Situation beeinflusst, wie wir uns fühlen. Entscheidend ist auch, wie wir sie bewerten. Wer bei einem Fehler denkt: «Ich kann nichts», reagiert anders als jemand, der sich sagt: «Das ist schiefgelaufen, aber ich kann daraus lernen.»

Die KVT hilft dabei, solche Denkmuster zu erkennen und zu hinterfragen. Es geht nicht darum, Probleme schönzureden oder zwanghaft positiv zu denken. Ziel ist vielmehr, Situationen realistischer einzuschätzen und hilfreicher mit ihnen umzugehen.

Wie funktioniert die Therapie?

Gedanken, Gefühle und Verhalten hängen eng zusammen. Wer beispielsweise Angst vor einer unangenehmen Situation hat und sie immer wieder vermeidet, fühlt sich kurzfristig erleichtert. Langfristig kann die Angst jedoch bestehen bleiben.

In der Therapie untersuchen Betroffene gemeinsam mit einer Fachperson, welche Gedanken und Verhaltensweisen ihre Beschwerden verstärken. Anschliessend lernen sie, neue Strategien auszuprobieren und schrittweise andere Erfahrungen zu machen.

Die Behandlung ist meist strukturiert und auf konkrete Ziele ausgerichtet. Wie lange sie dauert, hängt von den Beschwerden und den individuellen Bedürfnissen ab.

Diese Methoden kommen zum Einsatz

Je nach Situation setzt die KVT auf verschiedene Techniken:

  • Gedanken hinterfragen: Welche Belege gibt es für einen negativen Gedanken? Könnte die Situation auch anders sein?
  • Probleme lösen: Schwierige Situationen werden in überschaubare Schritte aufgeteilt.
  • Ängsten begegnen: Betroffene lernen unter therapeutischer Begleitung, angstauslösende Situationen schrittweise auszuhalten, statt sie grundsätzlich zu vermeiden.
  • Gedanken beobachten: Notizen oder ein Tagebuch helfen, wiederkehrende Muster und Auslöser zu erkennen.
  • Entspannung üben: Atemübungen und andere Techniken können helfen, Anspannung zu reduzieren.

Auch kleine Übungen zwischen den Therapiesitzungen gehören häufig dazu. So lässt sich das Gelernte im Alltag anwenden.

Bei welchen Problemen kann KVT helfen?

Die kognitive Verhaltenstherapie wird bei zahlreichen psychischen Erkrankungen eingesetzt. Dazu gehören:

  • Angststörungen und Panikattacken
  • Depressionen
  • Zwangsstörungen
  • Essstörungen
  • Phobien
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Schlafstörungen

Auch bei chronischen Schmerzen oder einem Reizdarmsyndrom kann sie als Teil der Behandlung sinnvoll sein. Dabei geht es nicht darum, körperliche Beschwerden als reine Kopfsache abzutun. Vielmehr kann die Therapie helfen, mit Schmerzen und Belastungen besser umzugehen.

Einzelne Methoden eignen sich zudem für alltägliche Herausforderungen wie Stress, Beziehungskonflikte, Trauer oder geringes Selbstwertgefühl.

Gedanken sind nicht automatisch Tatsachen

In belastenden Situationen neigen Menschen dazu, vom Schlimmsten auszugehen, Fehler überzubewerten oder besonders streng mit sich selbst zu sein. Die KVT hilft, solche Denkmuster zu erkennen und Abstand zu ihnen zu gewinnen.

Aus «Ich werde das niemals schaffen» kann so die Frage werden: «Was genau macht mir Sorgen, und was kann ich als Nächstes tun?» Das bedeutet nicht, dass sich jedes Problem durch eine andere Einstellung lösen lässt. Schwierige Lebensumstände verschwinden nicht einfach durch positives Denken. Doch der eigene Umgang damit kann sich verändern.

Das Ziel der KVT ist nicht, jederzeit glücklich oder gelassen zu sein. Es geht darum, Gedanken und Reaktionen besser zu verstehen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.

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