Darum gehts
- Japaner schlafen durchschnittlich 6 Stunden 23 Minuten pro Nacht, weltweit wenig
- Trotz kurzer Schlafdauer hat Japan eine der höchsten Lebenserwartungen
- Experten empfehlen 7 bis 9 Stunden Schlaf, sonst Gesundheitsrisiken möglich
Laut einer Auswertung des Gesundheitsunternehmens Oura kommen Erwachsene in Japan durchschnittlich auf lediglich 6 Stunden und 23 Minuten Schlaf pro Nacht. Damit liegt das Land deutlich unter vielen westlichen Staaten.
Zum Vergleich: In den USA schlafen Menschen im Schnitt etwas mehr als sieben Stunden pro Nacht, in Neuseeland sogar noch etwas länger.
Warum Japaner so wenig schlafen
Schlafforscher betonen, dass Schlaf nicht nur von biologischen Faktoren abhängt. Auch Kultur, Arbeitswelt und gesellschaftliche Gewohnheiten spielen eine wichtige Rolle.
In Japan gelten lange Arbeitstage vielerorts noch immer als normal. Das führt dazu, dass viele Menschen erst spät ins Bett gehen. In anderen Ländern beeinflussen wiederum Familiengewohnheiten, klimatische Bedingungen oder Arbeitszeiten den Schlafrhythmus.
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Wenig Schlaf – aber hohe Lebenserwartung
Besonders erstaunlich: Trotz der vergleichsweise kurzen Schlafdauer weist Japan eine der höchsten Lebenserwartungen weltweit auf.
Das bedeutet allerdings nicht, dass wenig Schlaf automatisch gesund ist. Experten warnen davor, aus den Zahlen falsche Schlüsse zu ziehen. Die Lebenserwartung eines Landes wird von vielen Faktoren beeinflusst, darunter Ernährung, Gesundheitsversorgung, Bewegung, Raucherquote und soziale Strukturen.
Wie viel Schlaf brauchen Erwachsene wirklich?
Fachgesellschaften empfehlen Erwachsenen grundsätzlich sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht.
Wer dauerhaft deutlich weniger schläft, erhöht das Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme. Dazu gehören:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Typ-2-Diabetes
- Übergewicht
- Konzentrationsprobleme
- Depressionen
- Gedächtnisstörungen
Auch die Leistungsfähigkeit im Alltag kann darunter leiden. Müdigkeit erhöht beispielsweise das Risiko für Fehler bei der Arbeit oder im Strassenverkehr.
Das Problem mit dem «sozialen Jetlag»
Ein weiterer Faktor beschäftigt die Schlafforschung zunehmend: der sogenannte soziale Jetlag.
Damit ist die Verschiebung des Schlafrhythmus zwischen Arbeitswoche und Wochenende gemeint. Viele Menschen schlafen unter der Woche zu wenig und versuchen, das Defizit am Wochenende auszugleichen.
Experten gehen davon aus, dass dieser ständige Wechsel den biologischen Rhythmus stören kann und langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
Nicht jeder braucht gleich viel Schlaf
Wie viel Schlaf ideal ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Einige kommen mit etwas weniger Schlaf aus, andere benötigen regelmässig acht Stunden oder mehr.
Entscheidend ist laut Forschern deshalb nicht nur die reine Schlafdauer, sondern auch die Schlafqualität und die Frage, wie erholt man sich tagsüber fühlt.
Wer morgens regelmässig müde aufwacht, tagsüber unter Erschöpfung leidet oder am Wochenende deutlich länger schläft als unter der Woche, sollte seine Schlafgewohnheiten genauer unter die Lupe nehmen.
Denn auch wenn Japan zeigt, dass eine Bevölkerung mit relativ wenig Schlaf sehr alt werden kann: Für die meisten Menschen bleibt ausreichender Schlaf einer der wichtigsten Bausteine für Gesundheit und Wohlbefinden.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.