Einen Leistenbruch beheben? Einen lädierten Meniskus entfernen? Einen Herzschrittmacher einsetzen? Früher war der Fall klar: Bademantel, Schlappen und die Zahnbürste einpacken – und ab ins Spitalbett für ein paar Tage.
Heute läuft das anders: Alle diese genannten Eingriffe lassen sich inzwischen im Normalfall «fliegend» vornehmen – in ambulanten Operationszentren. In Genf hat Anfang Juni 2026 gerade die grösste derartige Einrichtung in der Schweiz ihre Tore geöffnet. Das Centre de Chirurgie Ambulatoire de Genève ist ein Gemeinschaftsprojekt des Universitätsspitals Genf und der Hirslanden-Gruppe und setzt neue Massstäbe für das Schweizer Gesundheitswesen.
Bis zu 10’000 Patientinnen und Patienten können pro Jahr im ambulanten Operationszentrum in Genf behandelt werden. Das ist ein Mehrfaches im Vergleich zu anderen Zentren. Für Hirslanden ist es als Modell gedacht, das sich auch in anderen Kantonen mit öffentlichen Partnern umsetzen lässt.
Dass das Universitätsspital und die Hirslanden-Gruppe ihr Patientenvolumen bündeln können, stärkt die Wirtschaftlichkeit des Zentrums. Hohe Fallzahlen sorgen zudem dafür, dass die betreffenden Eingriffe immer mehr zur Routine werden. Das erhöht die Qualität.
Viszeralchirurgin Anne Carecchio, die das neue Zentrum als Partnerärztin von Hirslanden nutzt, ist begeistert. «In Genf herrscht im chirurgischen Bereich eine enorme Nachfrage. Die stationären Pflegestrukturen stossen daher sehr schnell an ihre Grenzen», erklärt sie. «Ich erhoffe mir durch das Zentrum mittel- und langfristig eine Entlastung.»
Zudem ermögliche das Ambulatorium Patientinnen und Patienten, die sonst manchmal mehrere Monate auf einen Eingriff warten müssen, eine rasche Behandlung. «Wenn wir eine Person in der Sprechstunde sehen, kommt sie zu uns, weil sie leidet und ein spezifisches Anliegen hat. Wir als Fachärztinnen und Fachärzte müssen ihr daraufhin zeitnah eine konkrete Lösung bieten.»
Erfahrung trifft auf lokale Expertise
Hirslanden betreibt – teils unter dem Namen «OPERA» – bereits fünf erfolgreiche ambulante Operationszentren: in der Stadt Zürich, in Zumikon ZH, Bern, St. Gallen und Luzern. Voraussichtlich 2027 soll eine sechste ambulante Klinik in Meilen ZH ihren Betrieb aufnehmen und die medizinische Versorgung am rechten Zürichseeufer weiter modernisieren.
Das ganze gesammelte Wissen über hocheffiziente Prozesse, digitale Patientenkoordination und schlank gestaltete Abläufe ist auch eins zu eins in das Genfer Zentrum eingeflossen.
Die ambulanten Operationszentren von Hirslanden
Doch wie muss man sich den Betrieb in einem ambulanten Operationszentrum vorstellen? Was erwartet Menschen, die sich behandeln lassen müssen? Und welche Vorteile ergeben sich für sie?
Wir fragen bei Sascha Nicol nach, Geschäftsführer des ambulanten medizinischen Zentrums von Hirslanden St. Anna im Bahnhof Luzern. «Es ist sehr sinnvoll, kleinere Eingriffe aus den Spitälern herauszulösen», sagt er. «Menschen sind nicht gerne im Spital, in ambulanten Settings fühlen sie sich wesentlich wohler. Die Abläufe sind schlanker, alles ist persönlicher. Und es gibt eine Eins-zu-eins-Betreuung.»
Persönlich, schnell, effizient
Wer in einem ambulanten OP-Zentrum operiert wird, hat zudem alles schnell hinter sich. «Man kommt an, wird im eigenen Bereich vorbereitet und läuft in der Regel sogar selbst in den OP, wo es die Narkose gibt», erklärt Sascha Nicol. «Noch im OP wacht man wieder auf und wird dann direkt in den Aufwachraum gefahren.» Kleinere Operationen, die nur mit einer lokalen Betäubung vorgenommen werden können, werden in eigenen Bereichen ohne Anästhesieteam durchgeführt.
Ist der Patient oder die Patientin wieder im eigenen Bereich, in der Fachsprache Koje genannt, gibt es erst einmal ein Sandwich und einen frischen Kaffee oder Saft. Nach durchschnittlich 30 Minuten bis maximal zwei Stunden geht es bereits nach Hause. Anstatt in einem Spitalbett erholt man sich in den eigenen vier Wänden auf dem Sofa.
Beim Austritt ist die Sicherheit der Patientinnen und Patienten das oberste Anliegen. «Vor der Heimkehr werden alle Austrittskriterien einzeln überprüft. Ist auch nur ein einziges nicht erfüllt, geht es nicht nach Hause», erklärt Dr. med. Anne Carecchio. Die Person bleibt dann so lange zur Überwachung da, bis alles so ist, wie es sein sollte, und eine sichere Rückkehr nach Hause gewährleistet ist.
Vor der Heimkehr wird auch gleich noch ein Termin für die Nachkontrolle gemacht. Sollten zu Hause Fragen oder Probleme auftauchen, sind die Fachleute der Ambulatorien telefonisch für die Frischoperierten da.
Ob ambulante Eingriffe oder stationäre, ob Krankheiten oder Unfälle: Die Spezialistinnen und Spezialisten von Hirslanden sorgen mit ihrer Expertise für eine kompetente Behandlung und Rundum-Betreuung. Sie sind auf dem Weg zur Genesung bei jedem Schritt für ihre Patientinnen und Patienten da.
Ob ambulante Eingriffe oder stationäre, ob Krankheiten oder Unfälle: Die Spezialistinnen und Spezialisten von Hirslanden sorgen mit ihrer Expertise für eine kompetente Behandlung und Rundum-Betreuung. Sie sind auf dem Weg zur Genesung bei jedem Schritt für ihre Patientinnen und Patienten da.
Minuziöse Planung, gutes Teamwork
Damit der Betrieb in den Zentren reibungslos funktioniert, wird nichts dem Zufall überlassen. Verzögerungen oder Leerläufe gibt es nicht. Jede Minute ist optimal genutzt, um maximale Qualität ohne Stress zu garantieren. «Bei uns operieren Belegärztinnen und -ärzte. Sie haben ihre eigenen Praxen und buchen Slots für Operationen. Würde Verzögerungen auftreten, leidet ihr Business», so Nicol.
Der straffe Rhythmus erfordert Teamwork auf Augenhöhe. Im ambulanten Setting gibt es keine starren Hierarchien, in denen jeder nur eine einzige Aufgabe hat. Im OP packen alle mit an. «Selbst die Chirurginnen und Chirurgen helfen beispielsweise ganz selbstverständlich mit, die zu operierenden Patienten fachlich korrekt für die OP zu lagern.»
Bei den Patientinnen und Patienten kommt das Konzept gut an: «Der Weiterempfehlungs-Score ist aussergewöhnlich hoch, wie unsere Fragebögen zeigen.»
Und was, wenn während einer Operation ein Notfall eintritt? Ist man dann genauso gut geschützt wie in einem Spital? «Definitiv», betont der Experte. «Wir haben immer Anästhesisten vor Ort für die Erstversorgung. Für die weitere Betreuung arbeiten wir eng mit unseren Kliniken zusammen.»
Der medizinische Fortschritt treibt die Wende an
Dass wir heute nach Eingriffen wie Leistenbrüchen, Krampfadern, Hand- oder Augenoperationen und sogar komplexeren Eingriffen wie der Entfernungen von Brustkrebstumoren sofort wieder nach Hause gehen können, verdanken wir dem rasanten medizinischen Fortschritt. Minimalinvasive Technologien wie die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie hinterlassen nur winzige Schnitte.
«Zu Beginn meiner Praxistätigkeit galt noch die Devise ‹Grosser Schnitt, grosser Chirurg›. Das Bild hat sich komplett gewandelt», sagt Dr. med. Anne Carecchio. «Heute steuern wir eher auf ‹Kleine Schnitte, grosser Chirurg› zu. Diese kleinen Schnitte führen zu deutlich geringeren Gewebeverletzungen beim Zugang, etwa im Bauchraum. Dadurch dauern die Eingriffe weniger lang, die Anästhesie folglich ebenfalls. Und in der postoperativen Phase treten weniger Schmerzen auf.»
Weil viel weniger invasiv operiert und nach einem Eingriff frühzeitig mobilisiert wird, können die Patientinnen und Patienten schneller in den Alltag zurückkehren. Ein grosser Vorteil. Zudem sinkt bei kleinen Schnitten das Infektionsrisiko.
Ambulant vor stationär
Ambulante Operationszentren haben auch politischen Rückenwind: Seit Januar 2019 fordert das Bundesamt für Gesundheit mit der Regelung «Ambulant vor stationär» (Avos) eine Verschiebung. Eine Liste von aktuell 18 Eingriffsfolgen wird von den Krankenkassen nur noch ambulant vergütet, ausser schwere Begleiterkrankungen machen eine Nacht im Spital zwingend nötig. Mit der neuen, einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen, abgekürzt Efas, sollen zudem ab 2028 letzte Fehlanreize im System beseitigt werden.
«Durch die Ambulantisierung können die Krankenkassen sparen. Das ist gut fürs ganze System», sagt Sascha Nicol. Den Patientinnen und Patienten schenkt die Möglichkeit ambulanter Eingriffe vor allem eines: eine schnelle Behandlung und eine sichere Genesung im eigenen, vertrauten Umfeld.
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
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