Darum gehts
- Experten geben Tipps gegen Stress durch negative Nachrichten und Überforderung
- Ratschläge umfassen Kochen, Perspektivwechsel, Komfortzonenerweiterung und Naturerlebnisse
- Oliver Fuchs kocht 2026 Gerichte aus 54 afrikanischen Ländern
Es gibt Tage, da möchte ich mir die Decke über den Kopf ziehen. Der Blick in die News-App gleicht einem Schlag in die Magengrube. Die Krisen stapeln sich, und mit ihnen wächst meine Ohnmacht. «Doomscrolling» nennt man das endlose Konsumieren negativer Schlagzeilen, bis man sich gelähmt fühlt.
Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.
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Was wir in solchen Situationen benötigen, ist Psychohygiene im Kleinen. Ich habe mich in der Beobachter-Redaktion umgehört: Was hilft sofort, wenn der Kopf voll ist?
1. Kulinarische Weiterbildung
Ein Gegenmittel gegen Angst und Überforderung ist Neugier – und die nutzt mein Kollege Oliver Fuchs für sich: Er kocht sich dieses Jahr durch alle Länder Afrikas. Statt sich lähmen zu lassen, kauft er unbekannte Gewürze und lernt die Welt von einer neuen, genussvollen Seite kennen.
Kochen zwingt ins Hier und Jetzt: Gemüse schneiden, Düfte wahrnehmen. Wer wöchentlich neue Rezepte probiert, schafft sich Inseln der Vorfreude und erweitert den Horizont, ohne das Haus verlassen zu müssen.
2. Vogel- statt Froschperspektive
Wenn alles zu viel wird, hilft manchen nicht weniger Information, sondern mehr – aber anders. «Meine Reaktion ist oft Informationshunger», erzählt Tina Berg. Wer nur Headlines liest, bleibt bei der Angst.
Ihre Strategie: von der Frosch- in die Vogelperspektive wechseln. Wer Hintergründe recherchiert und Zusammenhänge versteht, holt sich die Kontrolle zurück. Das Unbekannte macht oft mehr Angst als das Verstandene. Wissen ordnet das Chaos im Kopf und verwandelt Panik in Klarheit.
3. Raus aus der Komfortzone
Wenn wir uns überfordert fühlen, neigen wir zum Rückzug. Ich selbst wähle die Flucht nach vorn: Ich verlasse bewusst meine Komfortzone. Ich gehe allein in Cafés, höre Musikgenres, die mir sonst fremd sind, oder spreche im Tram gezielt jemanden an, um ein Kompliment zu machen.
Statt sich von der Schwere der Welt lähmen zu lassen oder sich schuldig zu fühlen, weil man nicht alles kontrollieren kann, setze ich auf kleine Ausbrüche. Das Neue belebt und zeigt mir: Ich bin nicht festgefahren, ich kann mich bewegen und verändern.
4. Anker mit Herz und Pfote
Kontakt ist das beste Mittel gegen Isolation. Meine Kollegin Ütopya Kara setzt auf eine Doppelstrategie: vier- und zweibeinige Liebe. «Sobald mich Nachrichten überfordern, verbringe ich Zeit mit meinem Hund.» Die Ruhe des Tieres im Hier und Jetzt überträgt sich sofort.
Dazu kommt der aktive Kontakt zu Menschen: Sie schreibt Familie oder Freunden, wie dankbar sie für sie ist. Es zwingt den Fokus auf das Positive und rückt die Relationen zurecht: «Ich bin nicht allein, ich habe ein Netz.»
5. Den inneren Waldmenschen entdecken
Manchmal muss man die Zivilisation hinter sich lassen. Nicole Müller schwört auf das Ursprüngliche: «Im Wald ein Feuer machen und eine Wurst braten.»
Draussen zwischen Bäumen, beim Knacken des Feuers, relativiert sich vieles. «In uns allen schlummert ein Stück Waldmensch», sagt sie. Wir erinnern uns daran, dass wir ursprünglich mit weniger Komplexität ausgekommen sind. Das erdet – physisch und mental.