Darum gehts
- Die 8-8-8-Regel teilt den Tag in Schlaf, Arbeit und Freizeit
- Regelmässiger Schlaf unterstützt Gesundheit, während Dauerstress Herz und Stoffwechsel schadet
- Richtwert: 8 Stunden pro Bereich, individuell anpassbar je nach Lebensumständen
Es klingt simpel: Ein Drittel des Tages schläfst du, ein Drittel arbeitest du und die restlichen acht Stunden gehören deinem Privatleben. Die sogenannte 8-8-8-Regel wird derzeit als einfacher Ansatz für einen gesünderen Alltag diskutiert. Der indische Internist Dr. Amitabh Parti sieht darin vor allem eine Orientierungshilfe, um Erholung, Arbeit und Freizeit besser ins Gleichgewicht zu bringen.
Dabei geht es nicht darum, jede Minute des Tages strikt zu verplanen. Entscheidend sei vielmehr, dass keine dieser drei Lebensbereiche dauerhaft zu kurz komme.
Acht Stunden Schlaf für Gehirn und Körper
Den ersten Teil des Tages sollst du dem Schlaf widmen. Während der Nachtruhe regeneriert sich der Körper, das Immunsystem wird unterstützt und das Gehirn verarbeitet und festigt Informationen. Ausreichend Schlaf spielt zudem eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. Regelmässige Erholung kann deshalb dazu beitragen, dass der Körper besser funktioniert. Schlafmangel und dauerhafte Müdigkeit können dagegen unter anderem Übergewicht, Stoffwechselprobleme und Stimmungsschwankungen begünstigen.
Die acht Stunden sind dabei als Richtwert gedacht. Wie viel Schlaf jemand tatsächlich braucht, hängt unter anderem vom Alter und den individuellen Bedürfnissen ab.
Acht Stunden Arbeit statt Dauerstress
Der zweite Block gehört der Arbeit. Die Idee: Rund acht Stunden sollen für den Beruf reichen, während der restliche Tag nicht ständig von beruflichen Verpflichtungen bestimmt wird. Laut Dr. Parti kann eine Begrenzung der Arbeitszeit helfen, chronischen Stress zu reduzieren. Dauerhafte Belastung steht unter anderem mit einem erhöhten Cortisolspiegel in Verbindung und kann langfristig Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel belasten.
Besonders problematisch wird es, wenn die Arbeit auch nach Feierabend ständig präsent bleibt. Die 8-8-8-Regel soll deshalb helfen, klare Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zu ziehen.
Die letzten acht Stunden gehören dir
Der dritte Teil des Tages ist für alles gedacht, was ausserhalb von Schlaf und Arbeit stattfindet. Dazu gehören Bewegung, gesunde Mahlzeiten, Zeit mit Familie und Freunden und bewusste Erholung. Gerade körperliche Aktivität kann Herz und Kreislauf sowie die Beweglichkeit unterstützen. Auch soziale Kontakte sind wichtig: Sie können Einsamkeit entgegenwirken und das psychische Wohlbefinden stärken. Dabei muss die Freizeit natürlich nicht komplett durchgeplant sein. Entscheidend ist vielmehr, dass neben der Arbeit tatsächlich genügend Zeit für Erholung und persönliche Bedürfnisse bleibt.
Die Regel ist kein Rezept für alle
Die 8-8-8-Regel klingt zwar klar, lässt sich aber nicht auf jeden Menschen gleich anwenden. Alter, Arbeitszeit, Gesundheit und persönliche Lebensumstände spielen eine Rolle. Wer beispielsweise gesundheitliche Probleme hat, kann andere Prioritäten benötigen. Bei Stoffwechselproblemen kann etwa mehr Zeit für Bewegung und regelmässige Mahlzeiten sinnvoll sein. Die wichtigste Idee hinter der Methode ist deshalb nicht die exakte Aufteilung in drei Mal acht Stunden, sondern ein ausgewogenes Verhältnis: ausreichend Schlaf, begrenzte Arbeitszeit und genügend Raum für das eigene Leben.
Ob die 8-8-8-Regel tatsächlich die Lebenserwartung verlängert, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Sie ist vor allem ein einfacher Merksatz, der daran erinnert, dass Gesundheit nicht nur aus Arbeit und Leistung besteht.
Dieser Artikel stammt vom polnischen Nachrichtenportal Fakt.pl, welches zu Ringier Medien gehört.