Darum gehts
- Die Schweizer essen jährlich 11 Kilo Rindfleisch, doch die Inlandproduktion stagniert trotz starker Nachfrage
- Der Hof Unterbuck produziert jährlich 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom aus Biogas
- 450 Rinder leben auf dem Hof – 95 Prozent des Futters stammt aus Eigenanbau
Rindfleisch ist weit mehr als nur ein Nahrungsmittel. Es ist eine natürliche Quelle für hochwertiges Eiweiss, Vitamin B12, Eisen und Zink. Gut elf Kilogramm Rindfleisch konsumiert jede Schweizerin und jeder Schweizer pro Jahr im Durchschnitt. Während das Angebot zuletzt zugenommen hat, ist die Inlandproduktion jedoch weitgehend stabil geblieben. Warum die Produktion im Inland stagniert und welcher immense Aufwand nötig ist, damit ein hochwertiges Stück Fleisch auf dem Teller landet, zeigt ein Besuch bei Andrea und Christian Müller in Thayngen SH. Auf ihrem 100-Hektar-Hof Unterbuck führen sie vor, wie moderne Landwirtschaft, Tierwohl und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen.
Von der Modewelt in den Laufstall
Der Weg von Andrea Müller auf den Bauernhof war alles andere als gewöhnlich. Bevor sie sich die Arbeitsstiefel überzog und die Ausbildung zur Meisterbäuerin absolvierte, war sie als Verkaufsleiterin für ein internationales Modeunternehmen tätig gewesen. Den radikalen Kurswechsel vom Glanz der Fashionwelt in den Alltag des Rinderlaufstalls hat sie jedoch nie bereut. «Ich wollte Wurzeln schlagen, etwas bewegen, mitgestalten», betont sie rückblickend. Gemeinsam mit ihrem Mann Christian hat sie den Familienbetrieb seit der Übernahme im Jahr 2007 konsequent spezialisiert. Wo früher noch Schweine gehalten und Zuckerrüben angebaut wurden, stehen heute die Rindermast, der Kartoffelanbau, die Zwiebelproduktion und eine innovative Energiegewinnung im Zentrum.
Das Wohlbefinden als Schlüssel zur Qualität
Für die Müllers ist Tierwohl kein theoretisches Konzept, sondern die tägliche Basis ihrer Arbeit. Rund 450 Tiere leben auf dem Hof, vorwiegend Munis, die als Kälber in den Betrieb kommen. «Den Tieren muss es wohl sein, nur so gibt es gutes Fleisch», erklärt Andrea Müller.
Das Tierwohl beginnt bei der Unterbringung: Die Tiere leben in einem modernen Aussenklimastall. Sie sind dort zwar Wind und Wetter ausgesetzt, finden aber jederzeit Schutz. Christian Müller beschreibt die Naturnähe der Haltung so: «Alle Tiere liegen auf Stroh, sie sind im Aussenklima, es regnet ihnen auf den Rücken.» Ein entscheidender Faktor ist der respektvolle Umgang. «Das oberste Ziel ist, dass wir sie in dem Jahr, in dem sie hier sind, respektvoll behandeln», erklärt Christian Müller.
Die tägliche Arbeit besteht deshalb zu einem grossen Teil aus Beobachtung: «Man muss nach den Tieren schauen. Am Morgen beim Füttern wird nicht einfach nur Futter hingestellt, sondern man schaut sich die Tiere an. Lässt eines den Kopf hängen? Atmet es schwer?» Dieser Aufwand dient nicht nur der Ethik, sondern hat direkte Auswirkungen auf das Endprodukt, da Stress die Fleischqualität massiv beeinträchtigt.
Beim Fleisch kann der Einkauf – egal ob privat oder als Wirt eines Restaurants – einen sehr grossen Unterschied machen: Regional einzukaufen kommt nicht nur dem heimischen Gewerbe zugute, es bedeutet auch, dass man sich bewusst für Schweizer Tierschutzstandards entscheidet. Denn die Schweiz hat eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt.
Beim Fleisch kann der Einkauf – egal ob privat oder als Wirt eines Restaurants – einen sehr grossen Unterschied machen: Regional einzukaufen kommt nicht nur dem heimischen Gewerbe zugute, es bedeutet auch, dass man sich bewusst für Schweizer Tierschutzstandards entscheidet. Denn die Schweiz hat eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt.
Die Vollendung des Kreislaufs
Nachhaltigkeit wird auf dem Hof Unterbuck durch eine vorbildliche Kreislaufwirtschaft gelebt. Ein zentrales Element ist dabei die hofeigene Biogasanlage. Alles, was im Stall an Mist und Gülle anfällt, landet in der Anlage. Das dort entstehende Methangas wird in Strom und Wärme umgewandelt. Jährlich produziert der Hof so etwa 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom, was für rund 500 Haushalte reicht. «Neben dem Strom produzieren wir auch unseren eigenen Dünger», erzählt Christian Müller. Die dabei entstehende Abwärme wird genutzt, um den Kälberstall zu beheizen und 300 Wohneinheiten zu versorgen.
Das nach dem Prozess übrig bleibende Gärgut dient als hochwertiger, pflanzenverfügbarer Dünger, der fast geruchlos ist. Dieser Dünger wird zurück auf die Felder ausgebracht, auf denen das Futter für die nächste Generation von Tieren wächst. Für den Betrieb bedeutet dies ein hohes Mass an Unabhängigkeit.
Fütterung ohne Umwege: Das Grasland Schweiz nutzen
Ein weiterer Pfeiler der Qualitätsstrategie ist der Anbau des Tierfutters. Rund 95 Prozent der Futtermittel stellen die Müllers selbst her, darunter Getreide, Mais und Heu. «Wir sind eigentlich, bis auf die Eiweissträger, Selbstversorger», so Christian Müller. So kann das Paar sicherstellen, dass es genau weiss, was seine Tiere fressen. Auf Soja wird im Sinne des IP-Suisse-Labels verzichtet, stattdessen kommt als Eiweisslieferant Rapsextraktionsschrot zum Einsatz – ein proteinhaltiges Abfallprodukt aus der heimischen Speiseölherstellung.
Christian Müller bricht zudem eine Lanze für die ökologische Effizienz der Rinderhaltung: «Der Wiederkäuer ist das einzige Tier, das Gras in menschliches Protein umwandeln kann.» Da die Schweiz ein typisches Grasland ist, nutzen diese Tiere Flächen, die für den direkten Ackerbau ungeeignet sind, und konkurrieren somit nicht mit der menschlichen Ernährung.
Nose to Tail
Rindfleisch besteht nicht nur aus den edlen Stücken wie Filet und Entrecôte, wie Andrea Müller betont: «Ein Poulet ist schnell zubereitet, aber bei Rindfleisch muss man teils länger kochen. Siedfleisch, Saftplätzli oder einen Braten können heute nicht mehr alle zubereiten. Manchen fehlt auch schlicht die Zeit dafür.» Dennoch kann das ganze Tier verarbeitet werden. Hier spielen Hamburger eine wichtige Rolle, da sie es ermöglichen, auch weniger bekannte Teile des Rindes hochwertig zu verwerten und so dem Tier als Ganzes gerecht zu werden.
Transparenz als Zukunftskonzept
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind fordernd; die Kosten für Energie und Dünger sind gestiegen. Dennoch bleiben die Müllers zuversichtlich, da sie auf absolute Transparenz setzen. Ihr Fleisch geht zu 90 Prozent zum lokalen Partner Suttero in St. Gallen und von dort in den Detailhandel. Für die Familie Müller ist klar: Qualität hat ihren Preis, aber sie ist der einzige Weg, um die Schweizer Landwirtschaft nachhaltig zu sichern. «Wenn wir transparent zeigen, wie wir arbeiten, dann verstehen die Leute auch den Wert dahinter», sind sich Andrea und Christian Müller einig.
Dieser Beitrag wurde vom Ringier Brand Studio im Auftrag eines Kunden erstellt. Die Inhalte sind redaktionell aufbereitet und entsprechen den Qualitätsanforderungen von Ringier.
Kontakt: E-Mail an Brand Studio
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