Darum gehts
- Schlechte Haltung verursacht Rückenschmerzen – die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist betroffen
- Eine Studie mit 200 Teilnehmern zeigt: Aufrechtes Sitzen fördert klügere Entscheidungen und erhöht Erfolgschancen
- Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 im «British Journal of Psychology» veröffentlicht
Wie oft erwischst du dich dabei, wie du mit gekrümmtem Rücken vor dem Laptop sitzt? Spätestens, wenn das Kreuz oder der Nacken spannt, merkst du, dass deine Haltung einer Banane gleicht. Rückenschmerzen sind in der Schweiz längst eine Volkskrankheit. Laut dem Rückenreport der Rheumaliga Schweiz leidet etwa die Hälfte der Bevölkerung regelmässig darunter.
Neben Verspannungen und Schmerzen könnte eine schlechte Haltung aber auch Folgen für deine Karriere haben. Eine neue Studie der kanadischen McGill University, die im Juni im «British Journal of Psychology» veröffentlicht wurde, zeigt: Wer aufrecht am Pult sitzt, geht klügere Risiken ein und fühlt sich erfolgreicher – während ein Buckel die Leistung bremst.
Die Onlinepraxis santé24 bietet neu eine kostenlose physiotherapeutische Beratung für SWICA-Versicherte bei Beschwerden am Bewegungsapparat,
beispielsweise bei Fragen zu muskulären Verspannungen, reduzierter Stabilität/ Kraft oder Schmerzen an.
In Onlinesitzungen unterstützt eine Physiotherapeutin die Patientinnen und Patienten beim Erarbeiten und Umsetzen von Bewegungs- und Trainingsroutinen.
Mit gezielten Übungen sollen so wiederkehrende Beschwerden präventiv vermieden werden.
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Mit gezielten Übungen sollen so wiederkehrende Beschwerden präventiv vermieden werden.
Stolz und grössere Gewinne
Das Forschungsteam um Professor Jorge Armony und Doktorand Soren Wainio-Theberge untersuchte knapp 200 Personen. Die Teilnehmer mussten an einem Tablet eine Aufgabe lösen, um angeblich eine neue App zu testen. Dabei war ihnen nicht bewusst, dass die Forscher ihre Körperhaltung analysierten.
Die Teilnehmer, die aufrecht sassen, gingen höhere Risiken ein und erzielten grössere Gewinne. «Das deutet darauf hin, dass sie nicht impulsiver handelten, sondern vielmehr ein effektiveres Risikoverhalten an den Tag legten», sagt Studienleiter Jorge Armony. Zudem gaben sie in den Fragebögen an, dass sie sich stolzer und besser gelaunt gefühlt haben.
Besonders an dem Versuch ist, dass die Forscher den Teilnehmern keine Anweisungen zur Sitzhaltung gaben, sondern nur die Arbeitsumgebung anpassten. Bei der ersten Gruppe stand das Tablet auf einem Ständer an einem höhenverstellbaren Pult. Die Probanden sassen automatisch aufrecht. Bei der zweiten Gruppe lag das Gerät flach auf einem niedrigen Pult. Die Teilnehmer beugten sich automatisch nach vorne.
Kleine Details, grosse Wirkung?
Nach dem Experiment sagten fast alle, dass ihnen nicht aufgefallen war, dass ihre Haltung unbemerkt gesteuert wurde. Damit kann man die Befürchtung ausschliessen, dass sich die Teilnehmer anders verhalten haben, weil sie die Erwartungen der Forscher kannten.
Verändert eine aufrechte Haltung jetzt sofort dein ganzes Leben? Wohl kaum, sagt Studienleiter Armony. Die Ergebnisse legen allerdings nahe, dass schon kleine Details im Alltag – wie die Ergonomie am Schreibtisch – unsere Gefühle und Entscheidungen mitbeeinflussen könnten. Und so vielleicht auch über Erfolg entscheiden.